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- Kategorie: Winter 18 / 19: 1. Etappe Johannesburg - Windhoek mit Paul
Besuch beim Grossen Loch - The big Hole
Kimberley ist weltbekannt wegen 2’722 kg kleiner Steine. Ein Vulkanausbruch vor langer Zeit hinterliess einen Schlot, welcher zwischen 1871 und 1914 ausgebeutet wurde. Dabei fanden sich viele dieser Steine. Davon aber später mehr.

Die Stadt ist ziemlich reich geworden, davon zeigt auch die City Hall im Zentrum. Heute leben hier etwas weniger als 100’000 Menschen. Neben einem grossen Loch im Boden gibt es aber nicht sehr viel zu sehen, doch alleine das Loch war den Zwischenhalt wert.
Der Vulkanschlot wurde nur mit Spitzhacken und Schaufeln ohne maschinelle Hilfe ausgebeutet. Von der Oberfläche gruben die Männer 240 m in die Tiefe, bevor sie den Tagbau beim Ausbruch des ersten Weltkrieges aufgaben. Bis dahin wurden 22’500’000 t Material aus dem Loch gefördert. In den Steinen fand man 2’722 kg Diamanten. Das Big Hole gilt damit als das grösste je von Menschenhand gegrabene Loch. Später wurde der Ausbau weiter aufgenommen, dann aber nicht mehr im Tagebau sondern mit Stollen, welche in die Tiefe getrieben wurden. Insgesamt erreichte die Mine so eine Tiefe von 1’097 m!

Das grosse Loch ist heute mit Wasser aufgefüllt, insgesamt ist das Wasser etwa 40 m tief. Es kann nicht als Trinkwasser genutzt werden, da es sehr alkalisch ist. Ein Weg rund um das Loch misst 1.6 km, der Durchmesser beträgt 460 m. Eine gigantische Leistung, welche die bis zu 40’000 Glücksritter hier vollbrachten.

Rund um das Big Hole wurden einige Häuser aus dem Zentrum von Kimberley wieder aufgebaut. Diese hätten der Modernisierung der Stadt weichen müssen. Nun geben sie ein Bild des damaligen Lebens ab. Die drei Blechhütten sind Behausungen von Mineuren. Nicht sehr komfortabel, aber immerhin boten sie etwas Schutz vor den Elementen.

Diese beiden Gebäude stehen wohl nicht zufällig neben einander. Auf der rechten Seite konnten die Erfolgreichen ihre gefundenen Diamanten verkaufen und das verdiente Geld konnten sie anschliessend im Diggers Rest in Alkohol umtauschen. Das Leben muss hier ziemlich interessant gewesen sein und einige haben wohl gutes Geld verdient!

In diesem Geschäft wurden Schreib- und Rechenmaschinen verkauft und auch repariert. Offenbar ging auch in diesem Gewerbe nichts ohne eine königliche Empfehlung.

Am Nachmittag besuchten wir noch ein grosses Gebäude, welches heute das McGregor Museum beherbergt. Es gibt hier viele Informationen über die Frühmenschen, welche in Südafrika entdeckt wurden. Im Obergeschoss informiert eine Ausstellung über die Teilnahme von südafrikanischen Soldaten an den grossen Kriegen des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude selber diente zuerst als Wohnhaus eines frühen Bürgermeisters von Kimberley, dann auch als Schule sowie als Hotel.

Beim Treppenaufgang sah ich dieses Schild, welches ich mit etwas gutem Willen sogar verstand. In Afrikans steht hier „Pass auf, glatter Boden“.
Etwas nördlich von unserem Hotel liegt ein Stausee, welcher als Brutplatz für Flamingos dient. Von der vorbeiführen Strasse aus sind sie in der Ferne zu sehen. Es müssen hunderte von Vögeln sein, die Ufer sind über weite Strecken rosa gefärbt. Leider gibt es keine Möglichkeit, näher an den See zu kommen, das ganze Gebiet wurde grossflächig abgesperrt. Im Hotel sagte man uns, es sein immer wieder zu Störungen der Tiere gekommen und dies soll so verhindert werden. Schade für uns, aber gut für die Flamingos.
