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- Kategorie: Costa Rica 22
Weiter in den Norden zur Laguna Caño Negro

Beim gestrigen Nachtessen im Hotel erhielten wir Besuch von unterschiedlichen Tieren. Es begann mit 3 Rehen, welche uns aus sicherer Distanz musterten. Näher als knapp 2 m kamen sie uns jedoch nicht.

Eine riesige Kröte sass in der Nähe eines Fischteichs und als ich mich ihr näherte, glotzte sie mich mit ihren Glubschaugen neugierig an. Sobald ich mein Bild „im Kasten“ hatte, liess ich sie wieder in Ruhe unnd setzte mich wieder an den Tisch.

Der nächste Besucher war ein vorbei huschendes Stinktier, das so schnell wieder verschwand, dass ich ein Bild aus dem Internet suchen musste. Sein schnelles Verschwinden ersparte uns das „Erriechen“ des Tieres.

Nicht ganz auf unserem Weg aber mit einem kurzen Umweg gut zu erreichen, lagen heute schöne Wasserfälle, die Cataratas Llanos de Cortez. Vor allem bei Einheimischen in dieser sehr trockenen Nordwest-Ecke von Costa Rica sind diese für ein abkühlendes Bad sehr beliebt. Wir genossen lediglich den Blick auf die Fälle, ein Bad war heute nicht angesagt.

Auch Reisegruppen besuchen den Fall und selbstverständlich muss dann auch ein Gruppenbild sein.

Die Strasse in den Norden führte uns zwischen den beiden Vulkanen Miravalles im Westen und Tenorio im Osten hindurch. Beide Gipfel waren heute in Wolken gehüllt, während der Himmel sonst tief-blau war.

Das Massiv des Volcán Tenorio wird aus zwei Vulkanen gebildet, einerseits ist links der kleinere Volcán Montezuma zu sehen, sein Kraterrand liegt auf 1520 m.ü.M.. Rechts davon ragt der Krater des Tenorio 1916 m über den Meeresspiegel.

Viele ebene Flächen in dieser Gegend sind vom ursprünglichen Wald „befreit“, statt dessen wachsen heute riesige Ananas-Felder. Auch Ananas ist eine Tropenfrucht, welche man eigentlich nicht gross essen sollte. Ihr Anbau verschlingt gigantische Mengen Land und damit Tropenwald. Auch Wasser muss in genügender Menge vorhanden sein. Dieses fehlt dann an anderen Orten.

Mit solchen riesigen Erntemaschinen werden die Früchte geerntet, dies ist weitgehend Handarbeit, die Ananas-Früchte werden von Hand aus der Staude geschnitten und dann auf diese Maschine gelegt, wo sie gerade verpackt werden.

Unser morgiges Ziel ist ein grosses Feuchtgebiet, wo wir nochmals Vögel suchen wollen. Ein weisser Reiher war heute das Begrüssungskommittee für den Park. Die letzten 25 km des Weges waren leider nicht geteert, zuerst war die Piste noch gut, ihr Zustand verschlechterte sich jedoch bald und als ich am Ziel war, schmerzten die Hände vom Griff am Steuerrad doch ziemlich. Bei der Abreise warten nochmals 15 km dieser Piste auf mich.

Viele Bäume sind von Orchideen und Bromelien so stark überwachsen, dass teilweise sogar Äste abbrechen, da diese das Gewicht der „Bepflanzung“ nicht mehr zu tragen vermögen.

Da die meisten für Bromelien geeigneten Bäume schon bewachsen sind, suchen sich einige Pflanzen einen Standort auf einer Stromleitung. Von Elektrizität werden sie wohl kaum leben können, sie müssen sich die Nährstoffe sowie das lebensnotwendige Wasser aus der Luft und dem Regen beschaffen. Regen ist in dieser Gegend eher selten, trotzdem sehen die Pflänzchen gesund aus, und diese blüht sogar gerade.

In unserem Hotel gibt es einige Bäume im Garten, darunter auch diesen Cacau-Baum, dessen Früchte aktuell noch nicht reif sind. Sie können dann geerntet werden, wenn sich die Schale rot verfärbt. Obwohl diese Bohne schon eine leichte Farbtönung aufweist, dauert es noch einige Wochen bis zur Ernte. Der Besitzer des Hotels ist ein Tessiner, der vor 30 Jahren mit seinem Vater als damals 18 jähriger Junge hierhin ausgewandert ist. Er studierte in Costa Rica Jura und arbeitete als Anwalt sowie als Notar. Nun kümmert er sich ausschliesslich um das Hotel sowie die Bootstouren.
Heute heisst es früh ins Bett zu gehen, morgen fahren wir um 05:45 bereits los.
