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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Ein Fluss frisst sich durch roten Sandstein: Kalbarri Nationalpark
Dieser flächenmässig grosse Nationalpark schützt einerseits einen Teil der Küste und aber noch viel interessanter eine imposante Schlucht, welche der Murchison-Fluss in ein mächtiges Sandstein-Massiv gefressen hat. Die Sandsteine hier sind bis zu 400 Mio. Jahren alt und sollen bis 3 km in die Tiefe reichen.

Die einzelnen Aussichtspunkte sind mit dem Auto auf hervorragend ausgebauten Strassen problemlos zu erreichen. Von den Parkplätzen aus gehen befestigte Wege zu den Punkten. Bei den Einstiegspunkten warnen jeweils solche Schilder die Wanderer, genügend Wasser mitzunehmen. Die längeren Wanderungen sind zur Zeit gesperrt, da die Temperaturen auf dem Grund der Schluchten zu hoch sind.

Vom ersten Aussichtspunkt aus sieht man das Flussbett am Grund der Schlucht. Fluss gibt es keinen, da hier schon länger kein Regen mehr gefallen ist. Ich nenne diese Flüsse „Instant River, just add Water“.

Direkt vor mir ist eine kleine Platte, welche vom ursprünglichen Gebirge stehen geblieben ist. Ein Warnschild weist auf die Gefahren des Abbruchs hin, was einige Touristen aber nicht davon abhält, ihr Selfie von dort zu schiessen. Schade um den Stein, wenn er deswegen abbricht. 400 Mio. Jahre durchgehalten und dann …

Auf einigen Platten waren Spuren von krebs-artigen Tieren zu sehen, welche vor etwa 250 Mio. Jahren auf dem damals noch weichen Sand als erste Lebewesen vom Meer aufs Land gingen. Ich war erstaunt, dass diese nicht besser geschützt waren, lediglich eine kleine Tafel wies auf die Bedeutung hin.

Von einem weiteren Aussichtspunkt aus bot sich ein schöner Blick in ein weiteres Seitental des Flusses. Die Sandstein-Schichten sind hier besonders gut zu sehen. Auf der linken Seite der Schlucht ist ein Spalt auszumachen, dem der Fluss auf der ganzen Länge folgt. Ganz hinten liegt noch etwas Wasser, welches den Tieren im Park als Durstlöscher dient.

Neben der Geologie gibt es im Park auch viel Botanik. So zB. auch diese Banksia, deren genauen Namen ich nicht kenne. Die Blüten öffnen sich von unten her, was den Blütenständen dieses spezielle Aussehen verschafft.

Gerade als ich zu Ruth sagte, es gäbe kaum Vögel im Park, sah ich diesen Raubvogel. Auch seine genaue Art kenne ich nicht, es könnte sich wegen der Schnabelform aber um einen Vertreter der Falkenfamilie handeln.

Auch Grasbäume gibt es im Park, einige davon sind gerade am Blühen. Die langen Stängel haben dann ganz kleine, weisse Blüten.

Aus der Nähe sind die Blüten gut zu erkennen. Ab und zu bemerkte ich sogar eine Biene an den Blüten.

Eine andere Bankdia-Art war ebenfalls gerade am Blühen. Diese Blüte misst etwa 15 cm und hat gute 5 cm Durchmesser.

Statt des üblichen Strandbildes gibt es heute ein Bild einer Vertreterin der Grevilea. Diese sind wiederum Verwandte der Protea aus Südafrika. Auch hier öffnen sich die Blüten von unten her, die gelben „Dinger“ entfalten sich nach und nach. Links sind einige der Früchte der Pflanze zu sehen.
