- Details
- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Salz sowie Sand und viel Speutz
Unser Weg von Onslow nach Karratah war heute eher unspektakulär. Eine für Australien eher kurze Fahrt durch eher flaches Gebiet mit viel rotem Sand und sonst nicht sehr viel mehr. Einige Höhepunkte gab es aber dennoch.

Den Anfang machte eine der grossen Salzpfannen kurz nach dem Ortsausgang von Onslow. Dies ist eine derjenigen Pfannen, in welchen das Salz schon fast fertig ist. In weiteren Schritten wird es noch gereinigt und dann geerntet. Im Hintergrund sind weitere Einrichtung der Salzindustrie zu sehen.

Nahe bei der Küste gab es in Form vieler Termitenhügel weitere Höhepunkt. Diese werden von der Termiten-Art Nasutitermes triodiaem erbaut. Die Tiere stammen ursprünglich nicht aus Australien, sondern aus Übersee, entweder Südamerika oder Asien, von wo aus sie auf Flössen und Baumstämmen den Kontinent besiedelten. Ursprünglich lebten sie auf Bäumen und erst, als diese wegen sich ändernden Umgebungen verschwanden, siedelten sie auf dem Boden und ernähren sich nun von Gras.

Hier im Westen Australiens erreichen ihre Bauten eine eindrückliche Höhe, diese Kathedrale misst beinahe 4 m! Auf Grund von genetischen Untersuchungen weiss man heute, dass die Termiten in mindestens drei unterschiedlichen Wellen vor rund 20 Mio. Jahren den Kontinent besiedelten. Die Bauten werden aus dem umliegenden Sand aufgebaut, welcher mit viel Speichel der Tiere verklebt wird. In eimem Bau leben Millionen der kleinen Tiere!

Ein anderer, ebenso eindrücklicher und erst noch zweiköpfiger Bau wird durch einen dritten Kopf ergänzt. Obwohl ich auf die Zehenspitzen stand, konnte ich kaum zwischen den beiden Türmen durchschauen. Ein knapp 3 mm grosses Tier baut solche gigantischen Türme. Wenn die menschlichen Bauherren in demselben Grössenverhältnissen bauen würden, müsste das momentan höchste Gebäude der Welt, der Burj Khalifas in Dubai rund viermal so hoch sein! Für meine Leser, welche sich vertieft über Termiten informieren möchten, kann ich diese Seite wärmstens empfehlen (Klick mich!).
Nun sind wir in Karratah, einer unscheinbaren Hafenstadt, wo einerseits Eisenerz aus den Minen im Hinterland rund um Tom Price verschifft wird und andererseits eine gigantische Erdgas-Verflüssigungsanlage steht. Beides wollen wir uns morgen ansehen.
Am späteren Nachmittag war es wieder einmal Zeit für eine Wäsche, unter anderem wollten wir auch die Bett- und Frottéwäsche waschen. Die beiden Leintücher hängten wir als erstes in den heissen Wind, anschliessend den Rest der Wäsche. Sobald wir alles aufgehängt hatten, waren die Leintücher schon trocken! 40° warmer und trockener Wind sind besser und billiger als jeder Tumbler!
