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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Coral Coast im Nordwesten Australiens: Meer, Meer und noch mehr Meer
Der Sonntag, 26.1. war der Australia Day, der Nationalfeiertag der Aussies. In Coral Bay waren noch viele Feriengäste, welche den Tag ausgiebig feierten. Feiern hiess bei vielen, dass sie im Meer Unterstände mit Schatten aufbauten, dort mit ihren Stühlen im warmen Wasser sassen und mehr oder weniger den ganzen Tag Bier einträufelten. Ab und zu ein Ausflug ans Land um Nachschub zu holen, oder dann einen Bissen einer Wurst zwischen die Zähne zu schieben. Es blieb aber sehr gesittet.
Wir genossen einen faulen Tag ebenfalls am Strand mit einigen Badegängen im lauwarmen, türkisfarbenen Wasser. Bier gab es bei uns erst ab 18 Uhr, wir hatten ja schliesslich nicht unseren Nationalfeiertag.

Beim Frühstück erhielten wir Besuch von zwei hübschen Echsen, beide zwischen 20 und 30 cm lang. Das linke Männchen leistete sich auf dem Gras ab und zu eher unanständige Tätigkeiten mit dem Weibchen. Trotzdem reichte es beiden immer noch gut, aus dem Stand die 30 cm auf den Holzbalken zu springen.

Als wir am Folgetag in Richtung Norden aufbrachen, begleiteten uns auf der ganzen Fahrt die ersten der grossen Termitenhügel. Roter Sand und Speichel der Tiere vermögen riesige Skulpturen zu erschaffen. Dieser Berg ist gut und gerne 2 m hoch!
Unser Ziel lag nur knapp 150 km nördlich in Exmouth, dem Zentrum des Tourismus rund um das Ningaloo-Reef, welches sich auf der Seite der Halbinsel entlang des Indischen Ozeans hinzieht. Dieses Riff ist eines der grössten weltweit und bei weitem nicht so überlaufen wie das Barrier-Reef auf der gegenüberliegenden Seite des Kontinents.

Die Spitze der Halbinsel wird von einem kleinen Leuchtturm markiert, welcher heute nicht mehr in Betrieb ist. Von seiner Basis aus hat man aber einen wunderbaren Rundblick über die Küste.

Etwas nördlich des Leuchtturms gibt es noch Reste eines Schiffs, welches 1907 mit 648 Kühen an Bord auf einem Riff auf Grund lief. Von den Kühen ertranken die meisten, die Menschen konnten gerettet werden. In wenigen Jahren werden wohl auch die letzten Reste des metallenen Rumpfes vom Meer verschluckt worden sein, noch sind einige wenige Strukturen zu sehen.
Nach dem Besuch beim Wrack suchten wir uns einen Campground und nutzten noch den wunderbaren Pool für eine Abkühlung. Obwohl auch das Wasser des Pool um die 28° warm war, bestand immer noch ein Unterschied von 14° zur Umgebungsluft.

Heute besuchten wir den ganzen Tag den Cape Range National Park im Westen der Halbinsel. Wunderbare Strände, warmes Wasser und auch ab und zu interessante Vegetation standen auf unserem Programm.

Ein erster Stopp galt einem kleinen Mangroven-Wäldchen. In diesem Habitat bringen viele Fische und andere Meeresbewohner ihre Nachkommen zur Welt. Eine veritable Kinderstube, von der wir allerdings heute nicht viel zu sehen bekamen.

Habe ich Strände erwähnt? Die Turquoise-Beach ist einer davon. Weisser Sand und türkisblaues Wasser, ganz wie aus dem Reiseprospekt. Das warme Wasser kann man im Prospekt nicht erleben, hier die Füsse ins Wasser zu halten, ist einfach herrlich!

Auch dem Stachelrochen schien es hier zu gefallen, er liess mich ziemlich nahe heran, bevor er sich davon machte. Aus dem Staub machen kann ich wohl schlecht schreiben …

Den Umkehrpunkt unserer Fahrt markierte der Yardie-Creek, ein Frischwasser-Fluss, der sich ins Kalkmassiv eingefressen hat. Dort sollte es eine Bootsfahrt in den Canyon geben, welche aber aus unerfindlichen Gründen zwischen Januar und März eingestellt ist. Der Termitenhügel im Vordergrund wurde offenbar vor kurzem aufgestockt, die oberste Lage war noch feucht und dunkelbraun.

Statt der Cruise trafen wir einen grösseren Schwarm von Galah, einer einheimischen Art von Papageien, welche sehr lärmig sein können. Offenbar fanden sie an dieser Stelle etwas Futter am Boden, alle waren mit dem Aufpicken beschäftigt und hatten keine Zeit, auf einen Schweizer aufzupassen.

Beim abendlichen Einkauf in einem kleinen Supermarkt in Exmouth fiel mir diese Bananenkiste auf: Bananen werden auch hier meist in grösseren Stückzahlen gekauft, mit diesem Trick wird hoffentlich auch dieser Single bald erlöst.
