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- Kategorie: Winter 18 / 19: 1. Etappe Johannesburg - Windhoek mit Paul
Nach Plettenberg Bay, dem Zentrum der Garden Route über einige Brücken

Auf unserem heutigen Weg lag eine nette Ortschaft am Meer, die in der Surfer-Welt sehr bekannt ist. In Jeffreys Bay gibt es eine berühmte Welle, welche ungemein beliebt ist. Heute war das Meer aber sehr flach und keine richtige Welle in Sicht. So auch keine Surfer. Für uns Warmduscher ergab sich so die Möglichkeit, die Füsse ins kalte Wasser zu halten. Meine Schätzung lautete auf weniger als 18° und ich war schnell wieder draussen. Auch sonst waren heute nicht allzu viele Leute am und im Meer.

Offenbar gibt es aber auch andere Tage: In dieser Box gibt es erste Hilfe bei Hai-Bissen. Worin die Hilfen wohl bestehen mögen? Die Kiste war verschlossen.

Der Storms-River, ein kleiner Fluss, hat aus der Landschaft eine tiefe Schlucht heraus gefressen. Eine Beton-Spannbrücke überquert die Schlucht. Vom Parkplatz auf der einen Seite kann man bis ans andere Ende gehen und dann unter der Brücke durchgehen und auf der anderen Strassenseite zurückkehren.

Die Karstlandschaft ist eindrücklich und ohne Brücke wäre hier kein Durchkommen. Der Spaziergang auf der Brücke ist auch nicht ganz ohne. Auf der einen Seite braust der Verkehr vorbei, auf der anderen geht es in die Tiefe! Die tiefste Stelle ist 120 unter dem Weg!

Eine Plakette am einen Ende der Brücke weist auf den Ingenieur hin, der das Bauwerk errichtete: Ein gewisser Dr. R. Morandi aus Rom. Morandi, Brückenbauer, Rom? Richtig! Der selbe, welcher die Morandi-Brücke in Genua erbaute. Diese hier steht aber noch und wir konnten sie sowohl mit dem Auto als auch zu Fuss überqueren.

Die Beton-Konstruktion zeigt sich von einem Aussichtspunkt aus schön. Die Brücke sieht elegant aus und sowhl die Ingenieur- und Bauleistung sind beeindruckend. Im Gegensatz zu Genua stimmt hier offenbar auch der Unterhalt des Bauwerks.
Bevor wir unseren Bestimmungsort erreichten, besuchten wir noch den Tsizikamma-Nationalpark, der an der Mündung des Storms-River liegt. Dort gibt es eine Hängebrücke, welche die Mündung überquert und so angeblich einen schönen Einblick in die Schlucht ermöglicht. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Über solche Treppen führt der Weg vom Parkplatz aus auf 1.2 km hin zur Brücke. Eine für mich sehr anstrengende Wanderung!

Vor dem Ende des Wege liegen dann sogar drei Hängebrücken im Blickfeld. Hinunter zu ihnen ist aber noch ziemlich schweisstreibend. Vom Wiederaufstieg ganz zu schweigen!

Von der Mitte der einen Brücke aus geht der Blick dann wirklich tief in die Schlucht. Es hat sich gelohnt!
Ich habe auf der Mitte der Brücke umgedreht, Paul ging noch ein grosses Stück weiter zu einem Aussichtspunkt, war für mich nicht mehr möglich war. Ich setzte mich auf dem Rückweg auf eine Bank mit schöner Aussicht aufs Meer und konnte von dort aus noch einige Wale beobachten, welche sich vor der Küste aufhielten und ab und zu auftauchten. Ich freue mich auf Hermanus, wo wir in zwei Tagen Wale beobachten wollen!
In Plettenberg Bay trafen wir gestern Freunde aus der Schweiz. Yolanda und Jörg waren mit ihren Freunden unterwegs in Südafrika und da sich unsere Pläne überschnitten, machten wir ein Rendez-Vous aus. Ein feines Nachtessen im Kreis von lieben Freunden ist immer etwas besonderes und wenn es dann erst noch fern der Schweiz stattfindet geniesse ich das umso mehr!
