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- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
Von 3’550 m.ü.M. zurück ans Meer
Nach einer sehr kalten Nacht in Putre auf 3’550 m.ü.M fuhren wir heute zurück nach Arica an den Pazifik. Am frühen Morgen lag die Temperatur in Putre bei etwa 6°, dies einmal mehr bei strahlendem Sonnenschein. Unser Tagesziel lag am Pazifik bei etwa 26° und ebenfalls schönstem Sonnenschein.

Von unserem Hotel stieg die Strasse zuerst bis auf knapp 3’800 m an und gab einen schönen Blick auf das Dorf Putre und die das Dorf überragenden Vulkane preis. Der Schnee von gestern auf dem Vulkan ist schon fast weggeschmolzen, in dieser Höhe und der intensiven Sonneneinstrahlung geht das offenbar schnell.

Vom höchsten Punkt der Tagesfahrt aus schweift der Blick über die Berge fast bis hinunter zum Pazifik. Allerdings nur fast, dieser liegt von diesem Punkt aus noch gute 120 km in Richtung Westen.

Wir sahen vor einigen Tagen in der Nähe von San Pedro de Atacama schon einmal einen Wüstenfuchs. Ruth wollte immer schon wieder ein solches Tier sehen. Heute rannte ein Fuchs über die Strasse und versteckte sich anschliessend in einem Gebüsch. Bis Ruth mit der Kamera so weit war, war der Fuchsschwanz das einzige, was noch sichtbar war. Immerhin.

In der Höhe waren die Berge noch mit etwas spärlicher Vegetation bedeckt, je weiter wir nach unten kamen, desto weniger blieb davon übrig. Die Vegetationsgrenze ist hier gut zu sehen. Was wohl der Grund für dieses seltsame Phänomen ist?

Die Ruine einer Inka-Siedlung, Pukara de Copaquilla, auf einem Bergrücken besteht nur mehr aus einigen kleinen Mauern, die aus dicken Steinen erbaut wurden. Sie wurde im 12. Jhdt. errichtet und soll einst bis zu 500 Bewohnern Schutz vor den Elementen geboten haben. Wir verzichteten auf die anstrengende Wanderung hin zu den Steinen.

Im Tal unterhalb der Ruine lag eine hübsche kleine Oase, wo mit ein wenig Wasser sofort viel Grün spross. Einige Tropfen können einen riesigen Unterschied machen!

Die Strasse wurde an mehreren Stellen unterbrochen, hier aber nicht aus Protest gegen die Regierung, sondern weil die Fahrbahn verbreitert und neu geteert wurde. Sofort bildete sich ein langer Stau von einigen PWs und vielen Lastwagen. In diesem Bild sind gerade 5 Tanklastzüge zu sehen, welche Benzin von Arica nach Bolivien transportieren. Offenbar gibt es keine Pipeline zwischen den beiden Länden, aller Treibstoff wird auf der Strasse transportiert.

Sobald sich das Tal verbreiterte, gab es eine riesige Oase, an deren Boden viel Landwirtschaft betrieben wurde. Die Berghänge sind f…trocken und vegetationslos, mit etwa Wasser ändert sich das Bild sofort.

Mais, Zwiebeln und anderes Gemüse wird hier angebaut.

Die frisch geernteten Zwiebeln stehen in grossen Säcken zum Abtransport bereit. Zwiebeln werden in fast jedem Gericht in dieser Gegend eingesetzt, der Bedarf daran ist offenbar enorm.

Zurück in Arica liessen wir unser Auto vom Staub der letzten paar Wochen befreien. Von hier aus sind wir fast ausschliesslich auf Teerstrassen unterwegs, die Pistenfahrerei gehört der Vergangenheit an. Und in den kommenden zivilisierteren Gegenden macht sich ein sauberes Gefährt einfach besser.
