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- Kategorie: Canarias 23
5 Tage auf La Gomera
Mein letzter Aufenthalt auf La Gomera war im Oktober 1999, gerade nachdem wir in unser neues Haus in Lieli eingezogen waren. Nach vielen Jahren war es nun wieder einmal Zeit für einen Besuch. Wir buchten uns für 5 Nächte im Jardin Tecina, einem schönen Hotel auf der Insel ein Zimmer. La Gomera ist vor allem für Wanderer ein Paradies, die ganze Insel wird von Wanderwegen durchzogen. Uns nützt dies nichts, ich mietete uns ein Auto, um doch etwas von der Insel zu sehen.

Vom Hafen in der Inselhauptstadt San Sebastian führte eine Strasse auf knapp 1200 m hoch um dann wieder hinunter bis nahezu auf Meereshöhe zum Hotel zu verlaufen. Unterwegs gab es einen Aussichtspunkt, von welchem aus die Hauptstadt schön zu sehen ist. In der Ferne zeigte sich der Teide auf Teneriffa, mit seinen 3715 m der höchste Berg Spaniens. Für einmal völlig wolkenlos!

Beim Hotel gab es einen Wanderweg oberhalb der Steilküste, von welcher aus Teneriffa ebenfalls gut zu sehen war. Die Hotelanlage lag etwa 80 m über dem Meer und bot so immer wieder schöne Ausblicke auf den Atlantik. Den Wanderweg benützten wir jeden Tag mindestens einmal.

Aussen zuoberst auf der Klippe zeigen sich einige der weissen Häuser der weitläufigen Hotelanlage. Unterhalb des Klippen gab es einen weiteren Pool, welcher ausschliesslich für die Hotelgäste reserviert war. Der Zugang erfolgte über einen Lift, welcher im Berg verlief. Von hier aus ist eine kleine Ortschaft zu Fuss gut zu erreichen, unseren Cortado tranken wir hier öfter.

Im unteren Pool bemerkten wir an einem Tag sonderbare Tiere. Schwarze Viecher mit gelben Flossen und seltsamen Tanks auf dem Rücken: Taucher machten hier die ersten Versuche mit ihrer Ausrüstung bevor es später ins offene Meer ging.

Vom Hotel aus machten wir an einem Tag mit unserem Mietwagen einen Ausflug auf der Insel. Es gab keine Strassen entlang des Meeres, immer musste man in einer Schlucht - einem sogenannten Barranco - bis auf über 1000 m hochfahren nur um dann in einem weiteren Barranco wieder auf Meereshöhe herunter zu gelangen. Irgendwie erinnert La Gomera an eine Zitronenpresse: In der Mitten ein Berg mit knapp 1400 m Höhe und viele Barrancos hinunter zum Meer. Mit dem Auto einfach machbar, auch wenn es sehr, sehr viele kurvige Strassen gab. Für fitte Wanderer sicher spannend und immer wieder mit grandiosen Ausblickend belohnend.

Beim Wendepunkt unseres Ausflugs, dem Mirador de Igualero auf 1320 m.ü.M. lag die Ermita de San Francisco, wo auch eine Skulptur an die sogenannte Silbo erinnert. Die Silbo ist die traditionelle Pfeifsprache der Einheimischen, mit welcher sie sich vor der Handy-Zeit über die Barrancos hinweg verständigten. Heute ist es dank guter Handy-Verbindungen auf der ganzen Insel einfacher.

Von hier aus gab es auch einen schönen Blick auf den viele hundert Meter tiefer gelegenen Atlantik.

Felsen gab es auf La Gomera zur Genüge. Da es hier öfter regnet, ist die Insel sehr grün. Im Gegensatz zum Süden von Gran Canaria und auch vom Süden von Teneriffa, wächst hier eine üppige Vegetation.

Ein anderer Ausflug führte uns nach San Sebastian de La Gomera, der Inselhauptstadt. Auch hierhin führt die Strasse wieder über die Berge. Die Calle Real war am Samstag vor dem Mittag voller Einheimischer, kurz nach Mittag war es aber einfach, die Gebäude ohne viel Menschen zu fotografieren.

Christoph Kolumbus soll vor seiner grossen Fahrt über den Atlantik 1492 noch auf La Gomera Station gemacht haben. Dieses Haus heisst denn auch Casa Colon. Doch hier hat er sicher nie gewohnt, dieses Gebäude wurde erst gute 100 Jahre später erstellt. Vermutlich wohnte er - wenn überhaupt - in einem Vorgängerhaus, welches aber abgebrannt ist.

Zu diesem Haus gibt es keine Geschichte, mit gefiel einfach die Farbkombination sowie der hölzerne Fensterladen.

Die Ermita de San Sebastian stammt aus dem Jahr 1535 und gilt damit als älteste Kirche von La Gomera. Ein schlichtes Gebäude, gut im Schuss gehalten.

Der Entdecker wird mit einer Statue geehrt. Im Hintergrund steht die Casa de la Aduana, welche leider geschlossen war. Dort steht offenbar ein Brunnen, von welchem Kolumbus vor seiner Reise angeblich noch Wasser getankt hat. Der Legende nach soll er damit die neue Welt getauft haben …

Ein moderner Künstler verwirklichte seine spezielle Sicht von Kolumbus. Na ja.

Die Stadt San Sebastian legt viel auf Tradition und Ansehen, sogar die Dohlendeckel sind hübsch. Das Regenwasser soll nicht einfach unter „normalen“ Deckeln abfliessen. Auch darauf wird auf Kolumbus Bezug genommen: "De aqui parto Colón", von hier aus segelte Kolumbus.

Auch San Sebastian liegt nicht in einer Ebene. Lediglich rund um den Hafen und die Calle Real ist es einigermassen flach, die meisten Wohnhäuser kleben an den steilen Hängen des Barranco.

Die Hauptkirche der Insel ist die Iglesia de la Asunción welche aus dem späten 15. Jhdt. Stammt. Die beiden Seitenschiffe stammen hingegen aus dem 18. Jhdt.

Die Calle Real ohne Fussgänger. Kurz nach Mittag waren die meisten Einheimischen am Essen, nur einige wenige Touristen waren unterwegs.

Der Torre del Conde stammt aus dem Jahr 1450 und ist die älteste militärische Anlage der Kanaren und zugleich das älteste Gebäude von La Gomera. Es diente einst als 3-geschossiges Wohnhaus und war Teil der Stadtbefestigung. Die anderen Teile der Stadtmauer sind verschwunden, lediglich der Turm hat die Zeiten überstanden.

An einem Abend fiel ein ganz feiner Regen, genug für einen Regenbogen, mit welchem der Bericht aus La Gomera endet. Morgen kurz vor dem Mittag verlässt unsere Fähre die Insel und wir fahren zurück nach Teneriffa.
