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- Kategorie: Winter 18 / 19: 6. Etappe Vietnam und Kambodscha mit Ruth
Die Zitadelle und der Kaiserpalast von Huế - The Imperial City
Huế war die nördlichste Stadt des südlichen Teils von Vietnam, als das Land geteilt wurde. Etwa 60 km nördlich der Stadt am 17. Breitengrad wurde die Grenze gezogen, der Norden unter Ho-Chi-Minh war sozialistisch, der Süden wurde mit Hilfe der Amerikaner nach westlichen Ideen geführt. Entlang der entmilitarisierten Zone fanden während des Vietnam-Krieges viele Schlachten statt, so wurde auch Huế stark in Mitleidenschaft gezogen.
Die Zitadelle und die darin enthaltene Verbotene Stadt wurde stark zerstört und erst nach dem Krieg wieder teilweise aufgebaut. Heute sind erst einige wenige Teile der grossen Anlage wieder zugänglich, die grünen Gebäude auf diesem Plan harren noch der Rekonstruktion. Die Amerikaner, welche für die meisten Zerstörungen verantwortlich sind, machen unter dem aktuellen Obertrottel leider wenig Anstalten, hier Geld locker zu machen.

Unser Hotel liegt nahe dem Parfümfluss, welchen wir heute auf dem Weg zur Zitadelle überqueren mussten. Eine richtige Märklin-Brücke überspannt hier den Fluss. In der Mitte verkehrt ein richtiger Fluss von Rollern mit gelegentlich einem Auto darin, links und rechts können die Fussgänger ungestört gehen.

Diese Dame kam uns auf dem Weg über die Brücke auf der Fussgängerspur entgegen, sie ist auf dem Weg zu ihrem Verkaufsstand, wo sie Mangos und Ananas verkauft. Auch wenn es fast so aussieht, sie hat kein Pyjama an, viele Vietnamesinnen kleiden sich so.

Beim Eingang in die Palast- und Zitadellenanlage bietet diese Dame - im ähnlichen Outfit - ihr spezielles Fastfood an: Kunstvoll geschnittene Ananas sowie frische Mangos.

Über der ausserhalb des Kaiserpalastes liegenden Zitadelle weht die vietnamesische Flagge, ein gelber Stern auf rotem Grund.

Durch das sogenannte Mittagstor führt der Weg in die Verbotene Stadt. Dieses Tor wurde 1833 erbaut. Im Vordergrund der Wassergraben, der die gesamte Anlage umfasst und beinahe 10 km lang ist.
Nun folgen einige Impressionen der Verbotenen Stadt ohne weitere Kommentare.












Diese Bilder lassen in einigen Teilen die einstige Schönheit erahnen, welche durch die Bomben im Vietnam-Krieg leider weitgehend zerstört wurde. Teile der Anlage wurden der Verbotenen Stadt in Peking nachempfunden, der hiesige Kaiser war jedoch viel weniger bedeutend, als sein chinesisches Pendant.

In diesen 9 Urnen sind einige der vietnamesischen Kaiser beerdigt, welche das Land bis 1945 regierten. Der letzte der Kaiser starb 1997 im Exil an der Côte d’Azur. Viele andere Königsgräber liegen ausserhalb der Stadt, wir werden zwei davon morgen besuchen.
Einer der Kaiser wurde 1858 von einem französischen Reporter interviewt und sagte zum Zusammenleben mit seinen über 100 Konkubinen im Palast:
„Nachdem all die politischen und bürokratischen Arbeiten erledigt sind, sollte man doch denken, meine Pflichten seien vorbei und ich könne mich ins Innere des Palasts zurückziehen? Nein, Sie ahnen ja nicht, was mich dort erwartet. […] Ich treffe dort auf eine Horde weiblicher Dämonen. Sie meckern herum, misshandeln und beschimpfen sich gegenseitig … und jede einzelne kommt zu mir und will Recht haben.“ Weiter schreibt der Reporter: „Der Kaiser sah die Sache so: „Ich möchte die Welt beherrschen – aber hauptsächlich die Frauen, denn sie sind viel gefährlicher als Männer.“ (Zitate aus Stefan Loose Reiseführer, Vietnam).
Man könnte mit dem armen Kerl fast Mitleid haben.

Diese Dame ist zwar keine Konkubine des Kaisers, aber auch sie ist wohl sehr müde. Sie serviert in einem Souvenir-Shop Tee und wenn gerade kein Kunde da ist, macht sie ein kurzes Nickerchen.

An einigen Stellen innerhalb der Anlage hängen farbige Lampions, welche abends wohl angezündet werden. Während des Tages macht dies wenig Sinn, doch bringen sie auch am Tag Farbe in die sonst öfter tristen Mauern.

Als wir nach knapp 8 km Rundwanderung in der Imperial City zum Hotel zurück gingen, führte uns der Weg nochmals dem Graben entlang, im Hintergrund des Bildes liegt das Mittagstor, durch welches wir am Morgen die Zitadelle betraten. Ein ermüdender, aber durchaus sehr lohnenswerter Ausflug.
