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- Kategorie: Canarias 21
Überfahrt in den Westen von La Palma

Der Donnerstag erwartete uns mit tiefblauem Himmel und angenehm warmen Temperaturen. Zum ersten Mal sahen wir den ganzen Ausblick von unserem Zimmer wolkenfrei. Wie schon erwähnt, mietete ich für die nächsten 12 Tage ein Haus im Westen der Insel mit schönem Blick auf den Atlantik. Wir fahren am Donnerstag schon hin und am Samstag wird unser Freund Bruno zu uns stossen.

Die Fahrt in den Westen führt zuerst auf knapp 900 m.ü.M. wo ein Aussichtspunkt einen Blick zurück auf die Ostseite der Insel eröffnet. Über dem Meer liegt ein leichter Dunst, keine Wolken. Über dem Dunst ragt links der Tiede, der höchste Berg Spaniens auf Teneriffa heraus, rechts davon liegt die Insel La Gomera. Diese liegt zwischen La Palma und Teneriffa und wirkt dadurch grösser. Eine optische Täuschung. Kurz nach dem Aussichtspunkt gibt es einen kurzen Tunnel, der es ermöglicht, die Fahrzeit massiv zu verkürzen.

Die Westseite der Insel liegt eingebettet in eine riesige Caldera des Vulkans mit dem Namen Taburiente. Die Berge im Hintergrund sind die Ränder, die noch stehen. Der Rand der Caldera im Westen rutschte vor 500’000 Jahren ins Meer. Heute liegt in der leicht abfallenden Gegend die Stadt Los Llanes de Ariadne.

Dieses Satelliten-Bild stammt von der NASA und zeigt den Taburiente. Oben die Stadt Los Llanos und beim Stern liegt etwa unser Haus.

Zwischen unserem Haus und Los Llanos liegt ein grosser Barranco, der voll ausgefahren werden muss. Eine Strasse windet sich hinunter auf den Grund und auf der andern Seite wieder hoch. Rund um die Insel gibt es immer wieder solche Barranco, die lernen einem mindestens das Kurvenfahren. Die weissen Flecken auf den Feldern sind Plastik-Planen, mit welchen die Bananenplantagen eingepackt sind.

Im Hauptort „unserer“ Gemeinde Tijarafe hat eine Bar einen grossen Ara, der die Gäste mit seinem Geschnatter unterhält. Sobald jemand spricht, mischt er sich ein.

Eine typische Dorfkirche gibt es selbstverständlich auch, sie folgt der landestypischen Architektur.

Nur der Glockenturm ist anders, ein echter Fake! oder ein Potemkisches Gebäude. Aber die Glocken werden regelmässig geschlagen.

Im alten Dorfteil gibt es einige kanarischen Häuser, welche noch bewohnt und deshalb auch in gutem Zustand sind. Ausserhalb des Zentrums gibt es viele gesichtslose Betonhäuser, welche eine Foto nicht lohnen.

Heute Freitag blies die Calima, ein warmer Ost-Wind aus der Sahara, diese liess die Temperatur auf 25 Grad steigen und brachte viel Staub mit. Beim Sonnenuntergang färbte sich der Himmel wunderbar rot.
