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- Kategorie: Winter 19 / 20: Cruise ums Kap Horn
Vierter Landgang: Puerto Madryn, Argentinien
Puerto Madryn war unser vierter Landgang. Die Hauptattraktion hier ist die Halbinsel Valdés, ein wahres Wunder an Tierwelt. Viele Pinguine, Robben, Orcas, Seevögel und auch Wale wären hier zu sehen. Für die Wale war es zu spät, diese sind seit Anfang Dezember in die Antarktis gezogen, wo sie sich die Bäuche vollschlagen. Die anderen Tiere wären nur mit längeren Bustouren zu erreichen. Für die Pinguine hätten wir 2.5 Stunden hin und wieder 2.5. Stunden zurück fahren müssen. Dazu hatten wir keine Lust. Hingegen liegt die Peninsula Valdés ganz sicher auf der Route einer nächsten Argentinien-Reise. Dann aber sicher für einige Tage!

Das Chalet Pujol aus dem Jahr 1917 wurde von den letzten Eigentümern dem Staat geschenkt, dies mit der Auflage, darin ein Museum einzurichten. Nach grösseren Renovationsarbeiten ist nun hier das Museo Provincial de Ciencias Naturales y Oceanográficos zu Hause. Ausgestopfte Tiere und viel Informationen über das Meer allgemein sind hier zu sehen.

Ein beeindruckendes Exponat ist ein 5m langer Kalmar, ein riesiger Tintenfisch, der am Strand gefunden wurde. Das weibliche Tier sei 3 Jahre alt stand auf einer Tafel. Eine grosses Wachstum!

Über den drei Stockwerken mit Ausstellungsräumen gibt es noch eine Aussichtsplattform mit einem Blick über die Stadt. Mich hat das Treppenhaus mehr fasziniert. Ausgestopfte Raubvögel geben ihm ein gespenstiges Aussehen.

Die zentrale Plaza de Armas wurde kürzlich neu bepflanzt und mit neuen Bodenbelägen versehen. Die Stadt ist wegen der nahegelegenen Halbinsel bei Touristen sehr beliebt und diese bringen viel Geld in die Kasse, welches dann wiederum in die Verschönerung der Anlagen fliesst.

In der Platzanlage steht ein Denkmal für die Feuerwehrleute, welche hier in den letzten Jahrzehnten während ihres Einsatzes umkamen. Die Liste zählt etwa 10 Namen auf. Die Engelsflügel beim Feuerwehrmann sind etwas gar speziell.

Ruth hatte während unserer Reise einige Mühe, sich dieses Wort zu merken. Ein Estacionamiento ist ein Parkplatz, normalerweise für Autos, hier aber auch für bissige Hunde vor einem Kaffee.

Puerto Madryn gilt gemäss meinem Reiseführer als wichtige Badedestination in dieser Gegend. Der Strand ist sehr schön, doch das Wasser ist auch hier eher auf der kühlen Seite. Heute war auf jedenfalls niemand im Wasser.

Neben der Attraktion der Halbinsel-Tierwelt wird in Puerto Madryn auch viel getaucht. Eine moderne Statue am Strand weist darauf hin.
Bevor wir auf unser Schiff zurückkehrten, wollten wir uns noch einen kleinen Lunch genehmigen, dazu besuchten wir das Restaurante Malón, welches eine ausgezeichnete argentinische Spezialität im Angebot hatte.
Restaurants Malón, Puerto Madryn, Argentina

Als wir zurück zum Schiff gingen, bemerkte ich auf dem Pier eine Besonderheit: Statt eines Velostreifens gab es hier einen Rollstuhlstreifen! Da unser Schiff etwa 600 m vom Ufer entfernt angedockt war, bot die Stadt einen Shuttlebus-Service an, welcher alle Passagiere gratis benutzen konnten. Wir zogen es vor, den Weg zu Fuss zurück zu legen, da wir sind auf dem Schiff kaum je grössere Strecken gehen können.

Kurz bevor wir ins Schiff einstiegen, machte ich noch ein Bild des Strandes, der bei Ebbe sehr breit ist. Das Meer zieht sich hier bei Ebbe etwa 300 m zurück und hinterlässt eine feine Wasserschicht, in der sich der Himmel und die Stadt spiegeln.
Wir waren schon knappe 4 Stunden unterwegs, als es an Bord ein medizinisches Problem gab. Der Kapitän informierte am nächsten Morgen, dass es keinen Helikopter für die Evakuation der Person gab und er sich deshalb entschloss, nach Puerto Madryn zurück zu kehren. Dort gelang die Evakuation dann problemlos und wir konnten unsere Fahrt wieder beginnen. Als Konsequenz der verlorenen 8 Stunden musste leider unser Besuch von Punta del Este in Uruguay gestrichen werden, wir verbringen den ganzen Tag auf See und legen gegen Abend in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays an. Wir wurden informiert, dass die Evakuation erfolgreich war und der Patient gerettet werden konnte. Wir bemerkten das ganze Manöver nicht, erst als ich am Morgen auf mein iPhone schaute, um unsere Position anzusehen, dachte ich, mein iPhone sei defekt, da es uns immer noch in der Nähe von Puerto Madryn zeigte. Als sich der Kapitän dann meldete und die Situation erläuterte, klärte sich die Situation auf.
