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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Von dicken Bäumen und Wasser

Bevor wir uns heute von Broome verabschiedeten, besuchten wir noch den Cable Beach, der heute beinahe menschenleer war. Es regnete die ganze Nacht immer wieder und auch am Morgen waren noch viele schwarze Wolken am Himmel.
Unser nächstes Ziel heisst Derby, eine kleine Stadt im Nordwesten von Australien. Hier gibt es vor allem viele Baobab - in Australien Boab genannt - welche in dieser Gegend sehr häufig vorkommen. Mir gefallen diese imposanten Bäume jedes mal, wenn ich in dieser Gegend bin.

Auf dem Weg nach Derby fiel mit auf, dass sich die Termitenhügel änderten. Bisher sahen wir ausschliesslich die grossen Haufen, wie den grossen in der Bildmitte. Diese erinnern mich immer an gestapelte Kuhfladen. Nach und nach gab es aber auch andere Typen, viel kleinere und schmalere Bauten. Die kleineren sind mit aus den Northern Territories bekannt. Ob die einen Termiten wohl in den Lebensraum der anderen Art einwandern und sich dabei bekriegen?

Der viele Regen, welcher zur Zeit im Norden fällt, hinterlässt an einigen Stellen richtige kleine Seen.

Die Adansonia Gregorii, die Boab, sind in der Regenzeit voller grüner Blätter. In der Trockenzeit lassen sie diese fallen und sehen dann eher erbärmlich aus.

Ein anderes, riesiges Exemplar steht einige Meter abseits der Strasse. Die australischen Boab sind mit den afrikanischen Bäumen verwandt, kommen jedoch ausschliesslich hier vor.

In der Nähe von Derby steht ein je nach Quelle 1’000 bis 1’500 Jahre alter Boab, dessen Stamm hohl ist. Ende des 18. Jhdt. wurde er als Gefängnisbaum genutzt. Hier wurden Aboringines eingekerkert. Diese wurden eingefangen und dann nach Broome transportiert, wo sie unter anderem zur Perlentaucherei gezwungen wurden.

Der Jetty von Derby wird heute nur noch für den Export von Blei und Zink aus einer nahegelegenen Mine verwendet. Fischer baden hier gerne ihre Würmer. Das braune Wasser erhält seine Färbung vom Fitzroy River, welcher hier ins Meer mündet. Je nach Gezeitenstand ragen die Stützen des Piers aus dem Wasser, oder sie verschwinden ganz darin. Bis zu 11 Metern sollen hier die Gezeitenunterschiede betragen, die höchsten in Australien.

Der Blick in Richtung des offenen Meeres zeigt bedrohliche Wolken. Am späteren Nachmittag begann ein starker Regen, welcher unseren Campingplatz teilweise unter Wasser setzte.

Bei einem kleinen Einkauf bemerkte ich diese Einladung zu einem Gratis-Event in Derby: Klau etwas im Laden und du darft gratis mit dem Polizei-Auto fahren! Wir gingen lieber zu Fuss.
Von Derby aus führt die bei Touristen sehr beliebte Gibb-River-Road in Richtung Osten nach Wyndham. Diese ist für uns leider ausser Reichweite: Einerseits ist sie in der Regenzeit nicht befahrbar, da viele Flüsse unpassierbar sind und andererseits sind es mehr als 600 km ungeteerte Strasse. Für unser Wohnmobil ebenfalls nicht machbar. Ein ander Mal mit einem anderen Fahrzeug.
