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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Eine grosse Bildergalerie im Kakadu Nationalpark im Schweisse meines Angesichts
33° und hohe Luftfeuchtigkeit waren heute die Umgebungsbedingungen für unsere Besichtigung einer grossen Bildergalerie im Park. Wegen der Regenzeit sind viele andere Sehenswürdigkeiten nicht zugänglich, da die Strassen überflutet und deshalb gesperrt sind. Es gibt aber auch noch andere Gründe, davon später mehr.

Gerade als wir von unserem Campground losfahren wollten, rannte ein kleines Känguru davon. Es blieb aber noch genügend Zeit, ein Foto zu schiessen. Nur der Baum links vom Tier wollte sich leider nicht aus dem Bild bewegen.

Ein Teil es Kakadu ist sehr gebirgig. Es handelt sich um Abbrüche des Arnhem-Plateau, welches den ganzen Norden des Kontinents bedeckt. Immer wieder ragen grosse Klippen aus dem Wald empor. Auch diese Klippen sind aus Sandstein und Nagelfluh, welche in einem Urmeer entstanden sind und dann im Laufe der Jahrmillionen zu ihrer aktuellen Höhe angehoben wurden.

An einer Stelle gibt es Steingrotten, in welchen die Ureinwohner seit angeblich nahezu 20’000 Jahren lebten. Ausgrabungen des Höhlengrundes und die Funde der Essens- und Werkzeugresten lassen diese Schlüsse zu. Dieser Stein lag am Boden einer dieser Grotten und ich wollte eigentlich die Bilder an der Wand fotografieren. Als ich die Bilder später ansah, sah ich plötzlich einen Kopf in diesem Bild. Sonst noch jemand? Mund, Nase, zwei Augen und sogar einen seltsamen Haarbüschel auf dem Kopf.

Die Malereien an den Wänden wurden mit Steinfarben gemacht und im Laufe der Zeit offenbar mehrfach wieder übermalt. Diese ersten Bilder waren nicht sehr eindrücklich.

Hier ist ein Känguru gut auszumachen, rechts davon gab es eine Art menschliche Gestalten, diese waren aber eher schwierig zu identifizieren. Leider muss ich feststellen, dass die Wege hier zwar sehr gut unterhalten waren, doch die Bilder wurden kaum erklärt. Schade eigentlich.

Menschliche Gestalten und Tiere sind hier zu sehen.

Zur Abwechslung mal etwas Botanik. Eine Pflanze, welcher wir mehrfach begegneten, erinnert mich an eine Ingwer-Staude. Dieselben Blüten und auch die Blätterform stimmt. Ich fand aber nirgends eine Bestätigung für meine Theorie.

Dieses weisse Känguru ist gut zu erkennen. Die menschliche Figur daneben scheint es mit einer Art Lasso einzufangen. Auch hier reine Spekulation meinerseits.

In einer weiteren Höhle gab es viele Menschenfiguren. Offenbar trafen sich die Ureinwohner hier für allerlei Feste, auf einer Info-Tafel wurde eine Aboriginal zitiert, welche diese Feste mit unseren Weihnachten verglich. Die Familien trafen sich zu bestimmten Zeiten an diesem Ort und tauschten Neuigkeiten und andere Informationen aus.

Auf diesem Bild ist vor allem die Figur ganz rechts von Interesse. Es soll sich um den Blitzgott handeln, mit welchem man sich auf keinen Fall anlegen sollte. Sonst lässt er Blitz und Donner aufziehen und die Unbotmässigen abstrafen.

Schliesslich wollten wir uns noch einen Billabong, einen Wasser führenden Tümpel, ansehen, doch hier war der Zugangsweg abgesperrt. Der Wasserstand ist aktuell zu hoch und es besteht die Gefahr, dass die Salzwasser-Krokodile im Gebüsch sind und Unvorsichtige angreifen. Die Parkwächter sperren deshalb lieber die Wege ab. Und wir kriegen leider kein Krokodil vor die Linse.

Problemlos zugänglich waren hingegen einige Aussichtspunkte, von welchen aus sich ein grandioser Rundblick über die Klippen sowie das Arnhem-Plateau in der Ferne bieten. Zwar waren hier keine Krokodile unterwegs, vor denen wir davon hätten rennen müssen, doch die Temperatur sowie die Sonne trieben den Schweiss aus allen Poren. 40 Höhenmeter sowie etwa 200 m Strecke pro Richtung nässten das T-Shirt vollständig durch. Sogar von meiner Baseball-Cap tropfte der Schweiss. Der Aufstieg lohnt sich aber durchaus und schliesslich wartete im Campground einmal mehr ein sehr angenehmer Pool und später ein kühles Bier!
