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- Kategorie: Winter 18 / 19: 5. Etappe Thailand
Ab und zu steckt etwas sehr Wertvolles unter Gips
Heute wollte ich zuerst einen bekannten Tempel mit einer grossen Buddha-Statue besuchen und dann durch das chinesische Viertel zum Chao Phraya, dem grossen Fluss Bangkoks gehen und per Boot und Hochbahn wieder zurück zu meinem Hotel kommen.

Die erste Strecke zum Tempel stoppt beim Zentralbahnhof von Bangkok, dem Hut Lamphong. Dieser wurde schon 1916 eröffnet. Noch dieses Jahr soll er geschlossen und in ein Museum verwandelt werden. Ein neuer Bahnhof ist schon fertig erstellt.

Der Wat Traimit ist ein erst 2010 neu errichteter Tempel, der von aussen nicht sehr spektakulär aussieht. Wie oft sind es die inneren Werte, welche die Besonderheit ausmachen.

Vor dem Eingang im vierten Geschoss, wo die Buddha-Statue sitzt, warnt eine Tafel vor Taschendieben. Offenbar wird auch innerhalb von Tempeln geklaut. Und nicht nur von Touristen, das Schild enthält die Warnung auch auf Thai. Also aufgepasst.

Im Innern dann die Buddha-Staue, welche viele Besucher anzieht. Sie wurde irgendwann im 13. oder 14. Jhdt. gegossen, vermutlich in der Gegend von Sukhothai nördlich von Bangkok. Später wurde sie nach Ayutthaya verlegt. 1767 zerstörten die Burmesen letztere Stadt und noch vor dem Überfall wurde die Statue mit Gips überzogen, um ihren wahren Wert zu verbergen.
Als die Burmesen abzogen blieb die Statue zurück und wurde in einen eher bedeutungslosen Tempel verlegt. Das Wissen über den Inhalt verlor sich mit der Zeit. Sie wurde zusammen mit vielen anderen Buddha-Statuen 1801 nach Bangkok gebracht und in einem kleinen Tempel untergebracht. Als dieser langsam zerfiel, sollte sie in die Nähe ihres heutigen Standorts verlegt werden und dabe geschah es: Ein Seil zerriss und die Statue knallte auf den Boden. Dabei zerbrachen Teile des Gips und das darunter liegende Gold kam zum Vorschein.
Die Statue ist heute etwas kleiner, da der Gips fehlt, sie misst aber immer noch 3.91 m und wiegt 5.5 t. Die einzelnen Teile bestehen aus zwischen 40% und 99% purem Gold.

Rund um die Statue gibt es selbstverständlich viele Möglichkeiten zu Spenden. Zum ersten Mal sah ich hier die Möglichkeit, direkt per QR-Code und Smartphone sein Geld los zu werden. Nur den Code scannen und schon fällt der Groschen!

Vom Tempel aus spazierte ich durch einen Teil des chinesischen Viertels von Bangkok. Hier wird gehandelt! Im Gegensatz zu den glänzenden Hochhäusern im Stadtzentrum gibt es hier noch viele Shophouses, wo im Erdgeschoss das Geschäft ist und darüber auf einem oder mehreren Geschossen gewohnt wird.

Unschwer zu erraten, was dieses Geschäft anbietet: Aluminium-Teile in allen Formen und auch Farben. Diese können direkt hier in jede beliebige Länge geschnitten werden.

Neben Stangen und anderen Profilen braucht der Handwerker auch Rohre und Röhrchen in vielen Grössen, Farben und Dicken. Es gibt wohl kaum ein Profil, welches hier nicht existiert.

Eine der ältesten Strassenzeilen Bangkoks, die immer noch bewohnt und be-Geschäftet (?) wird.

In Chinatown gibt es selbstverständlich auch eine chinesische Schule, welche Sprachen und Fächer hier gelehrt werden, konnte ich nicht herausfinden.

Dieses Lokal verkauft Gewürze, getrocknete Pflanzenteil und auch viele andere Sachen, die ich nicht kenne. Leider konnte mir auch niemand erklären, wozu die einzelnen Produkte eingesetzt werden können. Der Besitzer sprach leider sowenig Englisch wie ich Thai oder Chinesisch.

Hier musste ich einfach fotografieren: Kabelsalat pur.

Ich schloss den Tagesausflug mit einer Fahrt auf dem Chao Phraya ab, welcher mich von China Town zurück zur nächsten Hochbahn Station brachte. Eine Flussfahrt gehört einfach zum Bangkok-Besuch!
Den Tag beschloss ich mit Hans und seinem Kollegen Manfred bei einem feinen Nachtessen. Mehr dazu hier (Klick mich!).
