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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Erste Etappe zur Brücke zwischen den Kontinenten und weiter nach Chile
Um 6 Uhr aufstehen, duschen und frühstücken. Dann die Wäsche waschen und im Tumbler trocknen. Nummern vom Auto abmontieren und auf die Post bringen, dann noch ein Besuch bei den Schwiegereltern, wo ich unter anderem meinen Backupdisk mit den aktuellsten Daten deponierte.
Am späteren Nachmittag holte mich dann der Taxifahrer in Lieli ab und brachte mich recht schnell zum Flughafen, wo ich ebenso rasch die Formalitäten hinter mich brachte. Da ich genügend Zeit hatte, ging ich den ganzen Weg zu Fuss, ohne auf den Rollstuhl zu setzen. Keine so gute Idee, da ich am der Sicherheitskontrolle sehr lange warten musste. Mit dem Rollstuhl flitzt es sich dort normalerweise einfach durch.
In Frankfurt dann eine längere Wanderung durch die Terminals, aber auch dies ohne grössere Probleme.

Die Zeit reichte noch für einen Besuch in der Lounge, wo es feine Laugenbrezel gab: Hervorragend zu einem frisch gezapften Bier! Im Gegensatz zu den sehr gut organisierten Wartezonen bei Lufthansa war diese bei der Condor eher chaotisch, nicht mal eine eigene Linie für Business-Class Passagiere. Aber irgendwann klappte es dann doch noch und der Flieger hob ab.
Die B767 war nicht sehr neu, aber doch noch gut im Schuss. Die Sitze der Business waren bei meinem letzten Flug mit Austrian von einer anderen Kategorie. Das Essen hingegen war recht gut, obwohl ich lediglich die Vorspeisen genoss. Danach spülte ich mit dem letzten Schluck Wein eine Schlaftablette runter, welche mich alsbald ins Land der Träume entführte.

Nach etwa 8 Stunden Schlaf wurde das Frühstück serviert, gleichzeitig erhellte sich der Himmel und den neuen Tag anzukünden. Die Zwischenlandung in Santo Domingo bescherte uns einen kurzen Aufenthalt auf der Insel, wir konnten die Maschine aber nicht verlassen. Die 2 Stunden nach Panama waren ebenfalls schnell vorbei und wir landeten an der dünnsten Stelle der beiden Kontinente.

Auch hier war selbstverständlich auch Ebola ein Thema, überall im Flughafen warnten diese Schilder vor den Gefahren dieser Krankheit, welche gerade „en Vogue“ ist.
Eigentlich wollte ich die Zeit meines Aufenthaltes in Panama nutzen, um per Taxi eine kurze Stadtrundfahrt zu machen. Der Zöllner riet mir aber davon ab, gegen Mittag, meiner geplanten Abflugzeit, sei der Verkehr in der Stadt sehr schlimm und ich hätte so kaum etwas vom Besuch. Also setzte ich mich in ein Restaurant und wartete auf den Weiterflug. Ich bin ja in etwa drei Monaten wieder in Panama, dann aber auf der Queen Victoria auf dem Weg von Fort Lauderdale nach San Francisco.

Mein Flieger wurde schon bald wieder für den Rückflug nach Frankfurt bereit gemacht. Damit nicht nur die Innenseite gereinigt wurde, kümmerte sich ein Wolkenbruch um die Aussenseite. Umso besser für mich im Trockenen am Flughafen, in der Stadt hätte ich sicher noch einige Tropfen abgekriegt.
Der Flug von Panama nach Santiago war mit knapp 6 Stunden nochmals sehr, sehr lang. Zumal ich in der Economy sass. Glücklicherweise konnte ich mir einen Notausgangssitz buchen, der über viel Beinfreiheit verfügte. Der mittlere Sitz in meiner Reihe blieb zudem leer. Also nicht allzu schlimm.

Nach knapp 2 Stunden überflogen wir den Äquator auf 11’323 m.ü.M. mit einer Geschwindigkeit von 834 km/h. Trotz der hohen Geschwindigkeit rumpelte es überhaupt nicht! Leider erwischte ich nicht genanu den Moment der Überflüges, wir waren noch 1.4 Bogen-Sekunden nördlich des Äquators.

Kurz vor der Landung in Santiago ging um 19:40 die Sonne unter, in der Ferne ist undeutlich der Aconcagua zu sehen, der mit 6’962 m der höchste Berg ausserhalb Asiens ist. Diesen beachtlichen Giganten werde ich hoffentlich noch besser zu sehen bekommen.
Nun bin ich in Santiago, müde und bereit, die neue Stadt morgen zu erkunden. Vorerst nur noch eine Dusche und dann „Guet Nacht!“.
