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- Kategorie: Costa Rica 22
Spannende Bootsfahrt in der Laguna Caño Negro
Die Laguna Caño Negro liegt im Norden von Costa Rica nur etwa 15 km von der Grenze zu Nicaragua entfernt. Wir wollten hier eine Bootsfahrt machen, um in diesem grossen und für die Migration der Vögel wichtigen Feuchtgebiet Vögel und andere Tiere zu beobachten.

Um 05:45 trafen wir uns mit Andrea, unserem Gastgeber in der Lodge (Hotel de Campo), um gemeinsam zum Bootsanlegesteg zu fahren. Um 06:00 ging die Fahrt auf dem Fluss los. Die Sonne ging kurz nach 06:00 auf, die Strahlen der aufgehenden Sonne färbten die Wolken schon etwas früher, bevor die Sonne selber über den Horizont kam. Ein leichter Frühnebel lag noch auf dem Wasser, als wir uns auf den Weg machten.

Ein Kuckuck (Cratophaga ani) war der erste Vogel, der uns begegnete. Diese Art ist hier offenbar verbreitet, es blieb heute für uns aber bei dieser einen Sichtung.

Ein grosser Schwarm von Cattle Egret (Bubulcus ibis) erwartete auf einem Baum die aufkommende Sonne und die Wärme, welche diese versprach. Die Temperatur fiel aber auch nachts nicht unter 25 Grad. Beim genauen Hinsehen sind die gelblichen Federn am Kopf zu erkennen, diese weisen auf die kommende Brutsaison der Vögel hin.

Zwei Kiebitze (Vanellus chilensis) warteten bis wir näher kamen und flogen dann mit lautem Gekrächze auf und davon.

Kaimane sahen wir auf dieser Bootsfahrt in rauen Mengen. In Costa Rica gibt es zwei Arten von grossen Echsen, einerseits die Caimanes cocodrillos und dann die Amerikanischen Krokodile. Davon jedoch später mehr. Diese Echse ist ein Kaiman, der etwa 1 m lang ist. Sie können bis zu knapp 3 m lang werden, die meisten jedoch wachsen „nur“ bis 2.5 m.

Einer meiner absoluten Lieblingsvögel in dieser Weltgegend, ein Boat billed Heron oder Garza Pico de Bote (Cochlearius cochlearius). Wir sahen heute einige dieser kleinen Reiher in einem Baum schlafen, die Tiere sind nachtaktiv und so verschlafen sie die meiste Zeit des Tages.

Ein grüner Eisvogel (Chloroceryle americana) ruhte sich zwischen zwei Jagdflügen auf einem dünnen Ast aus.

Ein anderes Exemplar derselben Art zeigt mehr der grünen Färbung am Kopf.

Einer der grössten Reiher ist der Tigerreiher oder Garza Tigre (Tigrisoma mexicanum), der von México bis hinunter nach Kolumbien vorkommt. Mir gefällt seine schöne Zeichnung am Hals.

Ein weiteres Exemplar eines Kaimans, der sich unsere Ankunft nicht gefallen liess, kaum hatte ich den Auslöser gedrückt, verschwand er im Wasser. Offenbar verbringt er die meiste Zeit des Tages im Wasser, die grünen Algen auf den Seiten des Körpers zeugen von diesen langen Aufenthalten im Wasser.

Wenn das Wasser ganz klar und ruhig ist, sehen die im Wasser schwimmenden Kaimane furchterregend aus. Nur die Augen und die Nasenspitze ragt aus dem Wasser. Für Menschen sind diese Echsen allerdings ungefährlich, für sie sind wir zu gross.

Einer der kleinsten Eisvögel ist dieser Erzfischer (Chloroceryle aenea). Er wiegt maximal 18 g. Diese Art lebt in den amerikanischen Tropen von Mexico bis nach Bolivien. Für mich war dies die erste Begegnung mit dieser Art.

Im dichten Blättergewirr eines grossen Baumes entdeckte ich einen Iguana, der zwar sehr ungemütlich aussieht, für uns jedoch absolut ungefährlich ist. Trotzdem faszinieren mich diese Echsen jedesmal wieder.

Midnight blue ist die Farbe dieses Blue Herons, ziemlich genau die Farbe meines Teslas. Während das Auto mit Strom fährt, fliegt dieser Vogel aber mit Fischen. Auch ist er nicht ganz emissionsfrei, wie der Ast unter ihm zeigt.

Der Amazon-Kingfisher (Chloroceryle amazona) ist einer der grösseren Eisvögel, er kann bis zu 110 g schwer werden. Von Südmexiko bis nach Nord-Argentinien kommt er fast überall in den amerikanischen Tropen vor. Die unproportional kleinen Füsse der Kingfischer fallen mir jedesmal wieder auf.

An einem Baum suchte ein Linienspecht (Dryocopus lineatus) nach Fressbarem. Auch er lebt wie der Amazon Kingfischer in den amerikanischen Tropen. Die rote Kappe verrät ihn sehr gut, schon vom weitem ist er damit zu entdecken. Das Hackgeräusch ist auf einem Motorboot leider nicht zu hören.

Ein ganz seltener Vogel ist dieser Scharzkopf-Trogon (Trogon melanocephalus). Sein hellblaues Auge hebt sich schön vom schwarzen Gefieder an seinem Kopf ab. Für mich der erste Vertreter dieser Vogelart, den ich sah.

Diese hübsche Echse ist ein Weibchen des Jesus Christ Lizard (Basiliscus basiliscus). Typisch für die Weibchen sind neben der Kopfform auch die weissen Punkte am Rücken.

Etwas später sahen wir noch das männliche Tier mit den typischen Kämmen auf dem Kopf und auf dem Rücken. Dieses Exemplar kam offenbar erst kürzlich aus dem Wasser und war deshalb noch ziemlich schmutzig. Alle Basilisken, die wir sahen, waren stationär am Ufer, über's Wasser rennen sahen wir leider keinen.

Schildkröten geniessen auf abgestorbenen Ästen die wärmende Sonne. Der Fotograf muss sich immer beeilen, denn kaum werden die Tiere seiner Anwesenheit gewahr, verschwinden sie umgehend im schützenden Wasser.

Auf diesem Bild sind die beiden grossen Echsen in Costa Rica vereint. Links ein Amerikanisches Krokodil und rechts davon ein Kaiman. Das Krokodil hat auf dem Rücken zwei Reihen von kegelförmigen Schuppen, während der Kaiman nur flache Schuppen hat. Die Krokodile werden zudem viel grösser, in dieser Gegend lebt angeblich ein Tier, welches 5 m misst. Dieses Exemplar ist mit mehr als 3 m auch alles andere als ein Leichtgewicht. Offenbar leben diese Echsen problemlos zusammen, sie ernähren sich lieber von Fischen und gelegentlich auch Vögeln und kleineren, unvorsichtigen Landtieren, die sich zu nahe ans Wasser getrauen.

Zwei Tiger Herons sind gerade in einen Machtkampf verwickelt. Als wir näher kamen, stellten sie ihr Scharmützel ein und flogen auf einen nahe stehenden Baum.
