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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Von Leuchtturm zu Leuchtturm
Die südwestliche Ecke Australiens ist über weite Strecken Teil des Leeuwin-Naturaliste Nationalparks. Die Küste wird an beiden Enden von einem Leuchtturm markiert. Für uns waren diese heute die Navigationshilfe.

Der nord-westliche Punkt wird vom Cape Naturaliste-Leuchtturm markiert. Dieser Leuchtturm wurde 1904 eröffnet, sein Licht war bis 46 km Entfernung sichtbar, da das Leuchtfeuer auf 123 m.ü.M. strahlt. Der Turm selber ist nur 20 m hoch, doch zusammen mit der Klippe, auf welcher der Turm steht, kommen diese 123 m zustande.

Unterwegs war es dann soweit: Unter riesigen Eukalypten sahen wir die ersten für Australien so typischen Tiere: Kängurus oder Wallabies. Aus der Ferne sehen beide ähnlich aus. Sie waren sehr scheu, sobald ich ausstieg, rannten sie weg. Für ein Bild reichte es aber immerhin noch.

Einen weiteren typischen Vertreter der australischen Natur sahen wir im Wald. Grasbäume (Xanthorrhoeoideae) sind hier viel verbreitet. Um welche der 28 Unterarten es sich hier handelt, konnte ich nicht bestimmen. Diese Pflanze misst gut und gerne 2.5 m in der Höhe!

Beinahe die ganze Gegend ist mit dichten Eukalyptus-Wäldern bewachsen. Der Untergrund wird von Farnen und auch vereinzelten Grasbäumen gebildet. Ein ideales Gemisch für intensive Waldbrände, von welchen diese Gegend bisher verschont blieb. Ich hoffe, das bleibt noch lange so!

Leider auch in Western-Australia ist dieses nette Tierchen anzutreffen: Die Western brown Snake kommt in ganz Australien vor, so auch in dieser Gegend. Ihr Gift ist offenbar sehr wirksam, einerseits greift es das Nervensystem an, kann aber auch die Nieren schädigen und wirkt zudem noch als Blutverdicker. Ein ziemlich wirksames Biest! Wir waren glücklicherweise auf einem Boardwalk unterwegs und die Schlange war am Boden, so dass für uns keine Gefahr bestand. Ein Einheimischer identifizierte das Reptil für uns.

Das Meer zeigte sich auch hier in den schönsten Farben. Von den Wolken, welche gestern Abend den Himmel verdüsterten, war heute nichts mehr zu sehen. Der grösste Teil der Küste bestand aus Gneis, welcher bei der Bildung des Kontinentes aus Granit entstand. An vielen Stellen wird der Gneis von Kalkstein überdeckt, so auch an dieser Stelle, wo die einzelnen Schichten links gut zu erkennen sind.

Am Strand tummelten sich einige Stachelrochen im warmen Wasser. Die Badenden liessen sich davon nicht abhalten, ich begnügte mich mit ein paar Aufnahmen der interessanten Tiere. Dieses Exemplar misst von Flügelspitze zu Flügelspitze gut einen Meter, der lange Stachelschwanz sicher 80 cm.

Der letzte Besuch galt dem Cape Leewyn-Leuchtturm und dort zuerst einem Wasserrad, welches früher als Pumpe für das Frischwasser des Leuchtturms diente. Das Wasser aus einer nahe gelegenen Quelle wurde durch den Kanal über das Wasserrad geführt, welches seinerseits eine kleine Pumpe antrieb. Diese pumpte wiederum einen Teil des Wassers zum Leuchtturm. Nach dem das Wasserrad durch eine elektrische Pumpe ersetzt wurde, blieb dieses stehen. Das sehr kalkhaltige Wasser überzog die ganze Anlage mit einer dicken Kalkschicht, dieses Rad wird sich nie mehr drehen, das Wasser fliesst einfach darüber. Es gab vor vielen Jahren mal eine Fernsehreklame für ein Entkalkungsmittel bei Waschmaschinen. Ein älterer Mechaniker kniete vor der Maschine und sagte zur eher unbedarften Hausfrau: 'Kaputt vom Chalch, gueti Frau'. Hier kam mir der Spruch wieder in den Sinn.

An dieser Stelle treffen sich der Indische und der Süd-Ozean, in Richtung Westen ist die nächste Landmasse der afrikanische Kontinent, in südlicher Richtung liegt in 5’400 km der Südpol. Die Antarktis beginnt schon nach knapp 4’000 km von hier.

Das Cape Leeuwyn-Lighthouse bildete das Ende unserer heutige Fahrt. Es markiert den süd-westlichsten Punkt Australiens. Der Leuchtturm wurde 1896 eröffnet und bis 1982 bemannt. Als einer der weltweit letzten Leuchttürme wurde bei ihm die Besatzung abgezogen und durch ein automatisches Licht ersetzt. Zusammen mit dem Kap Hoorn, dem südlichsten Punkt Südamerikas, welches wir vor einigen Wochen besuchten, gilt das Cape Leeuwyn als einer der gefährlichsten Punkte für die Schiffahrt.
