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Ausflug in den Taman Negara, den Nationalpark in Malaysia
Wir buchten einen Ausflug in den Nationalpark, den Taman Negara. Gute 3.5 Stunden nordöstlich von Kuala Lumpur gelegen schützt er ein riesiges Stück primären Regenwald, mit seinen geschätzten 150 Mio. Jahren einer der ältesten solchen Wälder weltweit. Unser Fahrer meinte, für ihn sei die Fahrt dorthin ein Punishment-Drive, er hätte eben zwei Tage Urlaub gehabt und dürfe nun die lange Fahrt machen. Nach unserer Ankunft nahm er einige Gäste für die Rückfahrt nach Kuala Lumpur auf. Etwa 750 km an einem Tag ist eine lange Strecke.

Als wir auf der gegenüberliegenden Flussseite ankamen, hatte der Fluss noch sehr viel Wasser. Von seinem Höchststand vor drei Tagen war der Pegel allerdings schon gute 3 m gesunken. Eine kleine Fähre setzt von der Anlegestelle zum Resort innerhalb des Parks auf der anderen Flussseite über.

Das Resort besteht aus vielen kleinen Chalets, welche in einer grösseren Parkanlage verteilt sind. Ich erinnerte mich noch gut an die Unterkünfte. Mein letzter Besuch hier lag schon 32 Jahre zurück und war damals ein Teil meiner ersten Reise nach Süd-Ost-Asien.

An einigen Stellen im Resort waren solche Plüschtiger aufgestellt. Die richtigen Tiger sollen im Gebiet des Parks noch leben, doch besteht kaum eine Chance, ein solches Tier zu sehen. Die Plüschkätzchen sollten wohl ein Trostpreis dafür sein.

Auch einige der Putzwagen des Zimmerpersonals waren mit solchen Katzen verziert.

Wenn ein wahrhaftiger Tiger so vor dem Restaurant liegen würde, hätte es hier wohl keine Gäste.

Der Regenwald reicht bis direkt ans Wasser hinab. An einigen Stellen sind die Schlammspuren des letzten Hochwassers noch gut zu sehen.

Einen ersten Ausflug machten wir direkt nach unserer Ankunft zu einer Siedlung der Ureinwohner, der Orang Asli. Diese leben noch wie ihre Vorfahren im tiefen Wald, insgesamt sollen es noch gut 1000 Personen sein, die so leben. Irgendwie kam ich mir in diesem Dorf störend vor, die Menschen so wie in einem Zoo zu besichtigen. Ich tröstete mich aber mit dem Wissen, dass sie so immerhin zu etwas Geld kommen.

Hier wird gerade ein neues Haus errichtet. Die Grundstruktur besteht aus Holzpfeilern, das Dach sowie die Seitenwände werden aus Palmwedeln geflochten.

Interessanterweise haben einige der Häuser schon kleine Solarzellen auf dem Dach, so können die Handys geladen werden und ein Fernseher bringt die Informationen der Aussenwelt in die Siedlung.

Weit weg von der Zivilisation gab es hier immerhin noch eine 4G-Verbindung auf dem Handy, etwas, das zuhause in Lieli eher selten ist. Auch Solarzellen gibt es bei uns nicht, da einige der Nachbarn nichts von so modernem Zeug halten.

Ein Angestellter des Resorts führte uns durch die Siedlung und erklärte auch einige der Tätigkeiten der Einheimischen. Sie jagen im Wald nach Kleinsäugern und auch Affen, welche sie mit einem Blasrohr erlegen. Dessen Handhabung ist gar nicht so einfach.

Wann immer mit einem Blasrohr ein Jagd-Erfolg erzielt wurde, verziert der Dorfvorsteher das Rohr mit einem solchen Ring. Der Besitzer des Rohrs ist selbstverständlich sehr stolz auf seine vielen Ringe.

Die Demonstration des Blasrohrs hatte einen Teddybären als Ziel. Das arme Tierlein war schon ganz zerstochen, da viele der Touristen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen wollten. Dafür gab es dann aber keine neuen Ringe auf dem Blasrohr.

Ein riesiger Baum mit seinen Brettwurzeln diente mir als Rahmen für ein Portrait.

Auch hier sind die Markierungen des Hochwassers noch gut zu sehen. 1992 stand das Wasser allerdings noch gute 10 m höher. Damals waren grosse Teile der Landschaft überschwemmt. Als wir wegfuhren, war das Wasser schon wieder 2 m tiefer. Der Fluss fliesst sehr schnell und bringt so riesige Mengen Wasser umgehend weg.

Am zweiten Tag machten Ruth und ich eine Wanderung im Wald zu einem Canopy-Walkway. Die Wanderung dorthin sollte etwa 2 km lang sein und der Rückweg dann nochmals etwa gleichviel. Der Weg war meist gut im Stand und mit solchen Platten ausgelegt.

An einem grossen Baumstamm sah ich einen Tausendfüssler, gut und gerne 25 cm lang. Ein beeindruckendes Vieh! Die Beine konnte ich leider nicht zählen.

An einigen Stellen sah der Weg dann aber auch so aus: Fallende Bäume und Erdrutsche beschädigten den Boardwalk und man musste grosse Umwege auf sehr unsicherem Gelände machen. Ohne Ruth’s Hilfe wäre ich hier verloren gewesen.

Der Canopy-Walk führte über solch schmale Stege von einem Urwald-Riesen zum nächsten. Insgesamt 350 m in den Baumwipfeln und bis zu 45 m über Grund. Eine oft schwankende Angelegenheit.

Pilze sind die ersten Lebewesen, welche einen gefallen Baumriesen anpacken und abbauen. Wir trafen eine Vielzahl von unterschiedlichen Gewächsen.

An einer Stelle galt es, eine grosse Wurzel eines Urwaldriesen zu übersteigen. Mit Absitzen ging das auch für mich gut. Bis wir wieder im Resort zurück waren, kamen insgesamt etwas mehr als 10 km zusammen, häufig über Stock und Stein und auch grossen Wurzeln. Die Distanzangaben auf den Wegweisern scheinen ziemlich ungenau zu sein.

Am Nachmittag waren wir wieder mit einem Boot in einem Nebenfluss unterwegs. Vorne auf dem kleinen Boot sass ein Lotse, der die Untiefen des Flusses erkundete und dem Bootsführer die untiefen Stellen anzeigte.

Ich geniesse immer solche Fahrten auf Flüssen durch die Regenwälder. Mit einem Elektromotor wäre es noch viel interessanter, da dann die Vogelstimmen zu hören wären. Diese Technologie hat hier leider noch nicht Einzug gehalten.

Ein anderer Bootsführer hatte weniger Glück und hockte auf einem im Wasser verborgenen Stein auf. Mit vereinten Kräften von unserem Bootsführer sowie einem Passagier auf dem anderen Schiff gelang es schliesslich, das Boot wieder flott zu kriegen.

Ein grössere Echse war das einzige nennenswerte Tier, welches wir im Park antrafen. Sie mass etwa 30 cm. Rund um das Resort waren einige kleine Affen unterwegs, die über die Dächer sprangen. Die Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben, da sonst unangenehmer Besuch droht.

Am Bootsteg gab es eine Anzeige, die ich so noch nie sah: Rauchen verboten ist bekannt, dass auch Vaping verboten ist, sah ich so noch nie. Das wird in Zukunft wohl noch öfter zu sehen sein. Dilarang ist malayisch für verboten.