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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Zweiter Ausflug in die Berge - Los Andes
Los Andes ist eine kleine Stadt mit knapp 60’000 Einwohnern etwa 70 km nördlich von Santiago. In der Nähe, auf der anderen Seite der Grenze in Argentinien liegt der Aconcagua, der höchste Berg ausserhalb des Himalaya-Gebietes. Ich wollte ihn mir heute ansehen, hatte aber leider keinen Erfolg. Immerhin war die Ortschaft und auch die weitere Strecke absolut sehenswert.

Als ich in Santiago losfuhr, fiel mir dieses Verkehrsschild auf: In 40 m ist Vorsicht geboten, Baden wird angekündigt. Zwar ist damit weder die Stadt gleichen Namens in der Schweiz gemeint, noch das Verb. Vor der Stadt braucht man keine Vorsicht walten zu lassen und das Verb findet hier auch keine Verwendung, auch wenn in der Rinne ab und zu Wasser liegen kann. Zum Baden ist es aber auf jeden Fall zu wenig. „Badén“ meint in Spanisch ganz einfach „Querrinne“ und davor ist wirklich Vorsicht angebracht. Dieselben Worte meinen in verschiedenen Sprachen offensichtlich nicht dasselbe.

In jeder grösseren und auch vielen kleineren Städten Chiles gibt es eine Plaza de Armas, einen zentralen Platz. In Mexico heisst dieser jeweils Zócalo, die Funktion ist jedoch dieselbe. Ein zentraler Treffpunkt für die Bevölkerung, mit vielen Bäumen, die Schatten spenden sowie diesen kleinen Gebäuden, in denen oft ein Orchester auftritt. Dieses Gebäude wurde 1938 errichtet, wie sich aus der römischen Inschrift gut ablesen lässt. Ich muss allerdings gestehen, dass ich das Internet (Klick mich!) bemühen musste, um die Zahl zu entziffern. Die Lektion in der Mittelschule ist doch schon lange her.

Viele Chilenen verbringen ihre Freizeit auf der Plaza de Armas, überall gibt es Verkaufsstände, wie diesen Kiosk, wo allerlei Dinge verkauft werden. Zeitungen, Zeitschriften, Zigaretten und auch den einen oder anderen Glaceverkäufer findet man fast immer.

Die Statue eines Generals verunziert den Eingang in den Park. Immerhin ist es nicht eine Statue des ehemaligen Diktators, diese wurden längst schon auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Die vielen grossen Bäume der Plaza sind eine willkommene grüne Lunge in den Städten, in denen allesamt sehr viel Verkehr herrscht.

Von Tinten für Drucker über Ausdrucke bis zu Fotokopien und Laminierfolien bietet dieser Laden alles an. Offensichtlich läuft das Geschäft nicht so gut, sonst hätte das Geld für die Renovation der Fassade gereicht.

Von Los Andes bin ich noch etwa 30 km in Richtung argentinischer Grenze weiter gefahren. Überall an der Strasse wurden Versicherungen für Autos verkauft. Die Einreise nach Argentinien ist nur mit einer speziellen Versicherung möglich, für ein Mietauto ist der Grenzübertritt tabu, ausser man verlangt eine separate Bewilligung und Versicherung des Vermieters. Diese wollte ich nicht beantragen, da ich in Chile noch viel zu entdecken habe.

Kurz vor meinem Wendepunkt auf 1’600 m.ü.M. sah ich diesen Schlitz im Berg, den der Fluss im Laufe der Zeit in diese Barriere frass. Etwa 4 m breit und knapp 20 tief ist die Schlucht. Das kleine Flüsschen verrichtete eine gewaltige Arbeit!
Als ich auf meinem Navi dieses Bild der kommenden Strasse sah, beschloss ich umzudrehen und den Rückweg nach Santiago unter die Räder zu nehmen. Der Pass, welcher die Grenze zwischen Chile und Argentinien bildet, war zwar nicht mehr sehr weit entfernt, die Kurven wollte ich mir jedoch nicht zweimal antun.

Wieder unten im Tal zeigen sich die Anden in ihrer ganzen Pracht mit landwirtschaftlich genutztem Land in Vordergrund.

Bis weit in die Hügel hinauf werden hier Reben angepflanzt, welche für die ausgezeichneten chilenischen Weine verwendet werden. Pferde sind in dieser Gegend sehr häufig. Sie dienen unter anderem auch den Touristen für ihre Ausritte in die Berge. Reitferien sind sehr populär, in Santiago bieten viele lokale Veranstalter solche Touren an. Nichts für mich!
