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- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
Eine erste Pendenz vom Oktober in Santiago erledigt
Unsere Fahrt führte uns heute vom kalten, nebligen Viña del Mar mit knapp 15° am Morgen in die Höhe nach Santiago. Schon nach einigen wenigen Kilometern und einigen Höhenmetern besserte sich das Wetter schlagartig und die Sonne durchbrach den Nebel. Die Temperatur stieg ebenso rasant an. Die ganzen verbleibenden knapp 100 km fuhren wir bei schönstem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen.
Vom Cerro San Cristobal aus geniesst man einen schönen Überblick über Santiago. Hier steht eine grosse Marien-Statue. Bei unserem ersten Besuch in Santiago zu Beginn unserer Reise war der Hügel gesperrt, die Unruhen in der Stadt sorgten für soviel Chaos, dass der Park wie viele andere Sehenswürdigkeiten geschlossen war. Heute war der Park geöffnet und wir profitierten davon.

Eine Standseilbahn bringt die Besucher von der Bodenstation hinauf auf den Hügel. Zwei Kabinen kreuzen sich auf halbem Weg, die eine auf dem Weg nach oben, die andere in die andere Richtung. Die 300 Höhenmeter können auch auf einem Wanderweg und mit dem Fahrrad überwunden werden. Autos sind nur bis zu einem bestimmten Punkt zugelassen.

Von oben schweift der Blick über die Stadt, zuerst in Richtung Norden. Die Innenstadt liegt auf der anderen Seite der Grünzone in der Bildmitte. Direkt vor uns liegt das Barrio Bellavista, ein Quartier mit vielen kleinen Restaurants und Bars.

In Richtung Südosten sind die Vorgebirge der Andenkette zu sehen. Einige der Berge, welche östlich von Santiago stehen, sind bis zu 4’000 m hoch.

Die Marienstatue ganz oben auf dem Hügel wird nur von der Handyantenne überragt. Die Prioritäten werden offenbar auch in Santiago gemäss der aktuellen Zeit neu gesetzt.

Bei der Marienstatue gibt es einige Rechen, auf denen Kerzen befestigt werden können. Die Hitze von gut 30° machte denen aber heute stark zu schaffen, die meisten waren ganz krumm oder gar weggeschmolzen und es waren meist nur noch kleine Stummel zu sehen.

Ein Teil der modernen Innenstadt, dort wo die grossen Banken ihren Sitz haben, ist lediglich vom hinteren Teil des Hügels aus zu sehen. Stahl- und Glasbauten dominieren hier das Bild des modernen Santiago. Die Stadt ist ein wichtiges Finanzzentrum in Südamerika. In der eigentlichen Stadt lebten 2017 über 5.7 Mio. Menschen, der Grossraum Santiago mit einigen weiteren Siedlungen im Umfeld umfasst bis gegen 7.5 Mio. Menschen, etwa 44 % der chilenischen Bevölkerung.

Die Weihnachtsvorbereitungen sind auch hier voll im Gang. Eine grosse Krippe ist schon aufgestellt und wartet noch auf die Ankunft der Gläubiger während der kommenden Festtage. Für uns sind diese Figuren irgendwie fehl am Platz: 30°, tiefblauer Himmel und kein Schnee wollen irgendwie nicht zu Weihnachten passen.
