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- Kategorie: Winter 18 / 19: 1. Etappe Johannesburg - Windhoek mit Paul
Bei Upington wird die Sonne gut genutzt
In Upington gibt es für Touristen nicht viel zu sehen, eine Rundfahrt durch die fruchtbare Gegend am Oranje-River war aber sehr interessant.

Zuerst schauten wir uns aber noch das Kalahari-Oranje Museum in der Stadt an, dort werden viele alte Landwirtschaftsmaschinen sowie Druckerpressen und andere Gerätschaften ausgestellt. Die Öffnungszeiten des Museums waren eher verwirrlich. Für Besucher, die Afrikaans sprechen ist das Museum jeweils am Morgen geöffnet, für Englisch Sprechende am Nachmittag? So war es dann aber doch nicht, wir durften das Museum bereits kurz nach 9 Uhr besuchen.

Das Museum ist in der ersten Kirche des Ortes untergebracht. Das Gebäude selber wurde 1875 von den ersten Siedlern errichtet, die Architektur ist dementsprechend sehr schlicht.

Ein Teil der 'Sammlung' von alten Geräten, sie gibt nicht sehr viel her. Alteisenhändler hätten daran vermutlich mehr Freude! In den Gebäuden sleber gibt es noch mehr und besser erhaltene Artifakte. Auch die Einrichtung des Erbauers, eines Pastors namens Schröder, ist noch gut erhalten.

An vielen Stellen abseits der grünen Felder stehen grosse Aloen, die auch in der Trockenheit gut überleben. Die Vegetation hier ist äusserst karg, lediglich einige dornige Gebüsche und kleine Euphorbien, daneben Aloe. Sobald aber Wasser zur Bewässerung zur Verfügung steht, ist alles grün. Trauben, Aprikosen, Datteln und noch andere Früchte werden angebaut und in der Stadt an vielen Stellen als Trockenfrüchte verkauft. Ein Garten Eden.

Bei diesem Ortsnamen habe ich mich gefragt, was wohl „Scho verbi“ sein soll? Wir haben es nicht ausgekundschaftet.

Kurz vor Upington steht abseits der Strasse eine hohe Säule, der Spitze extrem stark leuchtet. Schon bei meinem letzten Besuch hier fiel mir diese auf, doch wir hatten damals keine Zeit, die Sache auszukundschaften. Heute nahmen wir uns die Zeit.

Dieses Bild stammt offensichtlich nicht von mir, ich habe es mir aus dem Internet ausgeliehen. Es zeigt die Anlage aus der Luft, allerdings noch vor ihrer Fertigstellung. Hier steht ein Solarkraftwerk. An der Spitze des Turmes wird das Licht von allen Spiegeln aufgefangen und ein spezielles Mittel wird stark aufgeheizt. mit dem entstehenden Dampf wird eine Turbine betreiben, welche wiederum Strom produziert.
Hier einige Infos zur Anlage in Kurzform. Detaillierter geht es hier (Klick mich!) weiter.
- Höhe des Turms: 200m
- Anzahl der Spiegel: mehr als 4’000, insgesamt 576’800 m2 Fläche
- Stromproduktion: 50 MW (Vergleich: AKW Gösgen erzeugt ca 1’000 MW), reicht für 45’000 Haushalte
- Probleme bei der Entsorgung: Beton deponieren, Aluminium und übriges Metall rezyklieren
Die überschüssige Energie wird gespeichert, indem eine Salzlösung stark aufgeheizt und dann während der Nacht zur Dampf-Produktion und damit zur Energie-Gewinnung genutzt wird.

An dieser Baustelle sieht man, wie billig die lokalen Arbeitskräfte sind. Etwa zehn Arbeiter heben mit Spitzhacke und Schaufel einen schmalen Graben aus. Bei uns würde diese Arbeit mit einem einzigen kleinen Bagger mit einem Baggerführer erledigt. Und die übrigen Arbeiter wären Arbeitslose.
