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- Kategorie: Winter 19 / 20: Argentina
Parque National Talampaya - eine wunderbare Schlucht

Der kleine, meist trockene Fluss Talampaya hat in der Nähe der Stadt Villa Unión eine beeindruckende Schlucht aus dem umliegenden Sandstein heraus gefressen. Wir besuchten dieses Naturwunder heute.
Früher konnten Privatautos hier frei herumfahren, seit einigen Jahren ist dies aber nicht mehr möglich. Nun gibt es beim Parkeingang einen grossen Parkplatz, wo die privaten Autos stehen bleiben müssen. Weiter geht es nur noch mit 4x4-Bussen. Jeweils etwa 20 Personen haben darin Platz, dazu kommt noch eine Führerin, die aber nur Spanisch spricht. Auf unserer Tour waren heute ausschliesslich Argentinier mit uns auf dem Bus.
Der Bus hält an verschiedenen Orten, wo man aussteigt und die Führerin jeweils passende Informationen gibt. Ohne zumindest rudimentäre Spanisch-Kenntnisse ist die Tour nicht sehr spannend, die Bilder sind aber auch so sehr eindrücklich. Mein Spanisch reichte für das Basis-Verständnis der Erklärungen.

Ein erster Eindruck der steilen Wände gab es beim ersten Halt. Fast senkrechte Felswände ragen aus dem sandigen Untergrund hervor.

Beim ersten Halt gab es einige Felszeichnungen aus präkolumbianischer Zeit. Die hier ansässigen Einwohner ritzten die Zeichnungen mit Steinen in die weicheren Felsen.

Teilweise sind die Zeichnungen nur schwer zu identifizieren. Die Bedeutung der Kunstwerke verschliesst sich uns, da die Ureinwohner keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterliessen. Natürlich gibt es Interpretationen von Wissenschaftlern, doch wieweit diese die ursprüngliche Absicht der Künstler wiedergeben, ist zumindest fraglich.

Dies scheinen Tier-Abstraktionen zu sein, vielleicht aber auch etwas ganz anderes. Ich las Interpretationen, wonach die irgendwelche religiösen Darstellungen der Unterwelt seien. Na ja.

Eindrücklicher als die Zeichnungen sind die Werke des Wassers: Felswände, die bis 150 m hoch sind und unglaublich glatt poliert sind. Ich möchte nicht hier sein, wenn der Fluss Hochwasser führt, es ist dann vermutlich eher ungemütlich.

Die Felsen sind Sedimente vom Meeresgrund einer Zeit von um die 200 Mio. Jahren. An einigen Stellen wurden Fossilien von Dinosauriern gefunden, welche um diese Zeit gelebt haben und als Fossilien „überlebt“ haben.

Ein Bilderrätsel: Dieser steinerne Vogel soll einen Condor darstellen. Ohne den Hinweis unserer Führerin hätte ich ihn nicht erkannt. Auch mit dem Hinweis braucht es einige Vorstellungskraft, um ihn zu entdecken.

Nicht weit davon entfernt gibt es sogar ein versteinertes Kamel! Der Höcker ist für ein Reittier wohl etwas gar spitz.

Diese gigantischen „Säulen“ erinnern die sehr katholischen Südamerikaner an eine Kathedrale. Diese Ansicht wird zumindest so genannt. Weiter hinten in der Schlucht wird eine Steinsäule sogar El Monje - der Mönch - genannt.

Nach all den Anstrengungen und Wanderungen im teilweise tiefen Sand erwarteten uns der Fahrer sowie die Führerin mit einem hochwillkommenen Imbiss im Schatten einiger Bäume und vor einer imposanten Kulisse.

Neben Weisswein, Prosecco, Eistee und Zitronenwasser gab es auch Whiskey und Gin, welche aber von den Gästen verschmäht wurden. Die Küchlein sowie die Quittengelee fanden hingegen regen Zuspruch. Eine willkommene Überraschung und ein wunderbarer Abschluss eines guten Ausflugs!
