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- Kategorie: Winter 19 / 20: Chile - Teil II
Santiago - die letzten Pendenzen
Einmal mehr ein wunderbarer Tag in der Stadt. 25° und tiefblauer Himmel erwarteten uns heute morgen beim Aufwachen. Wir wollten noch die letzten Pendenzen in der Stadt abarbeiten, bevor wir morgen wieder ans Meer fahren wo uns am späteren Nachmittag unser Schiff für die Umrundung des Kap Horns erwartet.

Mit der U-Bahn ging es zuerst zum höchsten Haus Südamerikas, dem 300 m hohen Torre Costanera. Das Gebäude ist von vielen Stellen der Stadt aus gut zu sehen, wenn man jedoch direkt darunter steht, ist die Ansicht überwältigend. 62 Etagen mit insgesamt 128’000 m2 Nutzfläche für Büros stehen im Haus zur Verfügung. Nach einigen Verzögerungen während des Baus wurde der Wolkenkratzer schliesslich im Frühjahr 2014 in Betrieb genommen. Die Chilenen sind sehr stolz auf das höchste Gebäude Südamerikas.

Das ganze Quartier, in welchem der Torre steht, ist sehr modern: Glas- und Stahlarchitektur sind allgegenwärtig. Versicherungen, Banken und auch einige Spitäler sind in dieser Gegend angesiedelt.

Vor einem der Hochhäuser sah ich diese innovative Velo-Konstruktion. Der Sattel, der sonst offenbar häufig geklaut wird, kann hier zusammen mit einem Teil des Rahmens als Schloss verwendet werden. Ob die Stabilität des Fahrrades aber trotzdem gut ist?
Unsere nächste Station war der Cerro Santa Lucia, ein 69 m hoher Hügel, der an der Spitze einen Aussichtsturm hat, von dem aus sich eine schöne Rundsicht auf die Stadt bietet. Während der Hügel früher kaum von Vegetation bewachsen war, liess ihn ein Bürgermeister durch 150 Häftlinge mit Wegen versehen und bepflanzen.

Auf den Wanderwegen, welche den Hügel überziehen, gibt es viele solcher Kioske, welche Glace, Bier und Wasser verkaufen. Viele Chilenen sind offen für Ideen, welche ein zusätzliches Einkommen versprechen.

Vom obersten Aussichtspunkt aus war die Stadt früher direkt zu Füssen des Beobachters. Heute ist dies nicht mehr so, die modernen Hochhäuser überragen sogar den einst so grossen Hügel.

Pedro de Valdivia, dem Gründer von Santiago, wurde hier ein Denkmal gesetzt. Am 12. Februar 1541 gründete er die Stadt Santiago und immer noch steht er hier auf seinem Sockel, der arme Kerl.

Die Iglesia de San Francisco wurde bereits 1554 errichtet und gilt damit als das älteste koloniale Gebäude in Chile. Von der ursprünglichen Struktur steht allerdings kaum mehr etwas, diese wurde mehrfach in grossen Erdbeben zerstört und anschliessend wieder aufgebaut. Auch das alte Gemäuer muss heute mit Stahl und Glas konkurrieren.

Im Innern fällt vor allem die Kassetten-Decke auf, deren Konstruktion bereis 1615 begann.

Auch die Kuppel ist in derselben Technik ausgeführt .
Damit ist unsere Reise auf dem Festland in Südamerika abgeschlossen, morgen fahren wir von hier nach San Andres und schiffen uns am Pazifik ein. Ich werde während der Kreuzfahrt nicht täglich einen Bericht publizieren, da einerseits das Internet auf den Schiffen erfahrungsgemäss schlecht und dazu sehr, sehr teuer ist. Zudem sind Bilder vom Meer nicht von grossem Neuigkeitswert.
