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- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
Ausflug in den Lauca Nationalpark - wieder über 4’000 m.ü.M.

Gestern Abend lockerte sich die Bewölkung auf und als wir heute morgen nach einer kalten Nacht erwachten, war der Himmel wolkenlos und tief blau. Der Vulkan Taapaca, der gleich hinter der Ortschaft bis auf 5’575 m.ü.M. ansteigt, zeigt sich frisch weiss verschneit. Als ich zum Eingangstor unseres Hotels ging, war unsere Vermieterin schon dort und fotografierte den Berg.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Nationalpark, dessen meiste Sehenswürdigkeiten auf einem Plateau über 4’000 m.ü.M. lagen. Sobald wir auf die Hochebene kamen, sahen wir die ersten Vicuñas, welche hier in grösseren Gruppen leben.

Vor den imposanten Vulkanen, von denen jeder über 5’000 m hoch ist, grasen auch Lamas. Diese werden von der lokalen Bevölkerung gehalten.

Chinchillas sahen wir ab und zu ebenfalls im grünen Gras. Sie sehen beinahe aus wie unsere Hasen, doch ist das Fell viel dichter und der lange Schwanz wird zu einem Kringel aufgerollt, wenn das Tier sitzt.

In dieser Höhe gab es auch einige Puna-Ibise, eine Vogelart, welche sowohl an der Küste, als auch in den Hochebenen anzutreffen ist.

Die kleine Ortschaft Parinacota liegt auf 4’406 m.ü.M. Heute leben nur noch einige wenige Leute permanent im Dorf, lediglich zu einer Wallfahrt im Herbst fallen hier mehr Pilger ein.

Die kleine Kirche stammt aus dem Jahr 1789 und wird gut im Schuss gehalten.

In der einen Ecke der Kirchenmauer steht ein kleiner Turm, der durch die sehr kleine Türe bestiegen werden kann. Die Türe ist höchstens 1.20 hoch! Das Treppenhaus im Innern ist kaum höher, der arme Kerl, der die Glocke läuten muss, ist wohl besser ein Lilliput!

Einige der Häuser im Ort sind noch gut unterhalten, andere sind nur mehr Ruinen. In dieser Höhe zu leben ist eine Herausforderung. Dünne Luft und sehr kalte Temperaturen sind nicht jedermanns Sache.

Eine der Hauptattraktionen des Parks ist der Lago Chungará, er gilt als einer der weltweit höchst-gelegeneren Seen. Der Wasserspiegel liegt auf 4’600 m.ü.M. Direkt hinter dem See erhebt sich mit 6’330 m der Vulkan Parinacota, einer der höchsten Vulkane in dieser Gegend Chiles. Die Wolken gaben den Gipfel leider nur teilweise frei, der schöne und frische Schnee entschädigt aber dafür.

Ein anderes Bild des Vulkans mit einem grünen Sumpf im Vordergrund. Nachts gefriert hier das Wasser und erst gegen Mittag verschwindet das Eis.

Eine andere Vulkankette spiegelt sich im ruhigen Wasser eines Teils des Sees. Diese Vulkane liegen bereits in Bolivien, die Landesgrenze ist hier nur wenige km entfernt. Die Strasse durch den Park ist die Hauptverbindung zwischen Arica am Pazifik in Chile und La Paz, der bolivianischen Hauptstadt, welche knapp 300 km entfernt ist. Am heutigen Sonntag waren sehr viele Tanklastwagen mit bolivianischen Kennzeichen unterwegs, diese holen Benzin in Chile und bringen es nach Bolivien.

Auf dem Rückweg zu unserem Hotel trafen wir nochmals einige Chinchilla, dieses Exemplar posierte so stolz, dass ich einfach abdrücken musste!

Ein dünnes Rinnsal sorgte für frisches Grün auf einer Wiese. Eine grössere Herde von Lamas frass das Gras ab und löschte den Durst im kalten Bach. Die Tiere werden von ihren Besitzern mit farbigen Bändeln gekennzeichnet. Alle Tiere dieser Herde trugen rote Kennzeichen.

Je näher wir unserem Hotel kamen, desto schwärzer wurde der Himmel und bald schon gab es ein starkes Gewitter. Es fiel sogar wieder Schnee, wir waren immer noch auf mehr als 4’000 m.ü.M.
