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- Kategorie: Canarias 21
Besuch bei den jüngsten Vulkanen von La Palma
La Palma stieg erst vor etwa 2 Mio. Jahren aus dem Meer hervor, als die Vulkane genügend Material aufgeworfen hatten, damit die Insel aus dem Wasser auftauchte. Einige der unzähligen Vulkane sind bis heute aktiv, zwei der zuletzt aktiven Gesellen besuchten wir heute.

Auf dem Weg in den Süden der Insel mussten wir den grossen Barranco durchqueren, welcher zwischen unserem Haus und Los Llanos liegt. Der Barranco ist ebenfalls vulkanischen Ursprungs, vor etwa 500’000 Jahren rutschte ein Teil der grossen Caldera des Vulkans Taburiente ins Meer und hinterliess diesen Barranco. Die höchsten Gipfel des ehemaligen Kraterrands sind heute noch über 2’400 m hoch. Ursprünglich sollen sie einmal mehr als 3’500 m hoch gewesen sein, doch die Erosion und der Felsrutsch haben ganze Arbeit geleistet und gut 1000 m entsorgt. Auf den höchsten Gipfeln lag heute noch etwas Schnee, die Zufahrt zum Nationalpark ist gesperrt, da zu viel Schnee auf den Strassen liegt.

Ganz im Süden steht der Vulkan San Antonio, der 1677 zum letzten Mal aktiv war. Heute ist er Teil eines Nationalparks und als solcher gut erschlossen. Im Museum wird der Vulkanismus auf La Palma anschaulich erklärt.

Der Blick in die Caldera lässt erahnen, was hier vor 344 Jahren los war. Es war wohl eher ungemütlichund sehr heiss, heute war es nur kalt, da der starke Wind auf 700 m.ü.M. recht unangenehm war.

Aus den schroffen Lavafelsen wachsen immer wieder kleine Pflanzen, welche hier offenbar genügend Nährstoffe und Wasser finden. Das frische Grün kontrastiert wunderbar mit dem Grau der Felsen.

Auf dem Rand der Caldera führt ein Weg bis zu einem Aussichtspunkt an der höchsten Stelle. Die unsicheren Wegstücke sind mit Ketten gesichert, so dass auch ängstliche Fussgänger den Blick geniessen können.

An einigen Orten gab es auch grosse Euphorbien, welche gerade in voller Blüte sind. Vor Jahren versuchte ich einmal ein kleines Stück einer solchen Pflanze nach Hause mitzunehmen, hatte aber keinen Erfolg.

Vom Kraterrand aus liegt der jüngste der Vulkane von La Palma direkt unterhalb. Der Teneguía brach 1971 aus und war damals eine Attraktion, die viele Canarios und auch Touristen anzog. Während dreier Wochen floss damals Lava aus und sorgte für ein gigantisches Spektakel. In den letzten 500 Jahren erlitten auf La Palma keine Menschen körperliche Schäden durch den Vulkanismus. Die Landschaft wurde aber durchaus tiefgreifend umgebaut.

Ebenfalls von Kraterrand aus liegt nahezu die ganze Westküste von La Palma im Blickfeld. Ganz hinten die Stadt Los Llanos, davor die Orte rund um Puerto Naos. Unterhalb des Vulkans wird heute Wein angebaut, der weisse Malvasia schmeckt sehr gut.

Unterhalb der Vulkane steht ein Leuchtturm und davor wird in einer Saline Meersalz gewonnen. Das Wasser wird in die kleinen Verdunstungsbecken eingeleitet, wo nach vielen Schritten schliesslich das Salz geerntet werden kann.

Vom Meer her sieht der Teneguía erschreckend aus. Eine Natur-Baustelle die noch aufgeräumt werden sollte. Die 50 Jahre seit dem Ausbruch erlaubten der Vegetation noch nicht, den Boden zurück zu erobern.

Den Schluss von La Palma macht ein Regenbogen, den wir am Abend vor unserem Nachtessen noch fotografieren konnten. So schön diese Farbenspiele auch sind, so zeugen sie doch von Regen.
Morgen verlassen wir La Palma und fliegen nach Teneriffa, um auch diese Insel noch etwas mehr zu erforschen. Wir hoffen auf besseres Wetter, da die zur Zeit aktive Kaltfront langsam wegziehen sollte.
