- Details
- Kategorie: Canarias 20
Besuch in einer der ältesten Städte auf Teneriffa
Garachico liegt weit im Nord-Westen der Insel und war heute Ziel eines Tagesausflugs. Bereits 1496 wurde sie hier gegründet.
Von einem Aussichtspunkt auf 530 m.ü.M. aus gibt es eine wunderbare Sicht auf das Städtchen am Meer. Ich erinnere mich noch gut an einen Aufenthalt hier vor einigen Jahren.

Heute war die Sicht aber leider nicht mehr so gut, der Parkplatz ist vergittert und mit einem unmissverständlichen Schild gekennzeichnet.

Von der Seite aus zeigt sich das Problem: Ein Teil der Mauer ist abgebrochen und abgerutscht. Da ist es doch angenehmer, hinter dem Gitter zu bleiben. Das hübsche Aussichtsrestaurant war heute ebenfalls geschlossen, Corona oder Caduta?

Wenn man etwas zur Seite tritt, gibt es doch noch einen Blick in die Tiefe. Im blauen Meer liegt das kleine Städtchen, welches von hier aus dann über eine steile und sehr kurvige Strasse erreichbar ist. Die Stadt war ursprünglich viel näher am Hang gebaut, am 5. Mai 1706 brach aber ein kleiner Nebenvulkan des Teide aus und flüssige Lava ergoss sich über die Hänge und verschüttete grosse Teile der Ortschaft sowie des Hafens. Die neuen Häuser wurden später auf dem Lava-Kegel erbaut, weshalb die Stadt weit ins Meer hinaus gewachsen ist.

Auf Meereshöhe erschliesst sich die Bauart. Die Häuser stehen auf den schwarzen Lava-Felsen.

Schon 1520 wurde die Hauptkirche des Ortes erbaut, die Iglesia de Santa Ana. Sie überstand den Vulkanausbruch nahezu unbeschädigt.

Das Haupttor war heute leider verschlossen, über Nebentore war der Zugang jedoch möglich. Das Innere der Kirche ist eher schlicht und recht düster, ganz im Gegensatz zum weissen Äusseren.
Garachico war einst sehr wohlhabend, von hier aus wurde Wein, der Malvasia, vor allem nach England exportiert. Der kleine Ort war damals der wichtigste Ausfuhrhafen von Teneriffa.
1645 war ein schwieriges Jahr für den Ort. Eine Sturmflut tötete etwa 80 Menschen und versenkte 40 Schiffe. 1697 brach ein grosses Feuer aus und in deren Folge verbrannten über 100 Häuser. Der Vulkanausbruch von 1706 gab der Stadt schliesslich den Rest. Die Handelsaktivitäten wurden von hier in andere Häfen verlegt.

Am Meer steht noch eine kleine Festung, das Castillo de San Miguel, welches 1557 als Schutz vor den englischen Piraten erbaut wurde.

Das Eingangstor, oder vielmehr die Eingangstüre wird wohl kaum lange den Piraten standgehalten haben.

In der Innenstadt sind noch viele guterhaltene Häuser zu sehen und die meisten Strassen sind mit Kopfstein-Pflaster belegt. Die Häuser verfügen teilweise über schöne Holzbalkone.

Ein hübsches Detail, das Haus war zwar baufällig, doch das Holzfenster auf dem gelben Hintergrund gefiel mir trotzdem.

Die Casa de Los Marqueses de La Quinta Roja stammt aus dem 17. Jhdt., sie ist heute ein luxuriöses Hotel, das aber aktuell geschlossen ist.
