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- Kategorie: Canarias 21
Der Westen von La Palma
Unsere Unterkunft auf La Palma liegt auf etwa 450 m.ü.M. mit einer schönen Sicht auf den Atlantik. Von hier aus können wir die Westküste der Insel sehr gut erkunden. Die einzelnen Orte sind nicht sehr weit voneinander entfernt.

Die Strände auf dieser Seite der Insel bestehen aus schwarzem Sand, welcher mit der weissen Gischt der Brandung ein hübsches Bild ergeben. Die Küste fällt meist sehr steil ins Meer ab und lediglich an einigen Stellen ist der Strand zugänglich. Zum Baden ist mir das Wasser zu kalt, ich begnüge mich mit der Ansicht des Meeres.

Grosse Gebiete des Westens sind von Bananenplantagen bedeckt. Jede flache Stelle bis auf 400 m.ü.M. ist davon bewachsen. Die meisten Bananen werden auf das spanische Festland exportiert, einige wenige schaffen es auch in die Schweiz. Gegen 100'000 t werden jährlich geerntet.

Neben Bananen gibt es hier auch viele Mandelbäume, welche zur Zeit gerade in voller Blüte sind. Am kommenden Wochenende findet in Puntagorda, einer Ortschaft etwa 25 km nördlich von uns, ein grosses Mandelblütenfest statt.

Kirchen gibt es selbstverständlich überall, die Kirche San Mauro Abad liegt etwas unterhalb von Puntagorda. Wann genau sie erbaut wurde ist leider nicht mehr bekannt. Es muss aber vor 1571 gewesen sein, denn ein Mönch erwähnte sie jedenfalls bereits in einem Schreiben jenes Jahres. Die genauen Dokumente sind bei einem Brand 1811 aber verloren gegangen. Heute liegt das Bauwerk abgelegen vom Dorf.

Ebenfalls bei Puntagorda gibt es einen eindrücklichen Barranco, welcher von einer Aussichtsplattform eingesehen werden kann.

Der Blick hinunter lässt mir die Hände leicht schweissig werden. Ich bin nicht wirklich schwindelfrei, zumal die Aussichtsplattform zuvorderst mit einem Glasboden ausgestattet ist. Der Blick lohnt sich aber auf jeden Fall.

Schon erwähnt habe ich, dass der Westen von La Palma viele Bananenplantagen ausweist. Meist werden die halbreifen Fruchtstände in blaue Plastiksäcke eingepackt. Diese Plantage verzichtet darauf, so dass ich die Gelegenheit gerade nutzte, um ein Bild zu machen. In der untersten Reihe sind noch die Blüten zu sehen, welche später zu Bananen werden. Eine ganze Staude mit bis zu 300 Bananen kann bis zu 80 km wiegen. Sie werden von Männern aus den Plantagen zu den wartenden Lastwagen getragen.

In Tazacorte, einem der grösseren Orte auf der Westseite der Insel, stehen interessante Häuser. Das säulifarbige Haus rechts sieht aus, als ob es mit einem scharfen Messer abgeschnitten worden, um der Kirche Platz zu machen.

Die Hausfassaden oberhalb einer Bananenplantage sind recht mutig gefärbt. Unterhalb der bogenförmigen Aussichtsplattform gibt es Büros mit Aussicht. Auf der Plattform hat ein Kaffee eine schöne Aussicht.

Von unserer Unterkunft aus sahen wir viele Regenbogen, da zur Zeit eine Kaltfront über die Kanaren zieht. Diese bringt starke, kalte Winde und auch viel Regen. Anwohner haben uns gesagt, es hätte seit einigen Jahren kaum mehr geregnet, deshalb seien die aktuellen Tropfen sehr willkommen. Regenwolken und blauer Himmel wechseln sich sehr schnell ab, fast wie im April in der Schweiz.

Ein Ausflug brachte uns auf 1300 m.ü.M. an einen Aussichtspunkt am Rande der Caldera de Taburiente. Ein Loch in den Wolken gab den Blick auf einen der nahe gelegenen Gipfel frei.

Von der Caldera auf der anderen Seite war leider nichts zu sehen, dort lagen dicke Wolken. Die Sonnenstrahlen sorgten immerhin für einen intensiven Regenbogen als Trostpflaster.

Am heutigen Freitag wurde es noch etwas kälter, auf den Gipfeln der Caldera lag sogar etwas Schnee. Auch heute wechselten sich Sonne und Wolken ab.
