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- Kategorie: Winter 18 / 19: 1. Etappe Johannesburg - Windhoek mit Paul
Tausende von Cape Gannets bei Lambert’s Bay
Lambert’s Bay ist ein kleines Nest an der Westküste, welches von der Fischerei lebt. Es gibt hier Fischverarbeiter, aber auch Fischrestaurants. Kulinarisch ein interessantes Ziel, aber noch interessanter wegen der grossen Kolonie von Cape Gannets, Tölpeln, die auf einer vorgelagerten Insel leben.

Unterwegs fuhr ich von der Strasse ab hin zu einem Strand, das weisse Zeugs am Boden ist kein Schnee, sondern der sehr feine Sand. Das Wasser ist aber nur wenig wärmer, als der Schnee in der Schweiz: Maximal 12°! Ohne Sonnenbrille kann man hier kaum etwas sehen, man riskiert Schneeblind zu werden!

Dieses seltsame Gebilde misst ohne die vier Fortsätze zu beiden Enden etwa 4 cm. Es handelt sich um ein Ei eines Hais. Diese werden an den grossen Kelp-Pflanzen im Meer befestigt, dieses hier hat sich offenbar losgerissen und wurde an den Strand gespült.

Was hier wohl serviert wird? Ganz so schwierig ist Afrikaans nicht, mit etwas Phantasie ist es gut zu verstehen. Wir begnügten uns mit einem Kaffee, für einen Lunch war es noch zu früh. Den Namen des Hotel-Restaurants muss ich jedoch für nicht-Afrikareisende erklären: Es geht hier nicht um die Bucht des Elends, sondern um die Bucht, an der früher offenbar viele Eland-Antilopen anzutreffen waren.

Als wir uns Lambert’s Bay näherten, überquerten wir ein Bahngeleise, auf welchem gerade ein mehrere km langer, leerer Güterzug in Richtung Norden unterwegs war. In Sishen, nördlich von hier, wird Eisenerz abgebaut, welches über den etwas südlich von hier gelegenen Hafen von Saldanha verschifft wird.

Der Fischereihafen von Lambert’s Bay ist Ausgangspunkt für eine grössere Fangflotte. Auf der linken Seite des Bildes ist viel Kelp zu sehen, grosser Seetang, der hier in den kalten Gewässern in grossen Mengen wächst. Er ist mit ein Grund für den Fischreichtum dieser Gewässer. Im Kelp leben sehr viele kleine Fische, auch Muschenln, Schnecken und anderes Meeresgetier ist hier zu finden.

Es gibt hier auch grosse Mengen von Muscheln, deren Schalen ganze Inseln aufbauen. Die Gannet-Kolonie lebt auf einer solchen Insel.

Diese Statue, Harry genannt, ist der Wächter der Insel und Vogelkolonie. Die Statue wurde aus Treibholz gemacht und soll die Insel beschützen, wenn die menschlichen Parkranger abwesend sind. Sehr abschreckend sieht er für mich jedoch nicht aus. Nachts, bei Dunkelheit und nur leichtem Mondschein, mag dies anders sein.

Die Kolonie soll aus ca. 20’000 Vögeln bestehen, ich kann die Zahl aber nicht einschätzen. Es sind einfach sehr, sehr viele. Früher wurde hier viel Guano, getrocknete Vogel-Exkremente, abgebaut, welcher als Dünger exportiert wurde. Diese Industrie ist nun tot.
Die Gannets wiegen etwa 2,6 kg und sind bis gegen 90 cm gross. Die Flügelspannweite misst 1.8 m und macht die Vögel zu beeindruckenden Fliegern. Sie jagen bis zu 17 Jahren nach Fisch im Meer. Mit sehr hoher Geschwindigkeit, bis zu 120 km/h stechen sie ins Wasser. Damit sie den Aufprall aufs Wasser mit diesen Termpi unbeschadet überstehen, hat sich ihr Schädel an strategischen Stellen verdickt und die Augen werden mit Lidern so verschlossen, dass sie keinen Schaden nehmen.
Hier nun einige Bilder von Paul:




Merci, Paul für die Bilder!

Die Schwanzflosse eines Wal-Modells dient zwei Möven als Sonnenschutz. Die Sonne schien heute den ganzen Tag von einem tiefblauen Himmel, der Wind liess nach und sorgte für angenehme Temperaturen.
