- Details
- Kategorie: Winter 19 / 20: Argentina
Über einen Pass nach Chilecito
Heute stand eine Passfahrt nach Chilecito auf unserem Programm. Auf knapp 2’200 m überquerten wir einen Hügelzug.

Der Blick zurück ins Tal zeigt die roten Felsen, welche in dieser Gegend vorherrschen. Nur ganz wenig Vegetation wächst in diesem trockenen Gebiet. Und die meiste Vegetation ist zudem sehr stachlig.

Auf der anderen Seite waren dann sehr viele Cardones zu sehen, grosse Kakteen, welche an die Saguaro in Arizona erinnern. Kakteen können auch in dieser trockenen Landschaft gut gedeihen. Einige Bäume und Sträucher können mit ihren Wurzeln auch noch ans begehrte Nass gelangen und sorgen so für grüne Tupfer in der kargen Landschaft.

Der blaue Himmel passt sehr gut zu den roten Felsen und dem wenigen Grün. Der Fluss ist um diese Jahreszeit trocken.

Kakteen wachsen sogar in einer Kiesgrube zwischen riesigen Steinbrocken. Dazwischen gibt es viele Büsche, welche mich an die Creosote in Arizona und Mexico erinnern. Die hiesingen Exemplare sind Verwandte jeder Pflanze, in Arizona finden sich die Larrea tridentata, in Südamerika heissen die Verwandten Larrea divaricata. Da ich diese Pflanzen fand, könnte auch mein Freund Thomas in Argentinien reisen. Er liebt den Geruch, den diese Pflanzen im Sonnenlicht abgeben. Auf einer gemeinsame Reise im Herbst 2010 durch die südlichen Staaten der USA trafen wir sehr häufig auf diese Wüstenbewohner.

Selbstverständlich gibt es auch in Chilecito einen zentralen Platz, rund um den einige Cafés und Restaurants um Kunden werben. Im Park stehen Bäume, welche voller Vögel sind. Diese assen offenbar Früchte eines Baumes, welche bei ihnen Durchfall auslösten. Auch ich hatte heute teilweise mit Montezumas Rache zu kämpfen. So nennen die Amis diese eher unangenehme Situation. Mittlerweile haben sich meine Innereien aber wieder beruhigt.

Im Park steht eine Büste eines Politikers, dessen Nase und Kopf offenbar von vielen Leuten berührt wird. Wie beim General San Martin in Mendoza sind die entsprechenden Körperteile auch hier blank gewischt.

An der einen Ecke des Parks steht diese eher ungewohnte Kirche. Ihre Form und Farbe sind wohl moderner Architektur geschuldet.

Wir sind in einem eher einfachen, aber sehr persönlichen und sauberen Hotel untergebracht. Unsere Gastgeber verwöhnen uns mit einem ein wenig süssen Chlöpfmost, den wir in der Abendsonne geniessen. Ein grosser Käfer, etwa 3 cm lang, machte es sich auf meinem Knie bequem.
Den Abschluss des Tages machte ein feines Essen in einem ganz kleinen Lokal, welches uns von unserem Gastgeber empfohlen wurde. Die nette Dame kochte ausschliesslich für uns ein Essen aus lokalen Spezialitäten. Eine sehr gute Erfahrung!
