- Details
- Kategorie: Winter 18 / 19: 2. Etappe Namibia mit Ruth
Sightseeing in Windhoek
Windhoek ist eine kleine Stadt mit relativ wenig Sehenswürdigkeiten. An einem normalen Wochentag ist im Zentrum einiges an Betrieb, am heutigen Sonntag war aber ziemlich tote Hose. Trotzdem verbrachten wir den grössten Teil des Tages in der Stadt, da es für Ruth der erste Besuch in Namibias Hauptstadt war. Auf 1’700 m.ü.M. lag die Temperatur heute während des ganzen Tages bei etwa 33°, die Trockenheit machte den Stadtbesuch aber erträglich.

Im grössten Einkaufzentrum hielt der Weihnachtsmann heute schon Hof, einige Familien liessen ihre Kinder mit ihm ablichten. Glücklicherweise für den armen Kerl in seinem Kostüm war das Zentrum gut gekühlt.

Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die Christuskirche, welche vom damaligen deutschen Kaiser Wilhelm II gestiftet und 1910 eröffnet wurde. Das reformierte Gotteshaus wurde von den Deutschen Kolonialherren erbaut. Es steht auf einem Hügel mit einer schönen Sicht über die Stadt.

Das Innere ist sehr schlicht, kaum Bilder an den Wänden, lediglich einige farbige Fenster filtern das einfallende Licht im Altarraum und entlang der Seitenwände.

Hier der Kirche steht das Unabhängigkeitsdenkmal mit der Statue von Sam Nujoma, dem ersten Präsidenten Namibias. Das Museum wurde 2014 eröffnet, nachdem sein Bau sich immer wieder verzögerte. Es sollte ursprünglich schon 2010 exakt zum 20-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit eröffnet werden. Die Nordkoreaner, welche für den Bau zuständig waren, hatten aber immer wieder massive Probleme. Mehr spannende Infos zum Thema gibt es hier (Klick mich!).

Im vierten Geschoss wurde 2016 ein Restaurant eröffnet, von welchem aus der Blick über das Zentrum von Windhoek schweift. Direkt im Vordergrund liegt die Christuskirche. Auf dem Parkplatz steht unser Auto, das längste Fahrzeug, der weisse Toyota Hilux.

Vor dem Eingang ins Restaurant hängen an der Wand einige Informationen. Die Bilder sind noch einigermassen verständlich, Hunde und Pistolen gehören sicher nicht ins Lokal. Aber wer nimmt wohl Messer und Abzugsstahl in Restaurant mit? Die Texte wiederum sind unverständlich. Den Inhalt des englischen Text kann ich mir noch einigermassen zusammenreimen, das Deutsche hingegen ist absolut sinnleer. Dies erstaunt umso mehr, als viele deutschsprachige Menschen in Windhoek leben. Wollen die wohl nichts mit dem Museum zu tun haben?

Auf der Rückseite des Denkmals liegt die „alte Feste“, eine ehemalige Festung der Deutschen. Das Museum ist leider schon seit vielen Jahren geschlossen. Beim Eingang weist aber immer noch ein Schild auf die baldige Wiedereröffnung hin. Im Innenhof steht das berühmte Reiterdenkmal, welches in allen Reiseführern erwähnt wird. Leider ist es nur vom Unabhängigkeitsdenkmal aus zu sehen. Es wurde so aufgestellt, dass es nicht einmal durch das geschlossene Tor sichtbar ist. Offenbar wollen die aktuellen Namibier nicht mehr an die Kolonialzeit erinnert werden. Ursprünglich stand das Denkmal am Ort des Unabhängigkeitsmuseum.

Der Aufgang zur „alten Feste“ sieht ebenfalls nicht nach einem gut erhaltenen Museum aus. In einigen Jahren wird dieses Gebäude wohl verschwinden und mit ihm ein weiterer Teil der Kolonialgeschichte.

Der Bahnhof zeugt noch von der deutschen Kolonial-Zeit. Er könnte so in mancher deutschen Stadt stehen. Lediglich die Höhe über Meer spricht eine andere Sprache. Auf 1’652 m.ü.M. gibt es in Deutschland wohl keinen Bahnhof mehr.

Von hier aus fahren einige Züge pro Tag in den Norden nach Tsumeb, in den Westen nach Walvis-Bay, sowie Gobabis. Sehr viel Verkehr ist aber nicht.

Als wir den Bahnhof besuchten stand gerade ein Zug bereit. Eine Diesellok sowie drei Wagen, ein halber davon Erste Klasse, die übrigen Zweite Klasse.

Eine Gruppe von jungen Damen übte gerade Modelling, vier hübsche Schwarze konkurrenzierten mit einer eher unhübschen und dazu noch unvorteilhaft angezogenen Weissen um die Aufmerksamkeit.
Den heutigen Tag schlossen wir mit einem wunderbaren Essen in einem der besten Restaurants von Windhoek ab. Mehr dazu gibt es hier (Klick mich!).
