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- Kategorie: Winter 19 / 20: Australien
Einen Schritt weiter nach dem gestrigen spätabendlichen Tief
Ich schrieb vor zwei Tagen, ich hätte einen Flug mit Garuda von Melbourne über Jakarta und Amsterdam nach Zürich gebucht. Gestern Abend erhielt ich dann eine Mail von Garuda, wo mir mitgeteilt wurde, dass Indonesien ab sofort auch für den internationalen Transit ein Visum verlange. Auf der Webseite des Konsulates fand ich den Hinweis, dass die Prozedur bis zum 5 Tagen in Anspruch nehmen könne. Heute morgen rief ich dort an und erfuhr, dass wir zudem ein Gesundheitszertifikat bräuchten, welches für die Einreise nach und auch den Transit in Indonesien unabdingbar sei. Zuerst wollte ich den Flug annullieren und suchte eine Alternative.

Diese Idee liess ich aber bald wieder fallen. Mit Garuda sind wir in der Business gebucht und dies zu einem halbwegs vernünftigen Preis. Auf Google fand ich einige mögliche Flüge, die Preise sind für eine Person in der Economy! 25’820 AUD sind nach aktuellem Wechselkurs schlappe 15’110 CHF. Das sind die eher „günstigen“ Tarife … In normalen Zeiten sind diese Flüge für um die 800 CHF zu haben.
Wir machten uns deshalb auf die Suche nach einer Arztpraxis, welche uns ein solches Zeugnis ausstellen würde. Eine nette Dame auf dem Campground gab mit einen Tipp und wir meldeten uns dort. Wir erhielten einen Termin um 15 Uhr und nach etwas mehr als einer Viertelstunde Unterhaltung mit einem netten indischen Arzt war unser Zeugnis ausgestellt. Als Vorsichtsmassnahme liess ich mir noch ein Rezept für eine Monatsdosis meines MS-Medikamentes ausstellen, falls wir wider Erwarten doch länger in Australien bleiben müssten.
Am kommenden Montag werden wir um 09:30 beim Konsulat eintreffen und unser Visum hoffentlich erhalten.

Aktuell sind wir in Mandurah, einem Ort direkt am Meer. Die Innenstadt ist nahezu ausgestorben, einzelne Geschäfte sind geöffnet, viele haben aber auch ihre Eingangstüren verriegelt.

Ein Restaurant, in welchem wir bei einem früheren Besuch unser Bier tranken, ist ebenfalls geschlossen. Die Anzeige, dass es weder Bargeld, noch Zigaretten und auch keinen Schnaps im Lokal hätte, spricht Bände. Offenbar knappe Güter! Was ist mit WC-Papier? Immerhin freuen die Gastgeber sich auf ein gemeinsames Bier „on the brighter Side of 2020“, dh. nach der aktuellen Krise.

In einer anderen Stadt bemerkte ich dieses Plakat auch schon: Seasons ist offenbar ein Beerdigungsinstitut (Funeral Directors), welches in unterschiedliche Orten Filialen betreibt. Die Aufforderung, ihnen doch meine Geschichte zu erzählen, fand ich eher seltsam. Nach meiner Kremation ist dies wohl eher schwierig.
