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Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
26. November 2019

Eine Berg- und Talfahrt zurück nach Iquique

Von der Meereshöhe ging es heute mehrmals auf bis zu 1’300 m hoch und dann wieder hinunter auf 0 m und hoch auf 1’100 m, bis wir schliesslich wieder auf 0 m in Iquique am Pazifik ankamen.

Chile II 19 155

Der Morgen begrüsste uns mit schönstem Wetter und von unserem Hotelzimmer aus einem wunderbaren Blick auf den Morro von Arica auf der einen Seite und dem blauen Pazifik auf der anderen. Dazu schon am Morgen gut 24°.

Chile II 19 156

Eine der vielen Schluchten welche wir heute jeweils bis auf den Grund ausfahren mussten, sieht von oben recht spektakulär aus.

Chile II 19 157

Einige Meter weiter unten öffnet sie sich und der Blick fällt bis zum Grund. Dort gibt es etwas wenig Wasser und sofort blüht die Wüste.

Chile II 19 158

Das Tal, welches ich hier fotografierte heisst Quebrada de los Camerones. An der Mündung des Flusses in den Pazifik wurden die Mumien gefunden, welche heute in Arica ausgestellt sind. Diese Figur stellt eine solche Mumie dar. Die meisten wurden mit Lehmmasken versehen. Wir besuchten das Museum und sahen einige der Mumien mit unseren eigenen Augen (Klick mich!).

In meinem Reiseführer (Lonely Planet) fand ich eine gute Beschreibung, wie die Mumien hergestellt wurden. Bitte den nächsten Abschnitt nur am Morgen lesen, es drohen Albträume!

  • Kopf, Gliedmasen und Haut des Leichnams abtrennen
  • das Gehirn entfernen, indem man den Schädel spaltet oder es an der Basis aus dem Kopf zieht
  • weitere innere Organe entfernen
  • den Körper mit heissen Steinen oder Feuer trocknen
  • den Leichnam mit Stöcken, Schilf, Lehm oder Alpakafell füllen
  • alle Körperteile wieder zusammenfügen (vielleicht nähte man sie mit Kaktusstacheln aneinander)
  • den Leichnam mit einer dicken Aschepaste einschmieren
  • die Haut wieder überstreifen (Ausbesserungen mit Seelöwenhaut)
  • den Kopf mit einer Perücke aus menschlichem Haar und einer Lehmmaske versehen
  • die fertige Mumie mit Mangan schwarz färben (später mit rotem Ocker

Chile II 19 170

Als wir am Abend in unserem Hotel auf der Terrasse sassen, fiel Ruth auf, dass ich heute ein ähnliches T-Shirt trug, wie die Statue der Mumie. Mumifiziert nach obiger Methode bin ich aber im Gegensatz zur Statue noch nicht.

Chile II 19 159

Auf der Hinreise von Iquique nach Arica besuchten wir bereits den Gigante de Atacama (Klick mich!), die grösste Menschenfigur, welche in den Fels gezeichnet wurde. Heute begegneten wir einer Eisenplastik mit derselben Gestalt.

Da wir noch recht zeitig in Richtung unseres Zieles unterwegs waren, legten wir noch einen Umweg ein. Etwa 50 km südlich der Abzweigung von der RN5 an den Pazifik gibt es den sogenannten Cerro Colorados, einen Hügelzug mit den meisten Geoglyphen in Südamerika. Das wollten wir uns selbstverständlich nicht entgehen lassen.

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Die Strasse führt die 50 km völlig gerade über eine Salzwüste, die meist völlig lebensfrei ist. 

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Unter der braunen Oberfläche kommt unmittelbar das weisse Salz zum Vorschein. Kein Wunder, dass sich hier kaum Leben hält.

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Die Hügel sehen aus der Distanz nicht besonders eindrücklich aus. Auf der linken Seite gibt es noch eine Ruine eines Salpeterwerks, die aber nur noch aus einigen Mauerresten besteht.

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Etwas näher bei den Felsen zeigen sich die vielen Zeichnungen, welche jede für sich eine imposante Grösse aufweist. Es gab einige Erklärungsversuche bei den einzelnen Felsen, ich verzichte aber auf deren Wiedergabe. Genaues weiss ohnehin niemand.

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Ich zeige nun einige der Zeichnungen ohne weiteren Kommentar. Jeder Leser kann sich selber eine Vorstellung der jeweiligen Bedeutung machen.

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Wenn ich schreibe, es gäbe kaum Leben in dieser Wüste, so straft mich diese kleine Echse gerade Lügen. Beim Informationszentrum im Park gab es zwei, drei Bäume sowie andere kleine Pflanzen. Offenbar genug für die Echse, welche sich von Insekten ernährte.

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Auf dem Weg zu den Cerro Pitados führt die Strasse durch einen völlig überraschenden Wald. Mitten in der Salzwüste gibt es Bäume? Die Tamarugal-Bäume (Prosopis tamarugo), welche hier gut gedeihen, sind erstens sehr salztolerant und zweitens haben sie weitverzweigte und bis 40 m tief reichende Wurzelsysteme, mit denen sie Grundwasser anzapfen können. Nur, wie macht das eine junge Pflanze, die erst gerade gekeimt hat? Auf jeden Fall eine interessante Ansicht, das grüne Band in der braunen Wüste.

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Den Tag beschlossen wir heute im selben Hotel in Iquique, in welchem wir schon auf der Reise in den Norden vor einigen Tagen Station machten. Der Blick über den Strand vom Balkon unseres Zimmers aus ist grandios! Und der kleine Black Crowned Night Heron steht immer noch am Pool.

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