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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Zweite Etappe - Namibia
Etosha Nationalpark - Tag 3 - Okaukuejo Camp: Ein stolzer Vogel und dann Gewitterwolken
Vom Dolomite Camp bis zum Okaukuejo Camp sind es 175 km auf einer mehr oder weniger guten Piste. Teilweise starkes Wellblech, dann wieder sehr eben und gut befahrbar.
Beim Parkplatz der Lodge überquerte gerade ein etwa 15 cm langer Tausendfüssler den Weg, ich nutzte die Gelegenheit für einen kurzen Film. Sehr schön sieht man die Wellen, welche sich in Laufrichtung durch die Beine fortpflanzen.

Kurz nach meiner Abfahrt sah ich eine seltsame Gestalt auf einem Feld. Erst mit dem Feldstecher erkannte ich einen Kory Bustard, der sein Gefieder am Hals aufplusterte. Ich vermute, dies sei sein Balzgewand, ich sah jedoch keinen zweiten Vogel. Auf jeden Fall schritt dieser Herr sehr stolz einher und würdigte mich keines Blickes.

Auch Springböcke waren sehr zahlreich. Kurz nach 8 Uhr waren die meisten am ruhen, auch sie liessen sich von mir nicht stören. Eine gute Gelegenheit für ein schönes Portrait aus der Nähe.

Heute begegneten mir auch die ersten Gnus im Park, wie meist hatten sie ihre Köpfe gesenkt und frassen das dürre Gras. Wie die meisten Grasfresser müssen sie während der meisten Zeit des Tages fressen, ihre Nahrung enthält nur wenige Nährstoffe.

Am Horizont türmten sich schon die ersten Wolken auf, gegen Mittag wurden sie bedrohlich, es blieb aber bis am späteren Nachmittag noch trocken. Erst nach 18 Uhr fielen die ersten Regentropfen, diesmal begleitet von Blitz und Donner.

Auch dieser Korhan stolzierte erhobenen Hauptes durch die Landschaft. Für einmal hatte ich genügend Zeit, ein scharfes Bild zu schiessen. Meist fliegen diese Vögel mit lautem Gegacker auf.

Tüpfelhyänen sind zwar keine schönen Tiere im landläufigen Sinn, doch wenn ich sie aus der Distanz fotografieren kann, lasse ich mich nicht abhalten. Sie war unterwegs zu einer Wasserpfütze, wo sie ihren Durst stillen konnte. Da es in dieser Gegend in den letzten Tagen bereits intensiv regnete, liegt an vielen Stellen Wasser, die Wasserlöcher sind deshalb meist verwaist.

Im Hintergrund liegt die Etosha Pfanne, ein riesiger Salzsee, der die meiste Zeit des Jahres völlig ausgetrocknet ist. Über dem See steigen die Gewitterwolken auf, sie werden sich in den nächsten Stunden entladen.

Ein grosses Webervogel Mehrfamilienhaus fiel von einem Baum auf den Boden, die Vögel bauen ein anderes Mehrfamilienhaus auf einem benachbarten Baum. Das Baumaterial beschaffen sie sich vom abgestürzten Baum: Recycling in der Vogelwelt. Die Vögel haben etwa die Grösse unserer Spatzen.

Zebras sind ungemein faszinierende Tiere, insbesondere, wenn sie unter Gewitterwolken über die ausgedörrte Landschaft ziehen. Auch für sie beginnt nun die bessere Jahreszeit, da es bald wieder viel Wasser haben wird und dieses für frisches, grünes Gras sorgen wird.

Ein männlicher Strauss kämpft mit dem starken Gewitterwind, welcher ihm sein Fell durcheinander bringt. Offensichtlich hat er keine grosse Freude am Wind!

Vor den drohenden Gewitterwolken hebt sich das frische Grün dieser Bäume schön ab. Als Giraffe würde ich in diesem Wald leben wollen und das grüne Laub fressen. Heute sah ich allerdings hier kein einziges dieser Tiere. Auch Elefanten suchte ich bisher vergebens.
