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- Kategorie: Winterreise 16 / 17 - Zweite Etappe: Namibia
Eine lange Strecke auf sehr schlechter Piste, es hat sich aber gelohnt!
Vom Dolomite-Camp bis zu meinem nächsten Standort waren es heute ohne Umwege 170 km, doch ich fuhr jeden möglichen Seitenweg, so dass mich die Strecke dann gut 8 Stunden „kostete“. Die Piste war über weite Strecken sehr schlecht, viel Wellblech, welches sich nur mit recht hoher Geschwindigkeit einigermassen überleben liess.
Nich nur ich war schnell unterwegs, als ich anhielt, um diese Red Hartebeest zu knipsen, rannten sie wie wild davon. Ihnen macht die Unebenheit des Untergrundes aber nicht viel aus, ganz im Gegensatz zu mir. Meine Hände waren bei der Ankunft in der neuen Lodge noch ganz zittrig.
Die afrikanischen Himmel sind für mich immer wieder faszinierend: Topfebene Landschaft nahe der Etosha-Pfanne und darüber ein endloser Himmel. Ohne den einsamen Baum im Vordergrund hätte das Auge keine Möglichkeit, sich zu orientieren. Die kleinen Wölklein am Himmel verleihen diesem die notwendige Tiefe.
An diesem Baumskelett haben Sociable Weavers, eine besonders sozial lebende Art der Webervögel, ihre gigantischen Nester gebaut. Mehrere hundert der kleine Vögel wohnen in diesen Anlagen. Wenn sie es mit der Bauerei übertreiben, bricht schon mal ein Ast ab und die Kolonie muss sich eine neue Behausung schaffen.
Etwas später dann der erste Anblick der Etosha-Pfanne, einem trockenen See von gigantischen Ausmassen. Etwa 130x68 km misst die trockene Ebene, die mit Fahrzeugen nicht befahren werden darf. Rund um die Pfanne gibt es aber viele Pisten, die teilweise bis an den Rand gehen und mit einigem Glück lassen sich einige Tiere beobachten.
Auf der Ebene vor der eigentlichen Pfanne sind einige Strausse unterwegs, diese lassen sich hier sehr gut beobachten, da die Landschaft offen ist und nur selten höhere Büsche die Sicht versperren. Die Strasse sind jeweils schon von Weitem als schwarze Punkte zu sehen.
Recht häufig sind Springböcke zu sehen, so grosse Gruppen allerdings eher selten Meist sind es zehn, zwanzig Tiere, welche zusammen auf der Eben grasen. Diese grössere Gruppe war auf dem Weg von irgendwo nach irgendwo, für mich sah es auf beiden Seiten etwa gleich aus. Für die Springböcke gab es offensichtlich Unterschiede.
Plötzlich kam ich an einem einsamen Bäumlein am Strassenrand vorbei und bemerkte im letzten Moment diese Löwen. Zwei erwachsene Männchen und fünf Weibchen lagen im kargen Schatten. Es war für mich heute schon die zweite Gruppe von Löwen, bereits kurz nach der Abreise sah ein drei Tiere, ein Männchen mit zwei Weibchen. Jene waren aber nicht so nahe bei der Strasse, sondern auf der anderen Seite eines Wasserloches.
Irgendwann musste sich eines der Männchen strecken, ganz langsam erhob er sich und warf einige Blicke in die Umgebung, nur um ich kurz danach wieder auf die Seite fallen zu lassen. Nur nicht zu viel Energie verschleissen!
Springböcke sind nicht immer am Fressen, ab und zu liegen auch sie ganz gerne im Schatten. Die Sonne brannte heute erbarmungslos auf die Ebene, die Temperatur stieg wiederum auf gut 38 Grad.
Als ich dieses Nashorn sah und anhielt, kam gerade ein kleinerer Bus mit deutschen Touristen vorbei. Ich hörte den Reiseführer stolz seinen Kunden erklären, dass es sich hier um ein Breitmaul-Nashorn handle. Auf einen solchen Führer kann ich gut verzichten: Bei nur zwei möglichen Nashörner-Arten sollte die Unterscheidung ja nicht ganz so schwierig sein. Ich dachte mir meine Sache und fuhr weiter.
Einmal mehr wurde mir heute klar, dass sich auf jeder Safari die Erlebnisse stark unterscheiden können. Bei meinem letzten Besuch in diesem Park vor etwas mehr als einem Jahr, sah ich fast keine Löwen und lediglich zwei Nashörner, sowie einen einzigen Elefanten am letzten Tag. Dieses Mal schon einige Elefanten, einige Nashörner, sowie alleine heute 10 Löwen.
