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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 1. Etappe Südamerika
Ausfahrt nach Quintay, einem kleinen Hafen südlich von Valparaiso
Heute morgen erwartete mich der für die Pazifik-Küste Kaliforniens typische Nebel. Aber Halt, ich bin doch (noch) nicht in Kalifornien! Auch in Chile gibt es dasselbe Phänomen, dass die warme Luft vom Land über das kalte Meer strömt und so Nebel entstehen lässt. Sobald die Sonne stark genug ist, brennt sie den Nebel problemlos weg.
Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zu einem kleinen Hafen etwas südlich von Valparaiso, der angeblich über sehr feine Fischrestaurants verfügt. Nicht dass ich essen wollte, aber der Hafen und die Gegend versprachen einen schönen Ausflug.

Unterwegs auf einer kleinen Strasse sah ich eine Tarantel die Fahrbahn überqueren und konnte gerade noch rechtzeitig bremsen, so dass ich das Tier nicht überfuhr. Ich stieg aus, um sie mit einem Blatt Papier von der Strasse zu entfernen und dann noch einige Bilder zu machen. Der Durchmesser dieses kleinen Monsters ist ca. 6 cm, genügend für einen Albtraum. Die Grösse im Bild entspricht ziemlich genau dem Original. Mich liess sie in Ruhe und kroch ganz brav wieder vom Papier auf den Boden, wo ich sie noch fotografieren konnte, bevor sie ins Gras verschwand.

Der kleine Hafen mit einem Sandstrand wurde von Fischern genutzt, welche hier ihre Boote wasserten und auch wieder anlandeten. Einige Fischer haben sich auf den Tauchsport verlegt, mit ihren Booten fahren sie Taucher aufs Meer. Es gibt hier auch einige kleinere Tauchschulen, welche heute etwas Betrieb hatten. In der Hochsaison wird hier wohl sehr viel Betrieb herrschen.

Tsunamis sind an der Pazifik-Küste eine grosse Gefahr, überall finden sich in der Nähe des Wassers Schilder, welche auf die Fluchtrouten für den Ernstfall hinweisen. Die sehr stark durch Erdbeben gefährdete Gegend ist auch in dieser Hinsicht stark betroffen. Ich freue mich, wenn während meiner Anwesenheit weder ein Erdbeben noch ein Tsunami die Gegend heimsucht.

Die Füsse ausgestreckt ist dieser Pelikan in der letzten Phase seines Landeanfluges, in Sekundenbruchteilen wird er das Wasser berühren. Mich faszinieren diese grossen Vögel immer wieder, wenn sie landen.

Nachdem ein Fischer die Rüstabfälle seines Fanges ins Meer warf kämpften Pelikane um die zumindest aus ihrer Sicht willkommenen Leckerbissen. Sobald einer etwas im Schnabel hatte, flog er auf und davon. Einige verfolgten ihn in der Hoffnung, dass er seine Beute doch noch verlieren würde. Wohl eher unwahrscheinlich, da dieser schnell im grossen Schnabel verschwindet.

Am Nachmittag fuhr ich nach Viña del Mar wo ich für eine Nacht ein Hotel gebucht hatte. Viña ist ein beliebter Urlaubsort der Chilenen mit vielen grossen Hotels und auch kleineren Pensionen. Viele Leute aus Santiago haben hier in grösseren Wohntürmen ihre Ferienwohnungen, wo sie ihre Wochenende verbringen. Als Teil der hiesigen Tourismusindustrie fahren Kutscher die Touristen mit ihren Pferdekutschen spazieren. Dieses Pferd erhielt seine Nahrung in einem Sack direkt umgehängt. So kann es die Pausen zwischen zwei Ausfahrten zum Auftanken nutzen. Mir schmeckte mein Nachtessen bei Chez Gerald (Klick mich!) viel besser, zumal ich dort ohne umgehängten Fresssack gediegen speisen konnte.

Nach meinem Nachtessen ging die Sonne über Valparaiso unter und ich hoffe, dass sie sich morgen ohne Frühnebel wieder zeigt.
