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- Kategorie: Winter 19 / 20: Zwischenstopp in Brasilien - Sao Paulo
Sao Paulo von oben ist ein Häusermeer
Nach einer längeren Nacht in einem richtigen Bett ging es heute nach dem Frühstück ins Zentrum von Sao Paulo. Direkt vor unserem Hotel liegt eine U-Bahn-Station, von wo aus das Zentrum nur einige wenige Stationen entfernt ist.

In der Station gibt es eine ganze Reihe von Billet-Automaten, welche heute aber alle ausser Betrieb waren. Als wir zum Schalter gingen, um unser Ticket zu lösen, fragte der nette Beamte, wie alt ich sei. Auf meine Antwort meinte er, wir würden gratis fahren, da Personen ab 60 Jahren nichts bezahlen müssten. Das liessen wir uns selbstverständlich gerne bieten!

Im Zentrum der Stadt steht die Catedral Metropolitana de São Paulo, auch Catedral da Sé genannt. Die Bauarbeiten der aktuellen Kirche begannen schon 1913, diese waren aber erst 1954 abgeschlossen. Das aktuelle Gebäude steht am Ort einer früheren Kirche, welche schon 1616 erbaut wurde. Diese wurde aber 1745 wieder abgerissen und durch eine weitere Kirche ersetzt. Auch diese wurde 1911 wieder abgerissen und es begann der Bau der gegenwärtigen Kathedrale. Im Vordergrund steht eine Statue des Apostel Paulus, des Namensgebers der Stadt. Der Park vor der Kirche ist ein Treffpunkt der Obdachlosen in der Stadt, welche in allerlei Zelten und Kartonbehausungen wohnen. Die ganze Gegend riecht stark nach Urin, da es hier kaum Toiletten gibt.

Das Innere der Kathedrale ist eher schlicht gehalten, es gibt kaum Bilder an den Wänden.

Ebenfalls im Stadtzentrum steht das Theatre Municipal, dessen Bau 1903 begann. Heute sind hier das Symphonie-Orchester, das Ballet sowie ein städtischer Chor beheimatet.

An vielen Orten in der Fussgänger-Zone der Stadt trifft man solche Käufer für Gold, Silber und Edelsteine. Offenbar verkaufen viele Einwohner ihren Schmuck, um so an Bargeld zu kommen. Die Wirtschaft des Landes ist seit 2014 in einer tiefen Krise, Erst 2018 begann die Wirtschaft wieder leicht zu wachsen und soll auch 2019 etwas zunehmen. Die Arbeitslosigkeit ist jedoch sehr hoch, aktuell soll sie bei 11% liegen.

Ein Ziel unseres heutigen Ausfluges war das Edifício Itália, das mit 170 m Höhe das zweithöchste Gebäude der Stadt. Im 41. Geschoss gibt es eine Terrasse, von wo aus der Blick über die endlose Stadt schweift.

Das geschwungene Gebäude im Vordergrund ist das Edifício Copan, welches vom berühmten brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer geplant wurde. Im Hintergrund liegt ein Teil von Sao Paulo. Dasselbe Bild bietet sich in der 360-Grad Rundsicht. Ein gigantisches Häusermeer!

Der Blick in eine andere Richtung vom Edifício Itália aus. Das Ende der Stadt ist auch aus 170 m Höhe nicht auszumachen. Die geschätzten 21 Millionen Einwohner brauchen viele Wohnungen! Sao Paulo ist eine der grössten Städte der Welt.

Das Edifício Copan zeichnet sich durch viele geschwungenen Linien aus. Die 140 m Höhe sind meist mit Wohnungen belegt, die geschätzten 116’100 m2 machen das Gebäude zum flächenmässig grössten Wohngebäude weltweit.

Ein interessantes Verkehrsschild fiel mir öfter auf: Die Busspur ist während der Woche ausschliesslich für Omnibusse reserviert. Vom 2. bis zum 6. Wochentag (Montag bis Freitag) darf zwischen 04:00 und 23:00 nur der Bus hier fahren, am Samstag gilt die Regel zwischen 04:00 und 15:00. Am Sonntag dürfen alle Verkehrsteilnehmer die Spur benützen.
