- Details
- Kategorie: Winter 19 / 20: Zwischenstopp in Brasilien - Sao Paulo
Sao Paulo - Avenida Paulista und San Bento
Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung anderes Ende der Avenida Paulista. Wir wohnen am einen Ende der langen Strasse und wir wollten sie in ihrer ganzen Länge besichtigen. Sie gilt als eine der wichtigsten Strassen in Sao Paulo mit vielen Banken, Versicherungen und sonstigen Geschäften.

In den Stahl- und Glasfassaden der gegenüber liegenden Strassenseite spiegeln sich die Häuser auf unserer Seite. Am heutigen Samstag waren viele Bürohäuser geschlossen, die meisten anderen Geschäfte aber geöffnet.

Viele Einwohner von Sao Paulo sind im informellen Sektor tätig. Dieser Mann schreibt sein Geschäftsfahrzeug mit etwas Humor an: Cooperativa Limpia Brasil, Reciclagem. Er ist offenbar stolz auf sein Land, immerhin hat er an seinem Gefährt eine Brasilien-Flagge befestigt. Er sammelt am Strassenrand Karton und andere rezyklierbare Gegenstände ein und kann mit diesen in einer Sammelstelle vermutlich einige Rappen verdienen.

Fast am anderen Ende der Avenida Paulista gab es eine Hochschule, auf deren oberstem Geschoss eine Dachterrasse eine schöne Übersicht bot. Die Kantine der Schule war geöffnet und bot ausgezeichneten Espresso an. Die meisten der Besucher machten vom Angebot Gebrauch, so auch wir. Am heutigen Samstagmorgen gab es auf der Avenida wenig Verkehr, an Wochentagen ist hier aber kaum ein Durchkommen.

Die Casa das Rosas wurde von einem berühmten brasilianischen Architekten für seine Tochter gebaut. Die Villa in französischem Stil wurde 1935 fertiggestellt und diente bis 1985 als Wohnsitz der Familie. Danach übernahm der Staat die Villa und betreibt sie heute als Literatur-Institut. Im Oktober 19 finden in Sao Paulo viele Aktionen statt, um die Bevölkerung für Brustkrebs zu sensibilisieren. So ist auch die Casa das Rosas diesen Monat ganz in Pink. Der Strauch auf der rechten Seite des Eingangs will da natürlich auch solidarisch sein.

Im Treppenhaus fand ich dieses schöne Fenster, welches von der dahinter scheinenden Sonne wunderbar zum Leuchten gebracht wurde.

Bereits gestern wollten wir im Stadtzentrum noch eine bekannte Kirche besuchen: Sao Bento. Die Kirche mit dem angeschlossenen Kloster wurde von einem deutschen Architekten erbaut. Richard Berndl erbaute sie 1922. Von aussen sieht sie alles andere als spektakulär aus.

Das Innere hingegen ist stark verziert, viel Gold und viele Gemälde zieren Wände und Decken

Die grosse Orgel soll um die 6’000 Pfeifen umfassen, vom Boden aus sieht sie allerdings nicht sehr eindrücklich aus. Leider spielte heute auch kein Organist, so dass wir die Aussage in unserem Reiseführer einfach glauben müssen.

Bei unserer weiteren Wanderung durch die Stadt sahen wir noch einige interessante Häuser, so auch dieses kleine, hellblaue Häuschen. Wie lange es dem Drang nach Modernisierung und Verdichtung wohl noch standhalten kann?

Eine andere Ansicht eines Stadtteils mit modernen Stahl- und Glasbauten, mittendrin auch ein älteres Haus mit einer interessanten Architektur. Eine viel befahrene Durchgangsstrasse wurde hier unter die Erde verlegt, auf der so entstehenden Freifläche soll wohl ein Park entstehen.

Auf der anderen Seite des Tunnels ist der Park schon am Entstehen.

In diesem Hotel hätte ich Ruth vermutlich nicht unterbringen können. Es sieht doch etwas gar einfach aus. Wenn das Haus aber renoviert würde, hätte es durchaus einen gewissen Charme.

Eine ganz interessante Kombination von Häusern fanden wir hier. Links ein besetztes Haus, welches in sehr schlechtem Zustand ist. In der Mitte dann ein Haus mit eher luxuriösen Wohnungen und rechts wieder ein Haus mit Wohnungen in den oberen Geschossen, die fünf unteren Geschosse sind eine Parkgarage für die Autos. Es fällt mir in Sao Paulo auf, dass kaum Autos in den Strassen parkiert sind, nahezu jedes Haus verfügt entweder über eine Tiefgarage oder dann wie in diesem Beispiel über eine Garage in den unteren Geschossen.
