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- Kategorie: Florida 22
Vorläufiger Abschied vom Atlantik bei Jacksonville
Nachdem wir nun seit Miami meist auf der A1A-Strasse ziemlich direkt entlang der Atlantik-Küste fuhren, war es heute bei Jacksonville Zeit, uns vorerst vom Atlantik zu verabschieden. Wir fuhren ins Land hinein, da wir uns in Jacksonville einige Sachen ansehen wollten.

Zuerst war es aber noch an der Zeit, einen Blick auf die Küste zu werfen. Auch bei Jacksonville gibt es kilometer-lange Sandstrände, welche aber nur mehr wenige Badende anlocken. Einerseits ist der Strand hart und auch das Wasser ist nicht mehr ganz so warm wie weiter südlich. Einige Unentwegte sonnten sich aber trotzdem.

In Richtung Süden waren sogar einige Surfer in den Wellen. Das Meer war recht ruhig, auf dem flachen Strand liefen die Wellen sehr breit auf und sorgten für einen schönen Surf.

Ein ganz neuer Steg diente den Fischern für ihr Hobby. Viele lokale Männer und auch Frauen waren heute auf dem Steg auf der Suche nach ihrem Petri Heil. Während unseres Besuchs sahen wir keine grossen Fänge.

Die meisten der Fischer waren technisch sehr gut ausgerüstet. Maximal drei Ruten waren pro Fischer erlaubt, diese wurden auf solchen kleinen Wägelchen bequem transportiert. Das Werkzeug, die Köder und der notwendige Proviant des von Fischer’s Fritz fanden hier Platz. Alkohol ist auf dem Pier verboten.
Dann war es an der Zeit, uns vorerst vom Atlantik zu trennen. Das nächste Ziel hiess Jacksonville. Eine Stadt der Superlative! 2'264 km2 totale Fläche deckt ihr Territorium ab, was sie zur flächenmässig grössten Stadt der USA macht. Die knapp 950'000 Einwohner machen sie zudem zur Stadt mit den meisten Einwohnern im Südosten der USA und sogar zur einwohnerreichsten Stadt im Süden der USA, wenn Texas ausgenommen wird.

In Jacksonville gab es ein anderes Highlight: Den Treaty Oak Tree. Eine grosse Eiche, Quercus virginiana. Dieser Baum gilt mit seinen geschätzten 250 Jahren als einer der ältesten Bäume in Florida. Ein weiterer Superlativ: Der grösste und älteste Baum der Stadt steht im kleinsten Park der Stadt. Die Eiche soll zu guter Letzt auch noch das älteste lebende Ding in der Stadt sein.
Treaty Oak heisst er deshalb, weil ein Journalist ihn nach dem 1. Weltkrieg vor dem Fällen rettete. Er publizierte eine falsche Story, dass nämlich unter dem Baum ein Vertrag zwischen den lokalen Indianern und den ersten Siedlern unterzeichnet worden sei. Schliesslich kaufte eine lokale reiche Dame, Jessie Ball du Pont, alle Grundstücke rund um den Baum und schenkte alles der Stadt mit der Auflage, hier einen öffentlichen Park zu errichten, was dann auch geschah. Der Park ist heute nach der edlen Spenderin benannt.

Die grosse Eiche ist wirklich beeindruckend. Die Krone misst knapp 80 m im Durchmesser.

Auch der Stamm sowie die am Boden aufliegenden Äste sind mächtig. Ein abgebrochener Ast im linken Vordergrund misst etwa 80 cm!

Die Innenstadt von Jacksonville liegt an einem Fluss, welcher von einigen Brücken überspannt wird. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es einige Stahl- und Glashochhäuser, wie sie in vielen amerikanischen Städten zu finden sind. Mir gefiel die Brücke, welche mich. an meine Meccano-Baukästen erinnterte, welche ich als kleiner Junge hatte.
Als wir nach einem Spaziergang entlang des Flusses wieder zum Auto zurückkehren wollten, ertönte an der Brücke eine Sirene und der ganze Auto-Verkehr stoppte. Die mittlere Teil der Hebebrücke wurde hochgezogen, mein kurzer Film zeigt die Szene. Zwischen der Sirene und dem Beginn des Hochziehens verstrichen gut 5 Minuten. Wir fragten uns, was da nun wohl für ein Riesenkahn kommen würde.
Nach weiteren 5 Minuten erschien dann das riesige Teil, welches etwas verschämt unter der grossen Brücke und dem vielen gestauten Verkehr durchfuhr. Der Verkehr war wegen dieser Mega-Mini-Yacht eine knappe Viertelstunde blockiert. Ein offenbar vertrautes Phänomen in dieser Stadt.
