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- Kategorie: Winter 18 / 19: 1. Etappe Johannesburg - Windhoek mit Paul
Addo Elephant Nationalpark, 2. Tag: Eine ziemlich elefantige Sache, aber nicht ausschliesslich
Unser zweiter Tag im Addo stand heute einmal mehr im Zeichen von Elefanten und auch ziemlich grosser Hitze. Das Thermometer erreichte teilweise 38° C. Wir machten eine ganztägige RundfahrtPark, los ging es um 08:30, zurück waren wir um 16:30.

Zu Beginn sahen wir ein wunderschönes Kudu-Männchen, welches seinen Kopfschmuck stolz zur Schau stellte. Ein solches Geweih auf dem Kopf muss doch sehr unbequem sein, ich bin zum Glück kein Kudu!

Dann ging es los mit den Elefanten: An einem kleinen Wasserloch badeten zwei Jungbullen und massen dabei ihre Kräfte. Der ältere Bulle frass derweil ungestört weiter. Schlamm gefällt den Riesen offensichtlich!

Kaum 10 km weiter war ein anderes Wasserloch von einer grossen Gruppe besetzt. Auch diese Elefanten genossen den Schlamm

Nach weiteren 300 m gab es in einem Busch etwas zu sehen. Der weisse Zahn im Gebüsch verrät schon dessen Besitzer. Auch der lange, dicke Schwanz gibt einen Hinweis auf seinen Träger.

Ein imposanter männlicher Löwe ruhte sich im Schatten aus. Leider war er nicht sehr gut zu sehen, zu viel Grünzeug war im Weg. Auch waren wie in viel besuchten Parks mehrere Autos auf der Strasse, alle versuchten, den besten Platz zu finden, doch alle Mühe war hier fast vergebens.
Bereits um 04:45 heute morgen erwachte ich wegen eines typischen Geräusches. Zwei Löwen wechselten sich mit ihrem Gebrüll ab, doch zu sehen waren sie nicht.

Viele Wiesen sind zur Zeit schön gelb, eine Blumenart ähnlich unserer Kamille wächst auf den Feldern und färbt sie ein. Im intensiven Gelb gibt es vereinzelt auch violette Blüten, welche aber auf dem Bild nicht zu sehen sind. Interessanterweise gibt es im Park kaum Gazellen oder kleine Springböcke, obwohl die Vegetation sich dafür gut eignen würde. An vielen Stellen steht das Gras fast kniehoch, ideal für die kleinen Grasfresser.

Als wir auf einem Hügel ankamen, sahen wir zum ersten Mal das Meer. Der indische Ozean lag hinter einigen weissen Sanddünen. Hier gibt es einige kleine Inseln, welche für Besucher jedoch nicht zugänglich sind, obwohl sie Teil des Nationalparks sind. Auf den Inseln leben Robben und die seltenen Afrikanischen Pinguine. Zu deren Schutz sind die Inseln für jeglichen Besucherverkehr gesperrt.

Eine weitere Elefanten-Gruppe an einem anderen Wasserloch, davor zwei Warzenschweine, welche in der für sie üblichen Art und Weise auf die Knie gehen, um zu fressen. Das Böse in mir meldet sich bei solchen Bildern immer mal wieder und suggeriert, den Warzenschweinen in dieser Stellung doch einen Tritt in den Hintern zu geben ...

Eine Kudu-Dame mit ihrem Jungtier beobachtet die Elefanten sehr genau, das Jungtier steht derweil auf ihrer den Elefanten abgewandten Seite. Obwohl die grossen Elefanten kaum eine Gefahr darstellen, ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Eine weitere Gruppe von Elefanten mit einem grossen Bullen am Schluss ist auf den Weg zu einem Wasserloch. So gross diese Tiere sind, so lautlos bewegen sie sich durch den Busch.

Wenn eine grössere Gruppe die Strasse überqueren will, sind Autofahrer gut beraten, den Tieren den Vortritt zu lassen. Die Elefanten nehmen kaum Notiz von den Autos und lassen sich davon nicht beeindrucken. Der Grössenunterschied ist doch zu eindeutig. Der Fahrer des weissen Autos steht nach meinem Gefühl etwas zu nahe an der Gruppe, ich hätte wohl einige Dutzend Meter weiter hinten gestoppt.

Als ich mich vom Fotografieren der obigen Gruppe wieder umdrehte, stand ein grosser Elefant auf der Strasse und kam strammen Schrittes auf uns zu. Ich fuhr ganz langsam an den Strassenrand und sogar noch etwas ins Grüne, um ihm freie Bahn zu lassen. Als er dann ganz nahe an uns vorbei marschierte, schlug mein Herz um einiges schneller. Erst als er schon im Rückspiegel zu sehen war, beruhigte es sich wieder. Auch unser grosse Toyota wäre bei diesem 4-Tönner chancenlos.

Auch dieses Wasserloch war mit Elefanten besetzt, eine grössere Gruppe von Kaffernbüffeln warteten im gebührenden Abstand, bis sich die Riesen verzogen.

Sobald die Elefanten weg waren, setzten sich die Büffel ins Wasser und genossen ihrerseits ein Schlammbad. Auch in der Natur gilt das Recht des Stärkeren!
