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- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
Besuch beim Teufel auf 4’320 m.ü.M. - El Tatio
Das Geysir-Feld El Tatio liegt in den Anden auf 4’320 m.ü.M. und ist von San Pedro aus in knapp 2 Stunden auf einer recht gut ausgebauten Piste zu erreichen. Die Strasse steigt kräftig an und immer wieder zeigen sich wunderbare Ansichten der Vulkane sowie eine interessante Pflanzen- und Tierwelt.

Als wir auf einer ersten Hochebene knapp über 3’000 m ankamen, sahen wir diese Straussen-ähnliche Vögel, die hier Ñandú oder Suri heissen. Sie haben etwa dieselbe Grösse wie die australischen Emu. An der Stelle, wo sie mir vor die Linse liefen, gibt es für meine Augen nichts zu fressen. Trotzdem pickten sie in einem fort etwas vom Boden auf.

Einer der Vulkane der Gegend ist noch aktiv, immer mal wieder stieg weisser Rauch auf, der sich vom tiefblauen Himmel abhob. Rund um den Krater-Rand gab es gelbliche Schwefel-Ablagerungen. Der Vulkan ist knapp unter 6’000 m hoch, was aus der Sicht des Fotografen nicht sonderlich imposant aussieht. Er steht schliesslich auch schon auf knapp 4’000 m.
Das Geysir-Feld von El Tatio wird von vielen Touristen während eines frühmorgendlichen Ausflugs besucht. Bereits um 4 Uhr geht es in San Pedro los, um 6 Uhr öffnet der Park. Dann ist es bitter kalt mit Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt. Ich nahm bei meinem letzten Besuch an einer solchen Tour teil und war nicht sonderlich begeistert. Mein Bericht zum damaligen Erlebnis gibt es hier (Klick mich!). Ruth und ich entschieden uns heute, etwas länger in den warmen Federn zu bleiben und erst nach dem Morgenessen los zu fahren. Es lohnte sich, denn ausser uns waren kaum andere Touristen vor Ort.

Die heissen Quellen lassen das Wasser mit 86 Grad aus dem Boden schiessen.

Einige der Quellen waren von farbigen Bakterien besiedelt, sobald das Wasser etwas abgekühlt war.

Auch hier eine gelbe Matte von Bakterien. Dort, wo das Wasser schon etwas kühler war, lebten schwarze Bakterien.

Diese seltsame Pflanze wächst als eine Art Polster auf Sandhügeln. Sie wird hier Llareta (Azorella compacta) genannt und wächst auf Höhen zwischen 3’200 und 4’500 m.ü.M. Mit einer Wachstumsrate von fünf Millimetern pro Jahr dauert es sehr lange, bis grosse Kissen entstehen. Früher wurde die Pflanze als Brennmittel verwendet, seit sie nun geschützt ist, erholen sich die Bestände langsam.

Hier noch ein Detail-Bild der feinen, weissen Blüten der Pflanze. Dieses Exemplar ist schon sehr stark zertrampelt, sie liegt nahe am Weg zwischen den einzelnen Points of Interest im Park.

Etwas weiter unten fotografierte ich auf dem Rückweg dieses Exemplar, das in sehr gutem Zustand ist.

Eine weitere heisse Quelle, von denen es in dieser Gegend einige Dutzend gibt, deponiert weissliches Mineral rund um den Höllenschlund. Der schweflige Geruch, der hier immer präsent ist, erinnert an den Leibhaftigen, dem ein solcher Geruch nachgesagt wird.

Rund um die Fumarolen und heissen Quellen gibt es auch immer wieder interessante Ablagerungen von Mineralien, welche aus der Tiefe mit dem Wasser an die Oberfläche kommen. In diesem Fall in der Form von vielen kleine, weissen Kügelchen.

Eine andere heisse Quelle mit den grossen Vulkanen im Hintergrund.
Als wir uns gegen 16 Uhr auf die Rückfahrt machten, waren wir die einzigen Besucher im Park. Die organisierten Touren verlassen den Ort schon um spätestens 10 Uhr, da die Touristen rechtzeitig zum Mittagessen wieder im Tal unten sein wollen. Für uns hat es sich ausgezahlt, dass wir erst spät losgefahren sind.

Der mächtige Vulkan steigt aus einer Wiese mit sogenanntem Coirón (Festuca orthophylla) auf. Dieses Gras ist im Hochland der Anden sehr verbreitet, die einzelnen Halme sind sehr hart und werden bis 50 cm lang. Die gelbe Farbe verleiht der Landschaft ein wunderschönes Aussehen.

Weil die Vulkane unter dem blauen Himmel so schön aussehen, hier gerade nochmals ein Bild. Der Gipfel in der Mitte ist nicht schneebedeckt, die Farbe stammt von den Mineralien, welche der Vulkan ausspuckte.

In der einzigen kleinen Ortschaft auf dem Weg von und zu den Geysiren liegt dieses hübsche Kirchlein am Dorfrand.

Direkt unterhalb der kleinen Ortschaft gibt es einen kleinen See, in welchem sich viele Wasservögel tummeln. Darunter auch diese beiden Puna-Enten mit den hübschen blauen Schnäbeln und gleichfarbigen Füssen.

Eine lustige Möwe lebt in dieser Höhe, sie heisst treffend Gaviota andina oder eben Anden-Möwe. Der schwarze Kopf kontrastiert wunderbar mit dem weissen Brustgefieder sowie den grauen Flügeln. Diese Möwe war sehr anhänglich, sie setzte sich immer neben das Auto auf den Pistenrand und als ich jeweils etwas weiter fuhr, flog sie uns nach und setzte sich wieder hin.

Flamingos waren natürlich auch im Wasser, ich publiziere hier aber lediglich dieses und ein weiteres Bild, da der morgige Tag noch viel rosa bringen soll, Wir wollen uns einen Teil des Salares de Atacama ansehen, wo es auch sehr viele Flamingos geben soll.

Ein Bild mit einem Flamingo, der gerade die schönen Flügel schlägt, muss ich natürlich zeigen.

Den Tagesabschluss machen heute drei Vicuñas, welche die längste Zeit für mich posierten, so dass ich das Bild sogar so wählen konnte, dass er Vulkan im Hintergrund steht.
