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- Kategorie: Mexico September / Oktober 09
Rio Lagartos – Ria Lagartos
Wie geplant fuhren wir heute morgen früh in Richtung Rio Lagartos los, um vor der grossen Hitze dort zu sein und unsere Bootstour machen zu können. Anders als in Celestun waren hier die Touren noch nicht so gut durch organisiert, wir fanden aber schnell ein Boot, auch der Preis war schnell ausgehandelt.
Schon nach kurzer Zeit waren wir auf dem Wasser, auf dem Weg zum „Fluss“, die Mangroven Lagune. Das Biosphären Reservat heiss RiA Lagartos, dies im Gegensatz zur Ortschaft, die RiO Lagartos heisst. Von einem Fluss ist allerdings weit und breit nichts zu sehen. Yucatan ist so flach, dass sich keine Flüsse finden, alles Regenwasser versickert im Untergrund, von wo es über Ziehbrunnen recht einfach wieder geschöpft werden kann. Unser Bootsführer meinte zur Erklärung der unterschiedlichen Bezeichnungen, RiO deute auf einen Süsswasser-Fluss hin, RiA hingegen auf brackiges Wasser, was innerhalb der Lagune sicher zutrifft. So ganz mochte uns diese Erklärung allerdings nicht zu befriedigen.
Die Hauptattraktion des Biosphärenreservates sind die Wasservögel, allen voran natürlich die Flamingos, welche zur Brutzeit hier sehr häufig sein sollen. Wir sahen einige wenige, die meisten sind wohl zur Zeit nicht direkt in der Lagune, sondern in den Aussengebieten. Dieser grosse Flamingo war vermutlich gerade auf dem Weg dahin, kurz nach dem Start konnte ich von ihm noch ein Bild machen.

Bereits im Dezember 08 sahen Brigitte und ich zum ersten Mal einen sehr interessanten Vogel, den Boat Billed Heron (Cochlearius cochlearius). Damals in einem Baum, am Schatten. Heute sahen wir einige dieser Vögel, zum Teil ebenfalls im Schatten, teilweise aber auch sehr prominent auf Baumskeletten. Leider hatte ich mein grosses Zoom aus Gewichtsgründen zu Hause gelassen, zum Glück konnte ich dennoch auch mit dem kleinen Zoom einige schöne Aufnahmen machen.

Einige der Mangroven sind nur noch Baumstümpfe, sie sind Überreste des letzten Hurricanes, welcher nur einer in einer langen Reihe von häufigen Wirbelstürmen war. Jedes Jahr suchen diese die Karibik und die Halbinsel heim, nicht alle jedoch sind so zerstörerisch. Der weite Horizont Yucatans sorgt für dramatische Wolkenbilder, welche die abgestorbenen Mangroven noch viel dramatischer erscheinen lassen.

Nach unserer Rückkehr auf festen Boden wollten wir gerne etwas Kleines essen oder trinken, in Rio Lagartos war dies aber unmöglich. Ausser einigen schäbigen Bars und dunklen Löchern gab es nichts. Auch auf dem gesamten Rückweg fand sich absolut nichts. So fuhren wir dann nach Valladolid zurück, wo wir dann in unserem Hotel etwas Gutes fanden.
