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Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
31. Januar 2020

Industrie in Karratha und Dampier

Rund um Karratha und Dampier betreibt die Bergbau-Firma Rio Tinto ebenfalls gigantische Salzfelder. Nachdem das Meerwasser über mehrere Felder konzentriert wurde, kann dieses nach 18 Monaten geerntet werden. Einige Zahlen zur Salzgewinnung in dieser Gegend: 10.10 km2 Fläche, Salzproduktion in diesen Feldern: 4.2 Mio. t/Jahr, es verdunsten hier im Schnitt über das Jahr 3.300 l Wasser pro m2, das entspricht auf alle Felder gerechnet etwa 420’000 t Wasser / Tag. Aus 62 t Meerwasser wird mit diesem Prozess 1 t Salz gewonnen. Von der gesamten Produktion gehen etwa 20% in die Nahrungsmittel, der grösste Teil wird industriell verwendet.

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In der Ferne sind einige der Salzberge zu sehen, dies ist fertig verarbeitetes Salz, welches auf seinen Abtransport per Schiff wartet. Die Schiffe legen am Ende eines Piers an und werden dort beladen.

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Eine noch grössere Bedeutung für Australien hat der grosse Hafen von Dampier, einem Stadtteil von Karratha. Hier wird ein weiteres für Australien sehr wichtiges Produkt verschifft. In den Minen in Tom Price and Newman wird Eisenerz im Tagebau gewonnen und anschliessend per Bahn nach Dampier transportiert. Hier wird es schliesslich auf Schiffe verladen, welche das Erz nach Japan und China transportieren. Die grössten Schiffe hier können bis zum 165’000 t Erz laden.

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Die einzelnen Züge zählen bis zu 200 Wagen und erreichen so eine Länge von bis zu 3 km. Vier Lokomotiven schleppen die schweren Züge an die Küste. Insgesamt sollen hier pro Jahr bis zu 360 Mio. t Erz verschifft werden. Ob der australische Kontinent dadurch wohl leichter wird und sich weiter aus dem Meer hebt ;-)).

Schliesslich gibt es in Dampier noch eine der grössten Flüssiggas-Anlagen. Hier wird Erdgas, welches in den Tiefseefeldern knapp 130 km vor Küste gefördert und nach dem Transport in einer gigantischen Pipeline hier verflüssigt wurde, ebenfalls mit grossen Tankschiffen in alle Welt versandt. Eine wahrhaft imposante Industrie-Anlage, welche hier auf kleinem Raum konzentriert ist.

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In der Nähe der grossen Anlagen liegt eine der bedeutendsten Felsgravuren-Stätte Australiens. Aborigines haben hier über 10’000 Felsgravuren hinterlassen. Der Murujuga Nationalpark sollte diese Zeichnungen eigentlich schützen und dem Publikum zugänglich machen. Leider ist von diesem Schutz oder gar einer Wertschätzung der bis zu 30’000 Jahre alten Felszeichnungen nicht viel zu spüren. Der Weg ist äusserst schlecht unterhalten, es gibt keinerlei Erklärungen oder Hinweise auf die Zeichnungen und etwa 20% der Artefakte wurden anscheinend dem industriellen Fortschritt schon geopfert. Da keinerlei Aufsicht vor Ort ist, wurden viele Figuren auch von Idioten zerkratzt. Auf diesem Fels gibt es eine menschliche Figur mit ausgebreiteten Armen.

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Ein Tier, welches mich an einen Emu erinnert, ist hier auszumachen.

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Noch eine kleine mensch-ähnliche Figur.

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Für einmal keine Felszeichnung. Diesem kleinen Baum gefällt es offensichtlich in den heissen Steinen. Die Lufttemperatur lag heute wieder bei über 40 Grad, ich denke, die Steine waren noch viel heisser.

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Im Zentrum des Bildes sind nochmals einige Tierfiguren zu sehen. Mit diesen Figuren liessen wir es gut sein und gingen zurück zum Auto. Der Schweiss rann in Bächen und der unebene, mit grossen Steinen übersäte Weg erforderte volle Konzentration. Insgesamt hinterlässt die Anlage ein bedrückendes Bild, die kulturelle Erbschaft der Ureinwohner wird hier sehr gering geachtet.

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Eine kleine Ortschaft, Cossack, war um 1863 der erste Hafen in dieser Gegend Australiens. Das Gerichtsgebäude zeugt noch von der einstigen Grösse. Heute ist davon nichts mehr übrig geblieben, Die meisten der übrigen Gebäude wurde von den häufigen Zyklonen in der Gegend zerstört und lediglich einige wenige wurden wieder aufgebaut.

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Diese Firma war einst einer der wichtigsten Perlenhändler in Cossack, doch mit dem Verschwinden der Perlenindustrie versank auch dieses Geschäft in der Bedeutungslosigkeit. Immerhin wurde das Gebäude wieder aufgebaut, nachdem auch hier ein Zyklon ganze Arbeit geleistet hatte. Das Erbe der Kolonialherren bekommt viel mehr Aufmerksamkeit, auch wenn es noch so unscheinbar ist.

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