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- Kategorie: Atlantik, USA und Mexico 14 - Teil 4 Florida
Zurück zum Kontinent
Ein wunderschöner Morgen erwartete mich heute in Key West und nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zurück auf den Kontinent. Die 230 km brauchen gute 4 Stunden, für mich immer etwas mehr, da ich unterwegs oft anhalte, um Fotos zu schiessen.
Von meinem Hotel aus machte ich noch eine Tour entlang der Strände auf der Südseite der Insel. Ein längerer Pier reicht hier weit ins Meer hinaus. Badende benützen ihn, um entfernt von der Küste schwimmen zu können.
Ein Osprey nutzt eine Palme, um die Übersicht über das Meer in Küstennähe zu haben. Sobald er einen Fisch in Reichweite entdeckt, kann er starten und seinen Imbiss aus dem Meer fischen. Ospreys werden auch oft als Fischadler bezeichnet, er ist nahezu weltweit verbreitet, sehr informativ ist der Wikipedia-Artikel.
Die weissen Sandstrände in Key West sind jeden Morgen stark mit Algen verschmutzt, was aber nicht weiter stört, denn ...
... jeden Morgen sind Bagger und Traktoren am Reinigen der Strände. Die Algen werden aufgenommen und dann auf grosse Lastwagen geladen. Diese werden anschliessend in einer Deponie im Innern der Insel abgeladen. Selbst bei ruhigem Wetter werden jede Nacht grosse Mengen von Algen an den Stränden deponiert, bei Stürmen auf dem Meer sind die Mengen noch viel grösser. Ohne die laufende Entsorgung würden die Rückstände am Strand verrotten und einen unangenehmen Geruch hinterlassen. Ganz abgesehen davon, dass die Strände auch nicht sehr schön aussähen. Und für Touristen macht man hier alles!
Entlang der US-1, welche die einzelnen Inseln der Keys verbindet, gibt es einige Stellen, wo die alten Brücken schon lange ersetzt wurden, die alten blieben aber stehen und zerfallen langsam. Die alten Brücken wurden von Henry Flagler, einem reichen Investor gebaut, damit seine Eisenbahn-Linien in Florida bis nach Key West erweitert werden konnten. Zwischen 1905 und 1912 wurden die Brücken gebaut, die Bahnlinie wurde 1935 durch einen grossen Hurricane zerstört und anschliessend durch Strassenbrücken ersetzt. Züge fahren keine mehr bis Key West.
Ein riesiger Lobstet wirb hier für ein Souvenirgeschäft, in welchem Muscheln und allerlei anderer Ramsch verkauft wird. Ein furchterregendes Geschöpf, ich bin froh, dass ich einem solchen Monster nicht in der freien Natur begegnen muss. Auf dem Teller flösst mir ein Hummer viel weniger Furcht ein.
Unterwegs sah ich einen etwa 1 m langen Iguana nahe bei der Strasse; Ich stoppte und ging zu Fuss zurück zur Stelle. Leider verschwand er unmittelbar im Gebüsch, als er mich bemerkte. Diese kleine Echse hingegen blieb furchtlos stehen, so dass ich sie mit meiner kleinen Linse fotografieren konnte. Die giftgrüne Farbe ist irreführend, diese Echsen sind für uns absolut harmlos.
Die Iguanas sind in Florida nicht endemisch, geniessen jedoch das angenehme Klima und verbreiten sich rasant. Sie sind Abkömmlinge ehemaliger Haustiere, die freigelassen wurden oder auch auf Frachtschiffen aus Süd- und Mittelamerika angereist sind. Sie fressen sie sich durch die Vegetation und sind nicht bei allen menschlichen Mitbewohnern beliebt. Dabei sind sie gute, vierbeinige Rasenmäher!
Da ich das heutige Exemplar nicht fotografieren konnte, verweise ich auf einen Bericht aus Mexico, wo ich in Yucatan im Oktober 2011 viele dieser furchteinflössenden Echsen sah.
Morgen mache ich mich auf den Weg an die Golfküste bei Naples. Auf normaler Strasse wäre dies eine kurze Fahrt, ich werde aber einen Umweg einlegen, welcher mich in einen Zypressen-Sumpf führt, wo ich mit etwas Glück einige Vögel, Aligatoren und Schildkröten sehen werde.
