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- Kategorie: Winter 19 / 20: Argentina
Berge, Gesteinsformationen und ein Vogel

Unser Weg in den Norden führte uns heute entlang der Anden von San Jose nach Villa Uñión über 300 km weitgehend leerer Strassen. Auf der linken Seite begleiteten uns die Anden, mal etwas näher, dann wieder weiter entfernt. Aber immer eindrücklich!

An einer Stelle gab es in der staubtrockenen Gegend sogar einen Stausee. Hier wird das Schmelzwasser aus den Anden aufgefangen. Für uns ein ungewohnter Anblick. Die Strasse entlang des Sees war abenteuerlich und sehr eng, glücklicherweise begegnete uns auf den paar Kilometern kein anderes Fahrzeug.

Immer wieder öffneten sich auch Blicke in Täler, welche durch Flüsse ausgewaschen wurden. Zur Zeit ist dies aber nur schwer vorstellbar, es fliesst kein Wasser und die Temperatur lag heute Nachmittag bei meist über 35°, einmal erreichte sie sogar ganze 39°. Bei der Trockenheit war das aber gut auszuhalten.

An einer Stelle führt die Strasse von einem Hochplateau hinunter in die Ebene. Ein wunderbarer Ausblick öffnete sich und genau dort gab es einen Aussichtspunkt, wo wir selbstverständlich stoppten. Sobald etwas Wasser floss, grünte die Landschaft, am linken Bildrand wird sogar etwas Landwirtschaft betrieben.

Kaum stoppte ich das Auto und wir waren ausgestiegen, sah ich einen grossen Vogel etwas unter uns kreisen. Wie immer war ich nicht vorbereitet und hatte lediglich die kleine Linse montiert, welche ich für die Landschaften brauche. Für den Vogel war sie zu klein.

Bald jedoch kreiste er über uns und so gab es doch noch ein etwas besseres Bild, sogar mit der kleinen Linse. Der Condor gehört zur Familie der Geier und wenn er sitzt, ist er kein schöner Vogel. Im Flug sieht das anders aus, die eindrückliche Spannweite von bis zu 3 Metern trägt sicher dazu bei. Dies war mein erster Condor überhaupt, ich sah noch nie einen lebendigen Vogel dieser Art.

Dieses Seitental wäre bei uns ein Trogtal, welches von einem Gletscher aus den Felsen geschliffen wurde. Hier ist es kaum von einem solchen Ursprung.

Sillón del Gigante oder Sessel des Giganten heisst diese Felsformation. Die Erosion hat sie aus dem übrigen Gestein herausgearbeitet. Das Sitzen darauf scheint mit aber nicht sehr bequem zu sein! Aber ich bin ja auch kein Gigante.

Immer wieder bin ich vom Farbenspiel in der Wüstenlandschaft fasziniert. Da hier kaum Vegetation vorhanden ist, liegen die unterschiedlichen Gesteine sowie die Schichtungen offen zu Tage. Die unterschiedlichen Farben zeugen von den verschiedenen Gesteinen, welche in einer Schicht jeweils vorherrschen.

Diese Formation zeugt nicht nur von unterschiedlichen Schichten, sondern auch von vergangenen Aktivitäten in der Erdkruste. Die einzelnen Lagen des Gesteins wurden vom Urmeer abgelagert und dann im Laufe der Zeit an die Oberfläche gebracht und dort sogar gefaltet. Die gigantischen Kräfte, welche damals wirkten, sind auch heute noch aktiv. Die Erdbeben- und Vulkanismus-Aktivitäten bei den Anden sprechen davon.
