- Details
- Kategorie: Winter 18 / 19: 6. Etappe Vietnam und Kambodscha mit Ruth
Königsgräber rund um Huế
Nachdem wir uns gestern die Zitadelle mit dem Kaiserpalast, oder was davon übrig blieb, ansahen, waren heute einige Königsgräber in der Umgebung von Huế an der Reihe. Von den Wirkungsstätten der lebenden Kaiser zu den letzten Ruhestätten derselben.

Das erste Grab gehört zu einem Kaiser genannt Minh Mạng, der von 1820 bis 1841 regierte. Diese Königsgräber sind gigantischen Ausmasses. Durch viele Tore und Stufen führt der Weg schliesslich zum eigentlichen Grab, meist einem grossen, steinernen Sarkophag. Offenbar soll es auch mühsam sein, den toten König zu besuchen.

In sämtlichen Anlagen ist einiges verboten: Feuer entfachen, an die Wände kritzeln, Pflanzen abbrechen und auch Abfall hinterlassen leuchtet mir ein, wieso es hingegen verboten sein soll, ein Nickerchen zu machen, ist mir schleierhaft.

Ein weiteres Tor, durch welches der Besucher schreiten muss, bevor er zum nächsten Tor oder sonstigen Gebäude kommt.

In einer anderen Anlage geht es steil über mehrere Treppenstufen hinauf und auf der anderen Seite auch wieder hinunter. "Stägeli uuf, Stägeli ab!".

Diese Dame hat eine völlig neue Einsatzart für ihr Stativ erfunden. So lässt sich das Smartphone sicher besser halten, als ohne!

Einer der Kaiser wurde zuhinterst in der Anlage in einem Hügel beerdigt, das Stahltor ist zudem mit zwei Balken verschlossen. So ist sichergestellt, dass der Herrscher sicher nicht entwischt.

Einer der letzten vietnamesischen Kaiser, Khải Định, liegt in diesem prunkvollen Grab. Die bronzene Figur auf dem Grab wurde in Frankreich gegossen und dann nach Vietnam verschifft. Dies ist das prunkvollste Grab, welches wir heute besichtigten. Khải Định war lediglich 9 Jahre an der Macht, dann verstarb er. Es heisst, das vietnamesiche Volk hätte keine Notiz davon genommen. Offensichtlich eine schwache Figur.

Vor dem letzten der Gräber sah ich dieses interessante Schild: Der Schreiber war der englischen Sprache wohl nicht ganz so mächtig, immerhin ist der Text im Kontext einigermassen verständlich.

Bei einigen Anlagen gab es Gewässer, welche mit den Spiegelungen auf dem völlig glatten Wasser eine beruhigende Stimmung erzeugten.

Auffallend viele dieser Früchte sah ich heute in den Anlagen: Eine meiner absoluten Lieblingsfrüchte in tropischen Gefilden, ist die Jackfruit. Wenn sie reif sind, können die einzelnen Früchte bis zu 20 kg schwer werden, sie hängen dann an diesem kleinen Ast, der direkt aus dem Stamm herauswächst. Diese Früchte brauchen noch einige Zeit, bis sie genussreif sind. Ich habe auf den Märkten in Vietnam bisher leider noch keine reifen Früchte gesehen. Das wird sich aber hoffentlich weiter im Süden noch ändern!

Die beiden Damen mit den traditionellen Kegel-Hüten sind wohl Touristinnen. Heute sahen wir viele Chinesinnen, von denen die meisten ähnliche Röcke trugen. Die meisten dieser Kleidungsstücke sahen identisch aus, offenbar wurden diese auf den lokalen Märkten gekauft. Aus der Nähe betrachtet gewannen wir den Eindruck, diese Gewebe seien aus Kunstfasern.

In dieser Anlage gab es ausnehmend viele Frangipani, welche zur Zeit aber gerade blattlos sind, einige wenige hatten vereinzeltes Blühten, doch die meisten waren in einer Art Winterstarre.

Wir waren mit einem privaten Fahrer unterwegs, der bei jedem Halt von den angebotenen Hängematten Gebrauch machte. Er kam nicht mit in die Anlagen, sondern genoss die Wartezeit für einen Schwatz mit seinen Kollegen sowie das eine oder andere Nickerchen. Da dies immer ausserhalb der Grabanlagen stattfand, war dies problemlos.

In diesem See gab es viele grosse Welse, von diesem etwa 40 cm langen Fisch waren nur der Mund sowie die Barten zu sehen.

Seerosen finden sich bei den Tempeln in einigen der kleinen Tümpel und Wasserbecken.

Der letzte Besuch galt heute zum Schluss einer bekannten Pagode in Huế, der Thien Mu Pagode. Diese liegt auf der unserem Hotel gegenüberliegenden Seite des Parfümflusses. Sie kann auch mit solchen Drachenboten vom Stadtzentrum aus erreicht werden. Wir kamen mit unserem Fahrer.

Auch die Pagoden-Anlage liegt auf einem Hügel und kann nur durch einen steilen Aufstieg über viele Treppen erreicht werden.

Bei einem meiner Schuhe ist die vordere Naht aufgerissen, ich habe den Faden vermutlich an einem Stein oder sonstigen spitzen Gegenstand aufgerieben. In der Nähe unseres Hotels gab es einige Schuhmacher, welche ihr Gewerbe direkt auf der Strasse betrieben. Ich liess mir den Schuh neu nähen und musste dafür den stolzen Betrag von CHF 1.20 bezahlen. Dazu noch ein Trinkgeld von nochmals 0.50 CHF. Der sehr bequeme Schuh ist nun wieder voll einsatzfähig.
