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- Kategorie: Mexico September / Oktober 09
Ein Tag ohne Häuser aber vielen Vögeln
Celestun liegt ca. 90 km südwestlich von Merida an der Küste des Golfes von Mexico. Die Fahrt dorthin dauert aber nicht wie in der Schweiz etwas mehr als eine Stunde, sondern gut und gerne 2:30. Der erste Teil der Strecke führt durch viele kleine Ortschaften, die alle komplett mit Kirche und Zocalo (Hauptplatz) ausgestattet sind. Die Kirchen sind für die Grösse der Dörfer meist gigantisch, aber vermutlich kommen so die meisten Mexikaner einfacher in den Himmel. Oft scheint die Investition in die lokale Kirche wichtiger als jene ins eigene Haus.

Neben diesen beiden obligatorischen Bestandteilen, verfügt jede Ortschaft über eine weitere mexikanische Spezialität. Die sogenannten Topes sind Schwellen, an denen der berühmte Schwellen-Ruedi aus Zürich seine wahre Freude hätte. Für den „normalen“ Fahrer stellen sie lediglich ein Hindernis dar, vor dem fast bis zum Stillstand abgebremst werden muss, für Raser oder zumindest deren Fahrzeuge sind sie absolut fatal. Die Achsen brechen sehr effizient und der Raser wird so effektiv gebremst.
Gerade mit einem Mietwagen ist hier Vorsicht geboten, da die Kosten sonst schnell riesig werden. Viele Topes liegen im Schatten eines Baumes und sind so häufig erst im letzten Moment zu sehen. Innerhalb eines Dorfes fährt der Ortsunkundige also besser sehr vorsichtig, zumal auch immer Kinder, Tiere und Velo-Taxis auf der Strasse sind. Diese Fahrweise bringt es mit sich, dass die Fahrt gut doppelt so lange dauert, wie auf den staulosen Schweizer Autobahnen.
In Celestun angekommen, fand ich zuerst meinen Namen sehr prominent an einem Haus angeschlagen. Ein Geschäft macht Werbung mit dem passenden Adjektiv davor! Soviel Ehre wäre eigentlich nicht notwendig gewesen.

Als wir dann ein Boot für die Fahrt im Mangroven Land mieteten, fand ich meinen Namen gerade nochmals, leider aber war dieses Boot bereits ausgebucht, so dass wir mit einem anderen Vorlieb nehmen mussten.

Auch ohne dieses spezielle Schiff fanden wir die Wasservögel, für welche Celestun weitherum bekannt ist: Rosa Flamingos sowie Fregatt-Vögel und Kormorane. Die Eisvögel (Martin pescador in Spanisch) waren ohne mein langes Objektiv nicht zu fotografieren. Die Löffler sahen wir nur kurz und zudem wie die Pelikane im Flug, auch fast nicht zu schaffen, ohne die 400mm.


Den Tricolored Heron haben wir bei seiner Ruhe gestört, worauf er sich entschied, den Platz zu verlassen.

Nachtrag: Nachtessen beim Argentinier (Los Andes) mit absolut hervorragendem Fleisch, einem Stück vom Oberschenkel, dessen Name ich nicht kenne und einem sehr guten Rotwein (Cabernet und Merlot). Das einzige Problem waren die 400g Fleisch, die doch am oberen Ende meiner Verdauungsmöglichkeiten lagen.
