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- Kategorie: Fast ein Tagebuch
Ein schöner Sonntag im Tessin statt Dauer-Regen in der Deutschschweiz
Wir entschieden uns kurzfristig, über das Wochenende vom 13. Mai 2012 ins Tessin zu fahren, da das Wetter in der Deutschschweiz sehr schlecht voraus gesagt war. Kälte und Regen sind zwei Wetterphänomene, auf welche wir gut verzichten können. Zudem war dies das letzte Wochenende der Renovation unseres Hauses und wir hätten ohnehin nicht zu Hause übernachten können. Glücklicherweise fanden wir Aufnahme in der Ferienwohnung von Brigittes Eltern in Ascona

Am Sonntag machten wir einen Ausflug ins Valle Bavona, einem Seitental des Valle Maggia. Im Valle Bavona gibt es neben schönen intakten Tessiner Dörfern auch einige imposante Wasserfälle, welche zu dieser Jahreszeit noch sehr viel Wasser führen, da die Schneeschmelze in den Bergen noch nicht abgeschlossen ist.

Eine alte Steinbrücke führt über den Fluss. Sie ist so schmal, dass ausser Wanderern und einigen Ziegen nichts durchkommt. Keine Motorräder und schon gar keine Autos finden hier Platz. Das klare und kalte Wasser des Flusses rauscht ungehindert unter der Brücke durch.

Dieser Wasserfall imponiert einerseits durch die Höhe und auch durch die Gischt, welche das Wasser erzeugt. Die feinen Tropfen werden durch den Wind über weite Strecken verweht und erzeugen so eine angenehme Kühle. Bei starkem Wind sogar eine unangenehme Kälte.

Eines der schmucken Tessiner Dörfchen, alle Häuser aus Steinen und mit Granitplatten gedeckt. Weder Ziegel noch Blechdächer sind hier erlaubt, um die Ortsbilder möglichst original zu erhalten. Diese Dörfer sind nur im Sommer bewohnt, vor Anfang Mai und nach Ende Oktober wohnt hier niemand mehr.

Brigittes Eltern und Brigitte ruhen sich auf einem Steinmäuerlein aus, bevor es wieder weitergeht - Zum nächsten Grotto für einen leichten Imbiss zur allgemeinen Stärkung.

Ein interessantes Detail zeigt sich an diesem Haus: Die Balken, welche das obere Geschoss tragen sind mit Steinplatten vom Rest des Hauses abgetrennt. Diese Konstruktion verunmöglicht es Ratten und Mäusen ins Haus zu gelangen und sich an den Vorräten gütlich zu tun.

Die Kellertüre des Hauses ist in die dicke Steinmauer eingelassen, die Hölzer des Hauses sind von der starken Sonne in der Höhe fast schwarz verfärbt. Die meisten Häuser werden heute als Rustico (Ferienhäuschen) von Deutschschweizern aber auch von Tessinern bewohnt. Das Geld der Auswärtigen wird sinnvollerweise zur stilvollen Restauration der alten Bausubstanz genutzt. Der Heimatschutz verhindert den allzu modernen Ausbau der alten Strukturen und die damit einhergehende Zerstörung der Ortsbilder.

Ein weiteres noch intaktes Ortsbild. Beachtenswert auch der tiefblaue Himmel, welcher uns umso mehr gefiel, als gleichzeitig auf der anderen Seite der Alpen starker Regen fiel.
