Zimt - eines der vielen Gewürze Sri Lankas
Sri Lanka oder das frühere Ceylon hatte für uns als Kinder immer einen exotischen Klang. Zimt, Nelken, Pfeffer und andere guten Dinge kamen von hier. Ich wusste zwar, dass Zimt aus einer Rinde eines Baumes entsteht, wie genau der Prozess aber abläuft war mir nicht bekannt. Nun hatten wir heute die Gelegenheit, eine kleine Farm zu besuchen und den Prozess in seiner ganzen Länge zu beobachten.

Der Prozess beginnt bei der Pflanze, dem Zimtbaum. Hier noch als Strauch, der Baum kann ohne weiteres bis zu 10 m hoch werden. Die ganze Pflanze wird eingesetzt, die Blätter werden zu Zimt-Öl verarbeitet, die Stengel zuerst zu Zimtstangen, danach dienen sie noch als Feuerholz. Die unverwendbaren Teile werden wiederum zu Kompost.

Die Stengel werden zuerst vom Laub befreit und dann wird mit einem speziellen Messer die äusserste Schicht der Rinde abgeschabt. Das abgeschabte Material wird kompostiert. Zimt sei angeblich gut gegen Diabetes, noch besser ist aber vermutlich eine Postur wie jene von Sunny da Silva, der Besitzer der Farm. Da Silva ist ein portugiesischer Name, von denen in Sri Lanka noch viele zu finden sind. Ein Überbleibsel der ehemaligen Kolonialherren.

Mittels einem Holzstück wird der darunter liegende Teil der Rinde glattgestrichen, damit er sich vom Kernholz des Stämmchens löst.

Nun wird mit einem feinen Messer die Rinde angeritzt, damit sie anschliessend grossflächig abgezogen werden kann.

Die einzelnen Stücke des abgetrennten Materiales werden dann im grössten Stück eingerollt. Selbst die kleinsten Reste werden verwendet. Diese Stangen werden anschliessend an der Luft getrocknet, bei Herrn da Silva unter dem Dach auf feinen Stäben. Luftgetrocknet sei der Zimt besser, als wenn er an der Sonne ausgebleicht werde. Die Sonne verrichtet die Arbeit allerdings wiederum schneller.

Ganz kleine Stücke und auch der Bruch, der beim Abpacken entsteht, werden von der Ehefrau in einem Mörser zu feinem Pulver gestampft. Dieses findet hauptsächlich für Tees und natürlich Curries Verwendung.

Ab und zu wird die gestampfte Masse in einem feinen Sieb abgesiebt. Der feine Staub wird in Gläser abgefüllt, die gröbere Masse geht zurück in den Mörser zur weiteren Behandlung.

Die einzelnen Werkzeuge: Zuoberst der Holzstab zum glatt streichen der Rinde. Darunter das gebogene Messer zum Abschaben der äussersten Rindenschicht. Schliesslich das scharfe Messer für die Zuschneide-Arbeiten.

Die Fertigprodukte, wie sie in Sri Lanka oft verkauft werden. Von links: Leere Teetassen mit Resten unseres Zimttees, oben die verpackten Zimtstangen, darunter das in kleine Gläschen abgefüllte Öl. Rechts schliesslich das Zimtpulver in Säckchen sowie im Glas. Bei uns kennen wir vor allem Stangen und Pulver. Öl traf zumindest ich noch nie in der Schweiz.
Zur Produktion des Öl schrieb ich hier etwas.
