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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Weiss, rot, blau und braun: Farben auf dem Weg nach Onslow
Beim Frühstück besuchten uns einige Kakadus, weisse Vögel, die eigentlich ganz hübsch anzusehen sind. Ihr Gekrächze geht einem aber schon bald auf die Nerven.

Ein Paar sass auf einem Pfosten, an welchem die Wasserhahnen für die Camper befestigt sind. An einem Hahn trat offenbar etwas Wasser aus, genug für die Vögel, hier ihren Durst zu stillen.

Einer, der seinen Durst schon gestillt hatte, blieb noch etwas auf dem Pfosten sitzen und markierte den Chef. Die anderen Vögel mussten sich gedulden, bis er sie schliesslich auch an den Tropf liess.

Auf weiten Strecken machte der rote Kontinent heute seinem Namen alle Ehre. Dunkelrote Erde mit lockerer Vegetation unter dem tiefblauen Himmel. Ab und zu einige feine Wölkchen. Dazu Temeraturen weit über 40°.

Die meiste Zeit war die Landschaft topfeben mit nur kleinen Wellen in der Strasse. An einer Stelle lag der Mount Murray, ein hübscher Tafelberg neben der Strasse. Ganz stolz vermeldete ein Schild „Mount Murry, 285 m“! WOW!!

Western Australia ist äusserst wenig besiedelt. Gerade mal 1.02 Einwohner kommen auf den Quadratkilometer! Zum Vergleich die Schweiz: 207 Einwohner pro Quadratkilometer. Hier sind die abgelegenen Gebiete nur auf Pisten abseits der Hauptstrassen erreichbar. Der Royal Flying Doctor Service nutzt teilweise die geteerten Strassen als Start- und Landepisten für dringende Flüge zu den Patienten. Bei dieser Bevölkerungsdichte gibt es entsprechend viel Verkehr auf den Strassen, so dass ein Flieger auf der Fahrbahn ab und zu problemlos drinliegt.

Ein kleiner Fluss führte noch viel Wasser, vor knapp zwei Wochen streifte ein Zyklon den Norden des Kontinents und seine Ausläufer liessen noch bis weit in den Süden grosse Niederschläge fallen. Die braune Brühe erhält die Farbe durch den aus den Bergen mitgeführten Sand.
Nun sind wir in Onslow, einem kleinen Kaff direkt am Indischen Ozean. Hier wurde früher die Wolle aus dem Hinterland verschifft, was heute aber keine Bedeutung mehr hat. Die Stadt ist scherzhaft auch als Cyclon Capital bekannt, da hier sehr oft solche Stürme durchziehen. Ein Beispiel mag dies erläutern: Normalerweise fallen hier pro Jahr etwa 14.8 mm Regen pro m2. Im Februar / März 1961 brachten 5 Zyklone nacheinander innerhalb von 5 Wochen gut 900 mm pro m2! Auch hier der Vergleich mit der Schweiz: 1’537 mm pro m2 und Jahr.

Heute wird hier statt Schafwolle viel Salz exportiert. In der näheren Umgebung gibt es etwa 87 Quadratkilometer an Salzpfannen, in welchem das Meerwasser verdunstet wird und am Schluss eines mehrstufigen Prozesses als reines Meersalz zurück bleibt. Davon werden pro Jahr 2.5 Mio t exportiert. Ziemlich viele Salzstreuer lassen sich damit füllen! Das Salz wird allerdings nicht nur als Speisesalz verwendet, vieles findet auch industrielle Verwendung.

Am Ende des Verladepiers legen Frachter an, welche jeweils bis 50’000 t des weissen Rohstoffes nach Asien transportieren. Heute lag gerade kein Schiff vor Anker.

Ein Denkmal erinnert an all jene Seeleute, welche während des Zyklons Bobby 1995 ums Leben kamen.
