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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Zweite Etappe: Namibia
Eintauchen in eine völlig andere Welt

Nach dem zeitigen Frühstück in Windhoek und einigen Einkäufen machte ich mich auf den Weg in Richtung Swakopmund am Atlantik. Ich wollte selbstverständlich nicht über die Teerstrasse fahren, sondern mit meinem 4x4 über die Pisten brettern. Wenige km nach Windhoek endete der Teer und die Piste begann. Ein völlig anderes Fahrgefühl, aber mit meinem Wagen problemlos. Die Landschaft ist eine völlig anderes, als was ich während der letzten drei Wochen in Südafrika erlebte. Sehr karge Vegetation und kahle Berge prägen das Bild.
Begrüsst wurde ich auf meiner Fahrt von einem Pavian, einem Vertreter der ganzen Familie, deren Mitglieder hier recht scheu sind. Wenn ich mit 80 km/h vorbei fuhr, nahmen sie keinerlei Notiz, sobald ich aber verlangsamte, rannten sie weg. Schlechte Erinnerungen?
Mein Geholpere führte mich über den Gamsberg-Pass, eine Gegend, die ausnehmend schön ist. Nur wenig Vegetation, aber die Geologie liegt offen zu Tage.
Die Natur verbringt ab und zu wahre Wunder. Wie sich dieser Baum auf diesem Stein halten kann, ist mir ein Rätsel! Nur sehr wenig Wasser muss ihm vollkommen ausreichen. Nährstoffe findet er dort wohl nicht sehr viele, doch sicher genügend, wenn ich seine grüne Krone ansehe.
Je weiter ich in Richtung Atlantik vorstiess, desto karger wurde die Vegetation. Nur noch in den Tälern konnten sich grössere Pflanzen halten, auf den Ebenen war der Wind zusätzlich zur Trockenheit ein Feind. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel, die Temperatur erreichte zuweilen 38 Grad.
Ein kleineres Auto hatte kein Glück: Vollständig ausgebrannt lag das Wrack am Rande der Piste. Von den Aluminium-Felgen sind nur noch Spuren vorhanden, die Pneus sind lediglich noch dank der darin enthaltenen Metalldrähte erkennbar. Mit einem normalen PW ist diese Strecke zwar fahrbar, doch das Wellblech ist sehr anstrengend. Mit meinen grossen Rädern fliege darüber hinweg.
Mein Hilux ist ein 2.8 l Diesel mit grossen Rädern und massiven Pneus. Damit kann ich problemlos mit gut 80 km/h fahren. Die einzelnen Wellentäler des Wellbleches der Piste sind kaum zu spüren. Der Toyota braucht etwas mehr als 7 l Diesel pro 100 km.
An einer Stelle begegnete ich die ersten Köcherbäume vor einer imposanten Bergkulisse. Köcherbäume sind Vertreter der Aloe-Familie. Diese können in dieser staubtrockenen Gegend überleben und finden genügend Wasser.
Den Tag schloss ich in Swakopmund ab, wo ein alter Leuchtturm in einem Park steht. Heute hatte ich mit dem Wetter grosses Glück, bei meinen früheren Besuchen war hier meist dicker Nebel. Ein blauer Himmel passt aber viel besser zum knalligen Rot des Turmes.
Der Strand von Swakopmund ist zwar breit, aber ohne Badende. Auch hier bringt der Benguela-Strom sehr kaltes Wasser von der Antarktis. Die von der Strömung mitgeführten Nährstoffe sorgen zwar für ausgezeichneten Fisch in der Gegend, für Badende ist das mitgeführte Wasser aber zu kalt. Den Fisch liess ich mir heute Abend schmecken!
